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„Vorerst keine Einschränkungen“

Gesundheitsbezirk-Direktorin Irene Pechlaner über die Suspendierung der ersten ungeimpften Mitarbeiter an den Krankenhäusern von Meran und Schlanders, die Auswirkungen auf die Dienste und warum sie sich Sorgen macht. 

Tageszeitung: Frau Pechlaner, mit 45 ungeimpften Mitarbeitern von 115 entfielen bei den ersten Suspendierungen gemäß Draghi-Gesetz überdurchschnittlich viele auf den Gesundheitsbezirk Meran. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Irene Pechlaner: Meine Mitarbeiter sind ein Querschnitt der Bevölkerung. Im Westen Südtirols ist die Durchimpfungsrate generell sehr nieder, speziell im Oberen Vinschgau, in Passeier und in Ulten. Diese Haltung spiegelt sich auch im Mitarbeiterteam des Gesundheitsbezirks wider.

Es handelt sich vielfach um engagierte Mitarbeiter, die seit Jahren im Sanitätswesen arbeiten. Welche Beweggründe geben sie für ihre Entscheidung an?

So direkt habe ich nie mit ihnen darüber gesprochen. Für mich ist ihre Entscheidung sich nicht gegen Corona impfen zu lassen aber nicht recht verständlich. Wir sind ein Krankenhaus, müssen uns um Patienten kümmern und tragen somit eine gewisse Verantwortung. Vor allem auch den sehr fragilen onkologischen Patienten gegenüber, bei denen die Impfung nicht immer wirkt.

Können alle Dienste aufrechterhalten werden?

Derzeit können alle Dienste aufrechterhalten werden. Dies deshalb, weil nicht alle dieser 45 Mitarbeiter auf einen Schlag weg sind. Einige der Suspendierten sind in Mutterschaft, andere im Urlaub und wieder andere werden sich noch impfen lassen. Aber das war ja erst der Anfang, weitere Suspendierungen werden folgen. Wenn das bis Dezember so weiter geht, dann mache ich mir für kommenden Wochen und Monate schon große Sorgen.  

Gibt es eine Art Notfallplan?

Das Problem ist, dass wir aus Datenschutzgründen nicht vorab über die Ausfälle bzw. Suspendierungen informiert werden. Wir erfahren es von Tag zu Tag und konkrete Maßnahmen kann ich erst treffen, sobald ich fixe Daten habe. Klar ist allerdings, dass gewisse Dienste wie die Notaufnahme nicht eingeschränkt werden können. 

War die Impflicht notwendig, nachdem die Personaldecke im Gesundheitsbereich chronisch dünn ist?

Ich bin absolut fürs Impfen, bin selbst geimpft und rate jedem dringend dazu, es auch zu tun. Da habe ich gar keinen Zweifel. Über die Impfpflicht möchte ich nicht diskutieren. Gesetz ist Gesetz und das ist einzuhalten.

Wie wirkt sich die Impflicht auf die Teamgemeinschaft in den Krankenhäusern aus?

Es ist eine sehr schwierige Situation, da sich Lager bilden. Das ist ja auch klar, denn wenn einer nicht Dienst macht, dann muss der andere einspringen. Aber es ist uns gelungen, dass jeder Mitarbeiter trotzdem zwei Wochen in den Urlaub fahren kann.

Interview: Karin Gamper

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (29)

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  • kirke

    Das Gute an der ganzen Sache ist: Jetzt kann jeder sehen welche Brut sich an der Spitze des Sanitätsbetriebes ausgebreitet hat und wer sich dabei besonders hervor tut.
    Mitarbeiter sind Befehlsempfänger die zu gehorchen haben und jede Anregung oder Kritik ist Blasphemie!
    Die Angst vor der Wahrheit muß hier ja gewaltig sein.

    • mannik

      Und schon wieder Blödsinn. Wir sprechen hier von der Umsetzung eines Gesetzes der italienischen Regierung, die im Rahmen der Gesundheitsvorsorge primäre Befugnisse hat, d.h. das Land hat sich einfach daran zu halten. Mitarbeiter sind tatsächlich Befehlsempfänger, überall und immer, oder glauben Sie dass in einem Betrieb jeder einfach tut, was ihm in den Sinn kommt?
      Die Angst vor der Wahrheit muss bei Impfgegnern gewaltig sein, wie man an Ihren dummen Kommentaren sieht.

