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„Schweiz hui, Brenner pfui“

Lkw-Stau (Foto: STF)

Auf Grundlage neuer Daten bekräftigt der Dachverband für Natur- und Umweltschutz die Forderung nach einer höheren Lkw-Maut und der Abschaffung des Dieselprivilegs.

Die Schere der Transitbelastung zwischen der Schweiz und dem Brenner geht immer weiter auseinander. Darauf macht der VCÖ in einer Aussendung aufmerksam, bei der er auch gleich zwei konkrete Forderungen stellt: die Einführung einer EU-weiten LKW-Mindestmaut und die Abschaffung des Dieselprivilegs.

Diese und weitere Forderungen hat der Dachverband für Natur- und Umweltschutz im Netzwerk der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA bereits im April an die politischen Entscheidungsträger der europäischen Alpenstaaten gerichtet. „Wir ersuchen unsere politischen Vertreter in Rom und Brüssel, sich für die von uns gestellten Forderungen stark zu machen“, so der Dachverband.

Er meint:

„Die vom VCÖ aufbereiteten und publizierten Daten zeigen es eindeutig: Die Schweiz hat mit einer kohärenten Bemautungs- und Verlagerungspolitik den LKW-Transit durch die Schweiz in den letzten zehn Jahren um ein Viertel senken können. Im selben Zeitraum stieg der LKW-Transit über den Brenner um ein Drittel. Im vergangenen Jahr fuhren damit über den Brenner bereits dreimal so viele Lasten- und Sattelzüge wie über alle Schweizer Alpenpässe zusammen. Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist klar: Die Route über den Brenner ist insgesamt billiger als über die Schweiz.“

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz weiter:

„Geringere Bemautung und billigerer Diesel-Treibstoff machen für die Transporteure auch einen Umweg von bis zum 300 Kilometer pro Richtung noch lukrativ. Die Forderung des VCÖ nach einer LKW-Mindestmaut in der EU und der Abschaffung des Dieselprivilegs deckt sich auch mit den langjährigen Forderungen des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz. Damit würden endlich die Ursachen für den steigenden LKW-Transit über die Brennerachse mit all seinen negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt wirkungsvoll bekämpft.

Mit der Überarbeitung der Eurovignetten-Richtlinie der Europäischen Union hätte man endlich auch das richtige Werkzeug in der Hand, um diese Maßnahmen gesetzlich verankert umsetzen zu können. Hierzu haben die CIPRA-Organisationen, dessen regionaler Vertreter der Dachverband für Natur- und Umweltschutz ist, Ende April einen Forderungskatalog zur Verbesserung und Schärfung des vorliegenden Entwurfs für die neue Eurovignetten-Richtlinie an die politischen Entscheidungsträger der Alpenländer geschickt.

So ging dieser Forderungskatalog auch an die Südtiroler Vertreter in Rom und Brüssel mit dem Ersuchen, sich im Sinne des Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschutzes für diese notwendigen Verbesserungen stark zu machen. Gerade im Hinblick auf die besonders belastete Situation Südtirols entlang der Brennerroute.

Am 28. September treffen sich die Verkehrsminister der EU unter deutschem Vorsitz. Wir hoffen, dass bereits im Zuge dieses Ratstreffens die Weichen für eine wirkungsvolle Eurovignetten-Richtlinie gestellt werden.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (10)

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  • bernhart

    Liebe Herrn und Damen vom Umweltschutz und Dachverband ,ich bitte euch einmal nachzudenken, wer die ganzen Mauten und Diesel erhöhung bezahlt , am ende des Liedes bezahlt der Endverbraucher und das ist die Familie und der Arbeiter, was bring es wenn künstlich alles teurer wird,seit ihr so naiv und glaubt der Frächter übernimmt die Mehrkosten??
    Am ende schadet ihr nur den kleinen Bürger.

  • bernhart

    Förderungen für unnötige Transporte sowie Riimporte sollen verboten werden.

  • nachrichtenleser

    Liebe Umweltschützer, habt ihr euch auch mal gefragt warum über die Schweiz weniger Lkw’s fahren, nähmlich weil dort fast überall über 28 Tonnen Gesamtgewicht Fahrverbot ist.
    Sotten wir Verhältnisse schaffen, wie die Schweiz, würden für die gleiche Menge Ware statt ein Lkw – 2 Lkw’s fahren. Ob das Umweltschutz ist wage ich zu bezweifeln. Also mal Hirn einschalten

  • bernhart

    Einkommen der >Schweizer Artbeiter ist nicht mit unserm Einkommen
    vergleichbar.

  • sara

    Absolut notwendige und längst fällige Maßnahmen. Dazu noch das Tutor-System und Tempolimits. Das Argument, dass der Endverbraucher die Kosten trägt, ist reine Erpressung. Zurzeit zahlen v.a. die Bürger an der Brennerautobahn einen viel zu hohen Preis. Vielleicht kann man manchmal ja auch auf das eine oder andere verzichten, das Konsumverhalten etwas überdenken und gleichzeitig einheimische Produktionen fördern. Luft- und Lebensqualität sind wertvoll und notwendig.

    • yannis

      >>>>>das Konsumverhalten etwas überdenken und gleichzeitig einheimische Produktionen fördern…

      würde dann bedeuten dass die Schweine für den Südtiroler Speck dann auch „einheimsich“ produziert werden müssten, oder die Speckproduktion für den Nordeuropäischen Markt dorthin zu verlagern.
      Würde bei den Äpfeln genauso nötig sein, oder die Südtiroler essen alle ihre Äpfel selbst.

  • paul1

    @yannis… denk einfach ein bisschen nach, glaubst du im Ernst Südtiroler Schweinemest würde den Bedarf der Südtiroler Speck Produzeten decken? Wo sind in Südtirol die grosse Schweinezucht, die täglich tausende von Schweinen an die Speck Produzenten liefern könnten?? .

  • paul1

    Korrektur

    @yannis… denk einfach ein bisschen nach, glaubst du im Ernst Südtiroler Schweinemest würde den Bedarf der Südtiroler Speck Produzenten decken? Wo sind in Südtirol die grossen Schweinezuchten, die täglich tausende von Schweinen an die Speck Produzenten liefern könnten?? .

  • thefirestarter

    Der Rubel muss rollen, nicht die Gesundheit zählt, nicht die Zukunft sonder nur das hier und jetzt.

    Es braucht mehr als nur eine COVID-19 um hier ein umdenken zu erreichen.

    Das fängt damit an das gewissen Volksvertretern 15.000 € brutto im Monat nicht zum leben ausreichen und hört damit auf das es noch immer Steueroasen gibt, wo es doch ein Klax wäre, sofern es den politischen Willen dazu gäbe, diese zu schliessen.

  • tirolersepp

    Das System ist falsch, der neoliberale Kapitalismus bringt dies mit sich, da gibt es keine kurzfristige Lösung, leider !

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