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„Bürger wollen Sicherheit“

Die einzige Möglichkeit, Weihnachten im erweiterten Familienkreis zu verbringen, ist ein negatives Testergebnis. Wo man sich testen lassen kann und wie viel die Tests kosten.

Weihnachtszeit ist Familienzeit. Doch Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte möchte die Corona-Maßnahmen vor Weihnachten sogar verschärfen, um Kontakte zu vermeiden. Einzige Möglichkeit, dennoch im erweiterten Familienkreis Weihnachten zu feiern, ist ein negatives Corona-Testergebnis.

Viele Südtiroler möchten vor Weihnachten deshalb einen Antigentest durchführen lassen. Das bestätigt auch Matteo Bonvicini, Präsident des Verbandes der Südtiroler Apothekeninhaber: „Die Menschen wollen sicherstellen, dass sie Weihnachten mit ihren Familien verbringen können. Die Apotheken geben damit zum einen den Bürgern Sicherheit, zum anderen entlasten sie den Sanitätsbetrieb.“

Doch wie genau läuft der Test ab, wie viel muss man bezahlen und wo kann man ihn machen. Bonvicini klärt auf:

Tageszeitung: Wie viele Apotheken in Südtirol führen die Antigen-Schnelltests durch?

Matteo Bonvicini: Derzeit beteiligen sich 40 Apotheken daran. Viele haben bereits beim Massentest mitgeholfen, dabei wurden mehr als 20.000 Schnelltests durchgeführt. Das war eine sehr wichtige Arbeit. Nicht dazugezählt werden jene Tests, die vor dem Screening gemacht wurden. Nach dem Massentest haben wir uns mit dem Sanitätsbetrieb und Covid-Einsatzleiter Patrick Franzoni zusammengesetzt, um über das weiter Vorgehen zu beraten.

Wie wird es nun weitergehen?

Seit Montag und bis Samstag konnten all jene, die beim Massentest mitgeholfen haben, einen kostenlosen Antigen-Schnelltest in den Apotheken durchführen. Ab nächster oder übernächster Woche beginnen die repräsentativen Stichproben, bei dem 4.000 Personen getestet werden. Diese können sich entweder an die Apotheken oder an die Stellen des Weißen und Roten Kreuzes wenden.

Wie werden diese Stichprobentests ablaufen?

Die Details stehen noch nicht fest, aber auch für diese Personen, die vom Sanitätsbetrieb oder vom Roten Kreuz kontaktiert werden, müssen nichts für den Test zahlen. Wir müssen noch klären, wie bestätigt werden kann, dass die Personen eine Einladung des Sanitätsbetriebes bekommen haben. Die Personen selbst werden wohl eine Liste erhalten mit Apotheken und Stationen des Roten und Weißen Kreuzes, in denen man sich testen lassen kann. Der Bürger kann dann den Test vormerken. Natürlich ist das auch beim Hausarzt möglich.

In der Region Venetien setzt man auf den Selbsttest. Ist dieser auch in Südtirol erhältlich?

Nein, wir haben bisher weder Angebote von produzierenden Firmen noch eine Bestätigung vom Sanitätsbetrieb erhalten, dass diese Tests zulässig sind. Sie können zwar ein wirksames Instrument sein, bergen aber auch eine große Gefahr in sich. Wenn der Test nicht richtig durchgeführt wird, könnte es viele falsch positive oder falsch negative Personen geben. Der Selbsttest könnte also letzten Endes zu großen Verwirrungen führen. Die einzigen beiden Tests, die zugelassen sind, sind also der Abstrich und der Antigentest.

Wie viel kostet der Antigentest in den Apotheken?

Apotheken bieten zwei Arten von Tests an. Es gibt den serologischen Test, der zum Nachweis von Antikörpern dient. Dieser kostet sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene zwischen 20 und 30 Euro. Beim Antigentest wurde uns vom nationalen Verband vorgeschrieben, dass dieser zwischen 50 und 70 Euro kosten soll. Gleichzeitig erhält man aber auch ein Dokument, das beispielsweise Geschäftsreisen erlaubt.

Warum ist der Antigentest so teuer?

Der serologische Test kann vom Apotheker selbst vor Ort durchgeführt werden, beim Antigentest ist es aber nötig, eine externe Struktur zur Verfügung zu stellen und es braucht eine ausgebildete Fachkraft, beispielsweise einen Pfleger oder eine Pflegerin, die den Test durchführt. Damit sind also Kosten für die Apotheken verbunden.

