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Globales Problem

Cristian Pattaro

Die Behandlung von Nierenversagen: Eurac Research veranstaltet eine Summer School für lösungsorientierte Forschung.

Junge Forscherinnen und  Forscher aus der ganzen Welt werden angeregt, wissenschaftliche Erkenntnisse in neue Behandlungsmethoden zu übersetzen

Biomedizinische Forschung zielt darauf ab, die biologischen Mechanismen hinter Krankheiten zu verstehen. Damit dieses Wissen sich in konkrete Lösungen zur Verbesserung menschlicher Gesundheit verwandelt, müssen Grundlagenforschung und Therapieentwicklung sich annähern; Voraussetzung ist, dass beide Seiten die Fähigkeiten und Möglichkeiten der jeweils anderen kennen.

In diesem Sinne will die Summer School junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befähigen, im Laufe ihrer Karrieren aus den Erkenntnissen der Grundlagenforschung neue Therapien oder Medikamente zu entwickeln. Die Sommerschule, mit einem international renommierten Dozententeam aus Italien, Deutschland, Frankreich, der Schweiz und  den USA, ist weltweit das erste wissenschaftliche Ausbildungsprogramm, das sich mit genetischer Epidemiologie der Nierenfunktion befasst.

„Genetische Epidemiologie der Nierenfunktion und chronischen Nierenerkrankung”:

So lautet der Titel der Sommerschule, für die 41 Anmeldungen aus 14 Ländern eingingen, unter anderem aus Ägypten, Uganda, Japan, Kolumbien und dem Iran. Eigentlich hätte sie in Bozen stattfinden sollen, auf Grund der Covid-19-Pandemie wird sie nun online abgehalten.

Ziel ist es, Forscherinnen und Forscher auszubilden, die in der Lage sind, innovative Lösungen für die Behandlung von Nierenversagen zu finden, einer weltweit zunehmend verbreiteten Erkrankung mit hoher Pflegebelastung. Kennt man die Gene, die die Nierenfunktion beeinflussen, und versteht ihre jeweilige Rolle, dann kann man  Medikamente entwickeln, die der Beeinträchtigung des Organs entgegenwirken und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.

Tatsächlich ist Nierenversagen ein globales Gesundheitsproblem: Mehr als 10 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung sind von der Erkrankung betroffen; stehen keine Therapien wie Dialyse oder Transplantation zur Verfügung, ist sie tödlich. In Europa leiden etwa 70 Millionen Menschen an einer geschwächten Nierenfunktion und haben damit ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder der Nieren. „Angesichts dieser Daten, und mit Blick auf die damit verbundenen Kosten für die Gesundheitssysteme, ist es unerlässlich, in die Forschung der Zukunft zu investieren, die in der Lage ist, die Distanz zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Entwicklung von Behandlungen zu verkürzen“, erklärt der wissenschaftliche Leiter der Sommerschule, Cristian Pattaro von Eurac Research.

Viele der Dozentinnen und Dozenten sind Mitglieder des internationalen Forschungskonsortiums CKDGen, geleitet von Cristian Pattaro (Eurac Research) und Anna Köttgen (Universität Freiburg), das in den letzten zehn Jahren entscheidend dazu beigetragen hat, das Wissen über die Genetik der Nierenfunktion zu erweitern.

Die Summer School wird durch das europäische Projekt TrainCKDis gefördert, finanziert über das Marie-Curie Innovative-Training-Network-Programm.

In Zusammenarbeit mit acht europäischen Universitäten, Pharma- und Bioinformatikunternehmen sowie öffentlichen und privaten Forschungszentren wird ein internationales Doktorandenprogramm für 15 Studentinnen und Studenten angeboten.

Eurac Research ist Partner des Projekts und hat seit einigen Monaten einen Studenten aus dem Iran zu Gast, der am Institut für Biomedizin für seine Doktorarbeit forscht.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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