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Schwieriges Verhältnis

Ivo Rabanser sagt, Erbschaftsangelegenheiten seien nicht der Bewegrund für seine Messerattacke gewesen. Der Bruder Martin Rabanser ist aus dem Krankenhaus entlassen worden.

von Thomas Vikoler

Der Mann, der seit Sonntag im Bozner Gefängnis in Haft sitzt, erhielt am Freitag eine Nachricht, die er „erleichtert“ aufnahm, wie seine Verteidiger Mara Uggé und Marco Boscarol berichten: Sein Bruder Martin Rabanser, 39, ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er hält sich nun bei seinen Schwiegereltern auf, die Wohnung in Wolkenstein ist weiter unter Beschlagnahme.

Dort ereignete sich in der Nacht auf Sonntag die Bluttat. Ivo Rabanser, 42, von Verona mit dem Rad angereist, stach mit zwei mitgebrachten Messern auf ihn ein. Als die Schwägerin Monika Lardschneider mit einer Taschenlampe gegen seinen Kopf schlug, ließ er von seiner Tat offenbar ab. 15 Minuten später trafen die Carabinieri ein und nahmen ihn fest.

Die Staatsanwaltschaft geht weiter von einem geplanten Mordversuch aus.

Das Motiv? Rabanser äußerte sich nun erstmals gegenüber seinen Verteidigern darüber. Demnach waren nicht Geld- oder Erbschaftsangelegenheiten der Grund für seine Rückkehr in sein Elternhaus. Eine Rolle habe seine Corona-Infektion gespielt: Er habe sich zwei Monate in Isolation begeben müssen und habe dabei sehr viel über seine Familie und seine Jugend in Wolkenstein nachgedacht.

Das Verhältnis zu seinem Bruder und seiner Schwester sei nie gut gewesen, so Rabanser, der als Minderjähriger von zuhause abhaute und über die Sendung „Chi l´ha visto“ gesucht wurde. Dieselbe Sendung befasste sich am Mittwoch mit dem Mordversuch von Wolkenstein.

Laut den Aussagen Rabansers waren es also alte Ressentiments gegenüber dem Bruder, die ihn zur Tat gedrängt hätten. Welcher der spezielle Auslöser gewesen sei, will der U-Häftling demnächst in einem Verhör mit der Staatsanwaltschaft zu Protokoll geben.

Mit seinem Bruder hatte Rabanser offenbar seit 20 Jahren keinen Kontakt, mit seiner Mutter kommunizierte er via Facebook.

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