      • sigo70

        1. Es ist ein Gesetz, welches in der Sanität einen Notstand provoziert und somit der Gesundheit der Bevölkerung schadet.
        2. Weshalb muss geimpftes Personal weiter Schutzausrüstung tragen?
        3. Wie lässt sich dieses Gesetz mit dem Art. 32 der Verfassung vereinbaren?

        • mannik

          1. Einen Notstand verursacht es nicht, es erfordert höchstens Neuorganisation. Das Gesetz verursacht eher einen Notstand bei den Suspendierten. Die meisnte davon werden sich eines Besseren belehren lassen
          2. Das Personal trägt eigentlich immer Schutzausrüstung, im Kontakt mit fragilen Personen. Besonders in den Fällen, wo der Patient nicht geimpft ist, oder durch sein Alter gefährdet ist (im Alter nimmt die Immunantwort ab), denn – wie Sie sicher wissen – ist das Risiko, dass Geimpfte sich infizieren und damit infektiös sind, zwar sehr niedrig, aber nicht null.
          3. Sie wissen offenbar nicht was Art. 32 der Verfassung besagt und plappern nur nach, was Sie aus der Schwurblerecke hören. Glauben Sie denen nichts, die sind durch die Bank bescheuert.

    • leomair

      @kirke ja wo arbeiten sie denn ? Arbeitnehmer waren doch schon immer ”Befehlsempfänger“, oder wie würde das laufen wenn in einem Betrieb jeder das machen würde was ihm oder ihr gerade passt???

  • ahaa

    Zum Stich genötigt. Diskriminiert in der Öffentlichkeit. Zahlungsstop.
    Unterstützt von Menschen denen Missgunst eine Freude ist.

  • alsobi

    Südtirol samt seiner Politik inzwischen das Hetz und Denunziantenvolk Nr. 1 in Europa. Hoffentlich fliegen Euch die Klagen um die Ohren und die dafür Veranwortlichen wandern in den Bau.

  • schwarzesschaf

    Freu mich schon wenn bei der 4ten welle die ungeimpften zu hause bleiben müssen. Und ich hoffe das Kompatscher da da Militär zur Kontrolle einsetzt, denn wegen diesen Vollposten müssen nichtbdie geimpften mitleiden. Skifahren nur für geimpfte das kommt auch noch werdet ihr sehn

  • ollip

    In der Klinik in Innsbruck werden alle mit offenen Armen empfangen!!!

    – Fachausbildung wird hoch geschätzt
    – Deutsch/Zweisprachig
    – 3 Dienste 5 tage frei
    – freie Diensteinteilung
    – 33%. 66% oder 100%
    usw usw usw

    lasst Euch von der Sanität nicht verarschen!

    alles Gute Olli

    • ollip

      PS:
      – KEINE Impfpflicht!!

      • steve

        An der Uni Klinik Ibk wird es zwar im ersten Moment keine Impfpflicht geben im Zweiten kriegen sie dann tüchtig einen Stiefel in den Allerwertesten damit sie sich Impfen lassen.

      • mannik

        Na ja, das Bundesministerium spricht von moralischer Verpflichtung: „Das Personal in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen, welches Kontakt zu Patientinnen und Patienten oder mit infektiösem Material hat, sollte zum eigenen Schutz und zum Schutz der betreuten Personen nachweislich und ausreichend vor den durch Impfung vermeidbaren Erkrankungen geschützt sein, dies kann als moralische Verpflichtung gesehen werden.“

        Wenn sich in Österreich ein Sanitätsbediensteter nicht impft (die Impfung kann gemäß Epidemiegesetz übrigens genauso angeordnet werden wie bei uns), trägt er die gleichen Konsequenzen wie bei uns. Das Sanitätspersonal des Bundesheeres beispielsweise unterliegt der Impfpflicht. So lange sich der Großteil der Sanitätsbediensteten freiwillig impfen lässt, wie es in Österreich der Fall zu sein scheint, ist eine Pflicht auch nicht nötig.

    • ahaa

      Hilfe bei der Wohnungssuche hast vergessen.

  • lillli80

    „gesetz ist gesetz, und das ist einzuhalten.“ das ist mal ein argument solche führungspersonen wünscht man sich.

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