Die Preisspanne zwischen 50 und 70 Euro ist recht groß. Warum?

Die Preise unterscheiden sich, weil sie mit der Verfügbarkeit des Personals zusammenhängen. Es ist viel einfacher, einen Pfleger in Bozen zu finden, als im Hochpustertal. Außerdem ist es so, dass eine Schachtel Schnelltests mehr kostet als 20, 30 oder 50.

Wie groß ist der Aufwand, der für Apotheken durch die Antigentests entsteht?

Der Aufwand ist natürlich groß, weil viel Aufmerksamkeit und Konzentration abverlangt wird. Es gibt Vorschriften, wie die Desinfizierung des Testortes, die der Sanitätsbetrieb vorschreibt und eingehalten werden müssen. Außerdem hat ein positives Testergebnis Auswirkungen auf die Apotheke selbst. Denn wir müssen vor allem die Gesundheit unserer Mitarbeiter sicherstellen, um den Dienst weiter aufrecht zu erhalten.

Interview: Markus Rufin

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (17)

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  • kirke

    Seht euch mal ganz genau an, wohin diese Teststäbchen gesteckt werden und welchen Zweck die dort vorhandene Barriere hat, die mit diesem Test leicht beschädigt werden kann.

    • andreas

      Hast Recht, die Schutzkleidung dient nur dazu zu verschleiern, dass dir da Reptiloiden einen Microchip von Bill Gates ins Hirn schieben, wobei sie in Ermangelung von Verankerungsmöglichkeiten bei Leuten wie dir keinen Erfolg haben werden.

      Ich bin „aufgewacht“ und habe „nachgedacht“, wie von manchem Legastheniker empfohlen und bin zu diesem Schluß gekommen. 😉

  • andreas

    Der Antigentest kostet zwischen 4 und 10 Euro und bei 50 bis 70 Euro je Test, sollte sich für die 3 bis 5 Minuten Arbeit je Test Personal finden lassen.
    Ein lukratives Geschäft für Apotheken und typisch für diese, welche teilweise so tun als würden sie aus reinem Altruismus arbeiten.

  • batman

    EIN TEST ALS WEIHNACHTSGESCHENK AN SICH SELBST FÜR EIN TICKET IN DIE FREIHEIT

  • kritiker

    Vorsicht vor der Kirke. Verwandelt Männer in Schweine!

  • batman

    IMPFAUSWEIS?

    Gleichzeitig erhält man aber auch ein

    Dokument, das beispielsweise

    Geschäftsreisen erlaubt.

  • gestiefelterkater

    Die totale Machtergreifung der Irren geht wohl langsam dem Höhepunkt zu.

    Die Coronairren sollten sich zusätzlich zur Windel noch einen Nudelsieb aufsetzen, der schützt vor Regen und Vieren die auf den Weihnachtsbäumen lauern und auf ihre Wirtstiere springen.
    Weihnachtsbäume sollten, nein müssen sich vor dem Schmücken auf Coronaviren getestet werden. Weihnachtsschmuck aus China ist unbedenklich, Coronaviren neigen dazu seekrank zu werden und vermeiden deswegen längere Seefahrten auf Containerschiffen, Selbiges gilt natürlich auch für Südtiroler Markenspeck!

  • keinpolitiker

    @ Tageszeitung

    Hallo ihr Schreiber der Tageszeitung, ich bin der Meinung, die Menschen wollen endlich in Ruhe gelassen werden von diesen Meldungen und von der gesamten Corona-Angstmacherei.

    Sicherheit gibt es schon lange keine mehr, weil ihr jeden Tag aufs Neue, den Menschen Angst macht und Lügen verbreitet.

  • sougeatsnet

    Man mus offensichtlich älter werden um Zusammenhänge zu begreifen, den Richter Edoardo Mori schreibt: „Das Internet ist voll von Werbung und anderen Erzählungen, denen jegliche Rationalität abgeht. Das wird von Leuten, die Angst haben, also den meisten, als Reaktion auf diese aufgesogen. Wenn also jemand behauptet, es gebe das Virus nicht, trifft er auf fruchtbaren Boden. So ist es bei Sekten und Verschwörungstheorien. Dabei sollte es dem Menschen ja darum gehen, wie Schopenhauer gesagt hat, nicht zu glauben, sondern zu wissen.“
    Das mit dem Wissen ist bei vielen Schreibenden hier so eine Sache!

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