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Klingende Landschaft

Hirtenjungen nahe den Höfen Praulëta und Runcaudie in St. Christina. Fotoaufnahme von Wilhelm Lutz 17.09.1956, Archiv Museum Gherdëina.

Um die Kulturlandschaft zu verstehen und ihre Entwicklung positiv zu beeinflussen, genügt es nicht, sie visuell zu beurteilen. Die Landschaft müsse vielmehr mit allen Sinnen erfasst werden. Diese hoch interessante These wirft der Architekt und Philosoph Martino Mocchi im Rahmen eines Vortrags im Museum Gherdëina auf, mit dem am Freitag, 16. April eine Vortragsreihe zu Geschichte und Zukunft der Kulturlandschaft abgeschlossen wird.

In der westlichen Kultur, so Mocchi, werde die Qualität einer Landschaft ausschließlich nach ihrem Aussehen beurteilt und dieser Ansatz werde durch die Allgegenwart von Bildern noch weiter unterstrichen. „Dabei spielen multisensorische Elemente eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, eine Beziehung zu einer Landschaft aufzubauen, sie Teil unserer Identität werden zu lassen“, so Mocchi. Sich in einer Landschaft daheim und sicher zu fühlen, sei wiederum ein wichtiger Baustein zu deren Schutz und Erhaltung.

Es sei daher wichtig, den Blick auf die Kulturlandschaft und deren Entwicklung über die visuelle Komponente auszuweiten, erklärt Mocchi, der das Konzept des „Paesaggio sonoro“, der klingenden Landschaft, entwickelt hat. Dieses Konzept des Erfassens der Landschaft mit allen Sinnen steht im Mittelpunkt seines digitalen Vortrags für das Museum Gherdëina. Der Vortrag findet am Freitag, 16. April um 18.00 Uhr statt, die Teilnahme ist kostenlos, der notwendige Link dafür findet sich auf der Website www.museumgherdeina.it.

Mocchis Referat ist der letzte einer Reihe von Vorträgen zur Kulturlandschaft als historisch gewachsener Lebensraum, zu dessen Geschichte und Zukunft. Die beiden ersten in der Reihe, die Vorträge der emeritierten Professorin für Ästhetik an der Universität Pavia, Luisa Bonesio, sowie von Annibale Salsa, Kulturanthropologe und ehemaliger Präsident des italienischen Alpenvereins CAI, haben bereits großes Interesse geweckt. „Auch aus diesem Grund wollen wir die Reflexion über die Entwicklung unserer Kulturlandschaft nicht abreißen lassen und werden sie nach dem Vortrag von Martino Mocchi voraussichtlich im Herbst fortsetzen, wenn hoffentlich wieder Präsenzveranstaltungen möglich sind“, so die Direktorin des Museum Gherdëina, Paulina Moroder.

Die Vortragsreihe und deren geplante Fortsetzung knüpfen an das große Projekt „Mejes – Bauernhöfe in Gröden: Gedächtnis einer Landschaft“ an, mit dem das Museum Gherdëina in den vergangenen beiden Jahren auf das Verschwinden historischer Höfe und die Bedeutung von deren Erhaltung und Wiedergewinnung aufmerksam gemacht hat.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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