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Gute Luft

Foto: IDM

Schlechte Luft im Klassenraum macht müde und krank und lässt die Aufmerksamkeit absinken. Dem will das Interreg Projekt QAES gegensteuern.

Schlechte Luft im Klassenraum macht müde und krank und lässt die Aufmerksamkeit absinken.

Dem will das Interreg Projekt QAES gegensteuern, das in Südtirol von IDM Südtirol koordiniert wird: Es zielt darauf ab, technische Lösungen zu ermitteln, welche die Luftqualität in Schulen ohne große bauliche Eingriffe deutlich verbessern.

Gleichzeitig wird erstmals in Italien eine technische Regel ausgearbeitet, wie man Messungen der Innenraumluft einheitlich durchführen kann, sodass die Ergebnisse vergleichbar werden – ein wichtiges Hilfsmittel für Schulen und Planer. In ausgewählten Pilotschulen in den Partnerregionen Südtirol und Tessin wurden im Rahmen von QAES zwei Jahre lang verschiedene Methoden zur Luftverbesserung erprobt, die Ergebnisse wurden dieses Wochenende bei der Messe #EUinmyRegion im NOI Techpark präsentiert.

Das Projekt QAES läuft noch bis 2022.

Aus Studien weiß man, dass die Lernfähigkeit und das Wohlbefinden von Kindern stark von der Qualität der Luft in den Unterrichtsräumen abhängig sind.

In Klassenzimmern sind aber Feinstaubgehalt und CO2-Gehalt häufig zu hoch, während die Sauerstoffkonzentration sinkt. Das führt zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Müdigkeit – und damit zu unmotivierten Schülern und schlechten Arbeitsbedingungen für die Lehrer.

Das Interreg Projekt QAES brachte nun zwei Jahre lang Unternehmen verschiedenster Bereiche zusammen, die gemeinsam mit den Projektpartnern IDM, Institut für Erneuerbare Energie von Eurac Research, Labor für Luftanalysen und Strahlenschutz des Landes, Agentur für Energie Südtirol – KlimaHaus und Gemeinde Bozen sowie weiteren fünf Schweizer Partnern Lösungen testeten, die hier gegensteuern können. Hauptaugenmerk lag dabei auf Anwendungen, die kaum bauliche Veränderungen mit sich bringen, auch auf andere Schulgebäude anwendbar sind, nur geringe Anschaffungs- und Instandhaltungskosten mit sich bringen und energieeffizient sind.

„Dieses Projekt hat mehrere positive Aspekte“, erklärt Vera Leonardelli, Abteilungsdirektorin Business Development von IDM. „Zum einen wollen wir natürlich dazu beitragen, die Luftqualität in den Schulen zu erhöhen. Wir haben unzählige Tests und Messungen durchgeführt, und die Ergebnisse sind in verschiedene Instrumente eingeflossen, die bei der Messung der Luftqualität sowie bei der Planung und Sanierung von Schulgebäuden mit guter Luftqualität effizient helfen. Zum anderen ist es uns als IDM aber besonders wichtig, dass unsere Unternehmen ihr Know-how in diesem Bereich, in dem Südtirol bereits große Kompetenz hat, noch weiter steigern.“ Ein wichtiges Ergebnis des Projektes sei es, dass nun aufgrund der dort gewonnenen Erfahrungen eine nationale technische Regel für die Durchführung von Messkampagnen der Innenraumluft entstehe, die deren Ablauf genau beschreibt. Ziel ist es, den Schulen in Italien ein effizientes Instrument in die Hand zu geben, um Messungen autonom und mit verlässlicher Qualität durchzuführen, diese richtig zu interpretieren und dann mit entsprechenden Maßnahmen reagieren zu können.

Da es sich um ein Interreg Projekt handelt, in das zwei europäische Regionen mit einbezogen sind, war der Erfahrungsaustausch zwischen den Projektpartnern in Südtirol und im Tessin essenziell. Gleichzeitig wurden wertvolle Kontakte zu den Partnern jenseits der Grenze geknüpft, und es wurde ein Netzwerk etabliert. So profitieren beide Partner von den Ergebnissen, die im Rahmen der Initiative erzielt wurden.

In Südtirol sind sechs Schulen in Bozen, Brixen und Andrian an dem Projekt beteiligt, die aufgrund ihrer besonderen Gegebenheiten als besonders geeignete Pilotprojekte erachtet wurden. In jedem Gebäude gab es spezielle Voraussetzungen, auf man bei der Lösung eingehen musste.

Vor und nach der Erprobungsphase verschiedener Methoden wie etwa Luftreiniger, dezentrale Lüftungsgeräte oder automatische Fensterantriebe wurden Messungen durchgeführt, um zu sehen, wie wirksam die getesteten Maßnahmen waren. So haben die Messkampagnen im Rahmen von QAES etwa ergeben, dass sogenannte CO2-Ampeln – also Alarmsysteme mit Sensoren, die sich verfärben, sobald gelüftet werden muss – wesentlich dazu beitragen können, die Luftqualität zu verbessern, ohne dass die Raumtemperatur durch falsches und zu langes Lüften zu stark absinkt.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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