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Julias Appell

Julia Unterberger

Eine Öffnung der Skipisten am 18. Januar wird immer unwahrscheinlicher. Warum SVP-Senatorin Julia Unterberger der Landesregierung von einem Südtiroler Alleingang abrät.

Von Matthias Kofler

Die für den 18. Januar angepeilte Öffnung der Skigebiete steht auf wackligen Beinen. Die italienische Regierung wird in den kommenden Tagen ein neues Dekret erlassen, mit dem das Verbot, die eigene Region zu verlassen, verlängert wird. Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten rentiert sich für viele Skipistenbetreiber eine Öffnung nur bedingt, wenn keine Touristen ins Land kommen können. Angesichts der italienweit steigenden Fallzahlen wachsen in Rom die Zweifel, ob der Neustart der Wintersportsaison aus epidemiologischen Gründen überhaupt vertretbar wäre. Seit Oktober stehen die Lifte still. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Skigebiete Anfang des Jahres wieder für Freizeitsportler öffnen dürfen. Gesundheitsminister Roberto Speranza hatte den Termin vor einigen Tagen auf den 18. Januar verschoben. Viele Regionen und Provinzen hatten um einen Aufschub gebeten. Sie bräuchten mehr Zeit, um die Gesundheitsregeln in Pandemiezeiten anzupassen. Dabei geht es etwa darum, wie voll Lifte und Gondeln besetzt sein dürfen, um den Schutz vor Ansteckungen zu gewährleisten.

Julia Unterberger hofft zwar immer noch, dass die Pisten – wie geplant – am 18. Januar aufsperren können. „Es hängt aber alles von den Infektionszahlen ab“, betont die SVP-Politikerin. In einer Pandemie könne man nie mit Sicherheit sagen, was in einer Woche passieren werde. Wenn sich die Zahlen in den nächsten sieben Tagen – so wie es der bisherige Trend andeutet – weiter verschlechtern, müsse man die Öffnung der Skigebiete überdenken, meint Unterberger. Neben dem Ansteckungsrisiko vor und nach dem Skifahren, etwa im Sessellift oder in der Skihütte, führt die Senatorin ein weiteres Argument ins Feld: die Verletzungen durch den Skisport. Die Krankenhäuser stünden schon jetzt am Kapazitätslimit, eine zusätzliche Belastung durch die Skiverletzungen sollte daher unbedingt vermieden werden.

Julia Unterberger rät der Landesregierung von einem Südtiroler Alleingang bei der Pisten-Öffnung ab: „Nur wenn wir super Zahlen hätten und von Rom zu Unrecht keine Erlaubnis bekommen würden, wäre ein Alleingang vertretbar. Wenn wir im Vergleich zu den anderen Regionen schlechtere oder gleich schlechte Zahlen aufweisen, würde ich von einem Alleingang abraten. Denn sollte es schieflaufen, würde die Verantwortung beim Landeshauptmann liegen.“ Parteiintern wurde der SVP-Senatorin zuletzt vorgeworfen, dass sie es verabsäumt hätte, den 7. Januar als Termin für die Pistenöffnung schriftlich in einem Abkommen mit der Regierung festzuhalten. Diesen Vorwurf will Julia Unterberger nicht auf sich sitzen lassen: Sie sei in den Verhandlungen mit der Regierung nie für eine Öffnung am 7. Januar eingetreten, weil dieser verfrüht gewesen wäre. „Ich habe mich bei Ministerpräsident Giuseppe Conte dafür eingesetzt, dass die Seilbahnen öffnen können und andere Aktivitäten am Berg erlaubt werden und diese Nachbesserungen dann auch erhalten“, so die SVP-Politikerin.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (33)

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  • tiroler

    Madame Verliebt in Conte.
    Liebe macht blind…

  • sougeatsnet

    Die südtiroler Politik hat den großen Fehler gemacht die Öffnungen abhängig von der Anzahl der Schnelltest und von der zusätzlichen Schließung zu machen. Stattdessen hätte man dies wie in D abhängig von der Inzidenz Zahl machen sollen. Man hat Öffnungen versprochen, ohne den Erfolg der Maßnahmen überprüft zu haben. Ähnlich ist es bei den Sicherheitsprotokollen, viel Papier und in der Realität nichts wert, wie viele andere Dinge in unserer Bürokratie. PEC-Mail gibt es nur in I, PagoPa ein weiterer Unfug, cacheback, Scontrinilotterie,… es grüßt der bürokratische Unfug.

  • prof

    Hundertprozent wird nicht geöffnet,denn es wäre absurd bei solchen Infektions-Zahlen zu öffnen.Im Gegenteil es werden auch wieder die meisten Geschäfte schließen müssen.

  • vinsch

    wir hoffen noch die Skilifte am 18. öffnen zu können …. Wir hoffen, wir glauben, wir möchten ….. Sie verkaufen uns für blöd!“ Diese Versprechungen und Hoffnungen machen uns kaputt. Entweder oder! Aber wenn man uns sagen würde, dass Deutschland entscheidet und Rom dementsprechend handeln muss, dann gäbe es italienweit einen Aufstand. Die Zahlen sind mit oder ohne Gäste dieselben, das ist mittlerweile eine Tatsache. Eines ist sicher, die Autonomie haben Sie verspielt.

  • hallihallo

    bereits ende november , als das wort 3. welle gefallen ist, war klar , daß es heuer keine wintersaison geben wird. nur der lh und die julia, aber auch alle anderen hatten nicht den mut zu sagen , daß es so ist. auch weil man sich anscheinend nur beim wintersport ansteckt. aber jetzt waren keine touristen da und die zahlen sind trotzdem immer schlecht. aber in der industrie und im handwerk darf man immer arbeiten und sogar mit dem bus zur arbeit fahren. zeitweise dürfen sogar geschäfte und restaurants öffnen, obwohl die zahlen immer schlecht sind.
    entweder alles zu oder alles offen, aber damit würde man alle treffen und das traut man sich dann doch nicht.
    wenn den wie der lh sagt, wieder alle lockdown müssen, dann sollten mal alle 3 monate ohne gehalt und lohnausgleichkasse auskommen. dann ändern sich viele kommentare hier.

  • heinz

    Heuer öffnet kein Skigebiet.

  • zeit

    z.zeit verstäht man nichts mehr,der eine so und der andere anders.
    Und wenn sich jetzt noch die jule einmischt,ist alles aus.

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