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Anne Marie die Schönheit

Robert Hunger-Bühler : Es ist der ausdrückliche Wunsch von Yasmina Reza, die selbst ausgebildete Schauspielerin ist, dass Anne- Marie „aus Gründen der Distanz und Allgemeingültigkeit“ von einem männlichen Schauspieler gespielt wird. (Foto: Britt Schilling)

Das Südtiroler Kulturinstitut eröffnet die neue Spielzeit in Schlanders und Brixen mit „Anne Marie die Schönheit“ von Yasmina Reza mit Ausnahmeschauspieler Robert Hunger-Bühler in der Titelrolle, inszeniert von Peter Carp, Intendant des Theaters Freiburg.

Einst schnitt sie Bilder von Brigitte Bardot aus Illustrierten aus und klebte sie in ein Album, das sie imaginären Besuchern zeigte, denen sie aus ihrem Leben erzählte: „Denn diese Schönheit war natürlich ich. Anne-Marie die Schönheit“. Jetzt blickt die gealterte Schauspielerin Anna-Marie auf ihr Leben zurück: das Aufwachsen in einer Arbeiterfamilie in der französischen Provinz, ihr Schauspielerinnendasein an einem Pariser Vorstadttheater, ihre langweilige Ehe und ihre peinlichen Liebhaber. Im Gegensatz zu ihrer erfolgreichen und von ihr bewunderten Schauspielkollegin Giselle, war Anne-Marie nie eine Schönheit, keine Diva, sondern eine jener vielen kleinen Schauspieler*innen, deren Namen in Vergessenheit geraten. Doch mit dem schönen Schein des Theaters fand sie eine Gegenwelt zu ihrer sonst freudlosen Lebenswirklichkeit, von der sie noch heute zerrt. „Es heißt. Die glücklichsten Leben sind diejenigen, in denen nicht viel passiert. Ich hatte ein glückliches Leben.“
Mit dem ebenso berührenden wie komischen Monolog „Anne-Marie die Schönheit“ zeigt sich Erfolgsautorin Yasmina Reza in Bestform und spielt ihre große Stärke aus: kluge, fast mitleidlose Beobachtung, gepaart mit Empathie und einem zärtlichen Blick für Sehnsüchte und Unvollkommenheiten ihrer Figuren.
Es ist der ausdrückliche Wunsch von Yasmina Reza, die selbst ausgebildete Schauspielerin ist, dass Anne- Marie „aus Gründen der Distanz und Allgemeingültigkeit“ von einem männlichen Schauspieler gespielt wird. Der erfolgreiche Schweizer Schauspieler Robert Hunger-Bühler – bekannt u. a. als Mephisto in Peter Steins legendärem „Faust“ – sicherte sich bei der Autorin, die ihn mehrfach auf der Bühne gesehen hat, höchstpersönlich die deutschsprachige Erstaufführung.

Die Aufführungen finden am 13. Oktober im Kulturhaus „Karl Schönherr“ in Schlanders und am 14. Oktober im Forum in Brixen statt. 
Informationen und Karten im Südtiroler Kulturinstitut unter 0471 313800.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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