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Der Impf-Plan

Wilma Flunger wurde als erste Südtirolerin geimpft

Bis Ende Jänner sollen das Sanitätspersonal, die Seniorenheimbewohner und die Pfleger geimpft werden. Wie das gelingen soll.

von Markus Rufin

Am Sonntag wurden in Südtirol die ersten Bürger gegen das Coronavirus geimpft. 145 Personen bekamen den Impfstoff von Biontech und Pfizer verabreicht. Bis Ende Jänner sollen zunächst Sanitätsmitarbeiter, Bewohner der Seniorenheime und auch das Personal in den Seniorenwohnheimen geimpft werden. In Südtirol sind das 27.500 Personen.

Das Land hat bereits einen Impfplan vorbereitet, der vorsieht, dass die Impfung in allen sieben Krankenhäusern des Landes verabreicht wird. Am Donnerstag war es dann so weit. Nachdem am Mittwoch die 5.850Impfdosen, die für Montag versprochen waren, eintrafen, wurde in allen Krankenhäusern des Landes geimpft.

Ist der Impfstoff erst mal da, gebe es keine Probleme bei der Verabreichung des Impfstoffes: „Wenn wir also rechtzeitig Bescheid bekommen, ist es für uns kein Problem, die Impfungen durchzuführen.“ Dazu sei aber unbedingt Planungssicherheit notwendig, meint Gesundheitslandesrat Thomas Widmann.

Laut Widmann wurden alleine in Bozen gestern 400 Impfungen (nicht nur Corona) verabreicht. Auch in den anderen sechs Krankenhäusern sollten rund 400 Impfdosen pro Tag verabreicht werden. „Theoretisch wäre es also möglich, die Personen, die in der ersten Phase geimpft werden sollen, innerhalb einer Woche zu impfen“, erklärt Widmann.

Derzeit ist das Land aber von den Lieferungen des Staates abhängig. Das Land erhält die Impfdosen nicht auf einen Schlag, sondern von Woche zu Woche. Sollte sich der Zivilschutz in Rom aber an die Pläne halten, sollten Anfang des kommenden Jahres wieder mehrere Tausend Impfdosen geleifert werden, berichtet der Gesundheitslandesrat. Die Impfzentren selbst, werden dann in den Krankenhäusern eingerichtet.

Nur die Altenheimbewohner müssen vor Ort durch Trupps geimpft werden. Aber auch das sei aus organisatorischer Sicht kein Problem für den Sanitätsbetrieb, so Widmann. In nur einem Vormittag könnte alle Bewohner größerer Seniorenwohnheime durchimpfen.

Wie schnell Südtirol also die Bevölkerung impft, hängt davon ab, wie zuverlässig und schnell die Impfdosen auf nationaler Ebene verteilt werden. Hält sich der Staat an den Plan, wären Ende Jänner also 27.500 Personen in Südtirol geimpft.

Immer noch unklar ist, was anschließend passiert. Zwar steht laut dem italienischen Gesundheitsministerium fest, dass Italien bis zum Ende des ersten Trimesters 2021 (Ende März) insgesamt 28,269 Millionen Impfdosen von insgesamt vier Impfstoffherstellern erhalten wird, wann diese aber unter den Regionen verteilt werden, wurde noch nicht bekannt gegeben.

Aus demselben Grund steht noch nicht fest, wer als nächstes geimpft wird. Landesrat Thomas Widmann geht aber davon aus, dass in den kommenden Monaten gleich mehrere Impfstoffe auf den Markt kommen werden: „Wenn es die Protokolle zulassen, wäre es dann auch möglich, ins Ausland zu fahren, und sich dort impfen zu lassen. Ob das aber auch eintritt, weiß ich nicht.“

Zwar sei es eigentlich logisch, dass sich der Staat darum bemühe, so viele Personen wie möglich zu impfen, sagt Widmann, aber ob das dann auch am Ende der Fall sei, müsse man sehen.

Auch Generaldirektor Zerzer sieht das so. Momentan müsse man sich auf den Staat verlassen und spontan auf die Lieferung des Impfstoffes reagieren. Lieber wäre ihm aber ein anderes System: „Wenn wir wüssten, wie viele Impfdosen wir bis März erhalten, könnten wir in Südtirol eine Massenimpfung – ähnlich wie beim Massentest – organisieren. Und das wäre für uns einfacher.“ Eine längerfristige Planung ist derzeit aber nicht möglich. „Zu unserem Leidwesen“, sagt Zerzer.

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