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„Belastende Momente“

Daniela Höller und der LH

„Auch junge Menschen können eine schwierige und dunkle Phase durchmachen.“ Kinder- und Jugendanwältin Höller fordert die Gesellschaft auf, Kindern und Jugendlichen zuzuhören und mit ihnen einen offenen Dialog zu führen.

Der 10. September ist ein Datum, dem besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte: Es ist der Welttag der Suizidprävention. „In Südtirol nimmt sich im Durchschnitt fast jede Woche eine Person das Leben und jeden Tag unternehmen ein bis drei Menschen einen Selbstmordversuch. Gefährdet sind vorallem psychisch Kranke, insbesondere solche, die an Depressionen leiden, und Suchtleidende. Die Selbstmordgefahr steigt auch bei Menschen, die sich in einer Krisenzeit befinden. Auch junge Menschen können eine schwierige und dunkle Phase durchmachen und aus diesem Grund zu den so genannten Risikogruppen gehören“, sagt die Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller, die auch die Notwendigkeit unterstreicht, offen und ohne Tabus über dieses Thema zu sprechen: Selbstmord ist ein komplexes Phänomen, aber man kann vorbeugen.

Im Rahmen ihrer Präventions- und Sensibilisierungstätigkeit wendet sich die Kinder- und Jugendanwältin an das ganze Land und fordert die Gesellschaft auf, ein wachsames Auge auf unsere Mädchen und Jungen zu haben. „Teenager werden manchmal mit sehr belastenden Momenten konfrontiert. Es handelt sich um Missverständnisse in der Familie, Streitigkeiten mit Freunden, Mobbing und Cybermobbing, schulische Schwierigkeiten. Es ist wichtig, mit jungen Menschen zu sprechen, einen offenen Dialog zu führen, ihren Anliegen zuzuhören. Jedes Alter bringt seine Herausforderungen mit sich, machen wir nicht den Fehler, die Hindernisse, mit denen Mädchen und Jungen konfrontiert sind, herunterzuspielen.“

Um dem Phänomen Suizid besser begegnen zu können und das vorhandene Fachwissen zusammenzuführen, wurde 2017 auf Landesebene das Netzwerk Suizidprävention gegründet. Ziel des Netzwerks ist es, die Suizidprävention zu verbessern, indem es versucht, bereits bestehende Angebote und Dienstleistungen sichtbarer zu machen und Menschen, die zu Selbstmordversuchen neigen, und ihren Familien gezielt Hilfe zu leisten. Das Netzwerk besteht aus mehr als 20 Partnern aus dem öffentlichen und gemeinnützigen Bereich und wird von der Caritas, der EOS Genossenschaft, dem Forum Prävention, Telefono Amico, von Vertretern der psychiatrischen und psychologischen Dienste, der Freien Universität Bozen, der Notfallseelsorge sowie der Deutschen und Italienischen Bildungsdirektion koordiniert. Im Jahr 2019 trat auch Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller dem Netzwerk bei. „Kinder und Jugendliche müssen über die Dienste im Lande informiert werden, die sie in einem schwierigen Moment unterstützen können. In diesem Zusammenhang möchte ich an ein Zitat aus der Harry-Potter-Saga erinnern, die sich gerade bei jungen Menschen großer Beliebtheit erfreut: „Freude kann man selbst in Zeiten der Dunkelheit finden. Man darf bloß nicht vergessen ein Licht leuchten zu lassen.“, so Höller abschließend.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (3)

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  • n.g.

    Wessen Sprache sollte man sprechen wenn man mit Jugendlichen spricht? Die Sprache der Politk, Prävention usw. ….? Die der Eltern mit erhobenem Zeigefinger und „früher wars so“? Die Sprache der Politik und der Eltern die oft vom Leben eines Jugendlichen in der heutigen Zeit keine Ahnung haben?
    Oder sollte man die Sprache sprechen, die man SELBST erlernt und erlebt hat!
    Warum sind Streetweorker die Vieles am eigenen Leib erfahren haben am erfolgreichsten?
    Es wird erwartet, dass Jugendliche Seelsorge Hotlines anrufen, irgendwelche präventive Broschüren lesen oder sich Eltern anvertrauen die von nichts ne Ahnung haben!
    Das ist der FALSCHE WEG!
    Gerade im online Bereich. Wer von den Verantwortlichen hat da Erfahrung. Wer weiss wirklich wo sie sund, was sie erleben ohne das sekbst erlebt zu haben!? Nicht irgendwo gelesen, einen Bericht gesehen zu haben, ich spreche von selbst ERLBEN.
    Ein Alkoholiker wird nur einem Ex Alki wirklich vertrauen, ein Drogensüchtiger nur jemandem glauben der es selbst …! Nur jemand der selbst Mobbing im Netz etlebt hat, weiß wie es ist!
    Die Jugendlichen werden alleine gelassen und nur mit BLABLA von im Grunde unwissenden Leuten wird ihnen nicht geholfen!

  • n.g.

    Warum ist es si, dass ich Jugendliche kenne, auch unter Verwandten, die zwar mit mir über solche Themen sprechen aber es niemals mit ihren Eltern tun! Weil sie wissen, dass ich das alles selbst erlebt hab!

  • n.g.

    Traurig! Gehts um 600€, Wolf, Bär… gibts hier tausend Komentare. Kinder und Jugendliche, NICHTS. Das ist Südtirol, die Gesellschaft!

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