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Im Rückwärtsgang

 

Der Bus fährt nach Antholz hinein – und rückwärts wieder raus. Weil es im Dorf zu eng zum Wenden ist, bevorzugen manche Fahrer diese Lösung. Aber der rückwärts fahrende Bus stellt eine potentielle Gefahr dar.

von Silke Hinterwaldner

„Zum Glück“, sagt ein Anwohner, „ist bisher noch nichts Schlimmes passiert. Das ist aber nur ein glücklicher Zufall.“ Denn gerade im Hochsommer halten sich in Antholz auch viele Gäste auf, die Straßen sind belebt, Eltern mit Kinderwagen und Kleinkinder sind unterwegs – da ist ein Bus, der mit Schwung rückwärts fährt, eine potentielle Gefahr.

Aber warum fährt der Linienbus in das Dorf vorwärts hinein und rückwärts wieder heraus? „Weil die Straßen sehr eng sind und die Zufahrten auch“, sagt Georg Zingerle, bis vor kurzem Vizebürgermeister von Rasen Antholz und amtierender Präsident beim Tourismusverein. Die Gemeinde arbeite mittlerweile schon lange an einer Lösung für die verzwickte Situation, ein Vorschlag liegt auf dem Tisch. Er muss nur noch umgesetzt werden. Demnach soll irgendwann der Bus ganz einfach nach Antholz hineinfahren und am Ortsende das Dorf wieder verlassen.

Die Ausgangslage: Eigentlich sollten alle Busse, die Antholz ansteuern, im Ort wenden. Aber weil es dort eben eng und umständlich ist, bevorzugen manche Busfahrer den Rückwärtsgang. Das ist auch einigen im Dorf lieber, weil ihnen so die umständlichen Busmanöver erspart bleiben. Aber im Umkehrschluss ist der rückwärts fahrende Bus den anderen ein Graus. Wenn der Busfahrer die Schleife im Dorf nicht fahren will, muss er insgesamt rund 50 Meter rückwärts zurücklegen und das gleich zwei Mal auf der Strecke zum See. Dazu kommt: Sobald er den Rückwärtsgang einlegt und die Schleife auslässt, spart der Busfahrer auch Zeit.

Das Problem muss gelöst werden. Darin sind sich eigentlich alle einig. „Die neue Verwaltung“, sagt Zingerle, „wird die Bauleitplanänderung vornehmen, die Voraussetzungen dafür wurden bereits geschaffen.“ Dann sollte der Bus Antholz dort verlassen, wo ohnehin eine neue Wohnbauzone entsteht.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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