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Kein Einspruch

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Die Europäische Kommission hat keinen Einspruch gegen das von Italien geplante Dekret über die verpflichtende Herkunftsangabe bei verarbeitetem Schweinefleisch, wie Schinken und Wurstwaren, eingelegt.

Anfang Juli ist die Frist für den Einspruch verfallen, ohne dass aus Brüssel ein Einspruch erfolgt wäre, sodass die neuen italienischen Bestimmungen als akzeptiert gelten.

Im Dezember 2019 hatte Italien mitgeteilt, im Sinne der EU-Verordnung 1169/11 im Versuchswege (bis 31.12.2021) die verpflichtenden Herkunftsangabe von Schweinefleisch als Zutat (z.B. in Wurstwaren, Aufschnitt, Fertiggerichten) einführen zu wollen.

Laut dem italienischen Landwirteverband „Coldiretti“ stammt bei 3 von 4 in Italien verkauften Schinken das Fleisch aus dem Ausland, vorwiegend aus großen Schlachthöfen aus Nordeuropa. Das zeigte sich, laut Coldiretti, auch jüngst beim Fall Thönnies, einem Fleischlieferant aus Nordrhein-Westfalen, der unter anderem nach Südtirol und Italien liefert, und der durch eine hohe Anzahl von positiv auf Covid 19 getesteten Mitarbeitern in die Schlagzeilen geraten war.

Was wird in Zukunft auf den Etiketten aufscheinen müssen?

Das Dekret über die Herkunft soll in Kürze im Amtsblatt veröffentlicht werden. Nach seinem Inkrafttreten müssen die Produzenten leserlich auf den Etiketten folgende Informationen angeben*:

– Geburtsland: (Land in dem das Tier geboren wurde)
– Aufzuchtland: (Land in dem das Tier aufgezogen wurde) – Schlachtland: (Land in dem das Tier geschlachtet wurde)

Wenn das Fleisch von Schweinen kommt, die im selben Land geboren, aufgezogen und geschlachtet wurden, kann die Herkunftsangabe als „Herkunft: (Land)“ angegeben werden.

Die Angabe „100% italienisches Produkt“ darf nur dann verwendet werden, wenn das Fleisch von Schweinen stammt, die in Italien geboren, aufgezogen und geschlachtet wurden, und die Verarbeitung in Italien erfolgt.

Wenn die Schweine in mehreren Staaten geboren, aufgezogen oder geschlachtet wurden, kann die Angabe als „Herkunft: EU“, „Herkunft: Nicht-EU“ bzw. Herkunft „EU und Nicht-EU“ angegeben werden.

„Dieses Dekret bringt mehr Transparenz, dadurch können Verbraucher und Verbraucherinnen bewusster entscheiden“ meint VZS-Geschäftsführerin Gunde Bauhofer. „Gerade bei Fleisch- und Wurstwaren, wo so viele Aspekte – wie z.B. Tiertransporte und Tierwohl – eine Rolle spielen, ist transparente Information entlang der Lieferkette ein langjähriges Anliegen der KonsumentInnen. Viele wünschen sich auch ein EU- weites Label zum Tierwohl, um auch diesen Aspekt in die Kaufentscheidung einfließen lassen zu können.“

Das Dekret, das von den Ministerien für Umwelt, für Gesundheit und für wirtschaftliche Entwicklung gezeichnet wird, ist Teil der Europäischen Strategie „From Farm to Fork“, die dem sogenannten „EU Green Deal“ zugehörig ist. Ziel dieser Strategie ist Nachhaltigkeit entlang der ganzen Lieferkette: von der Produktion über die Verteilung bis zum Verbrauch, mit gleichzeitiger Verringerung und Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (13)

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  • thefirestarter

    Könnte eng werden für unsere Speckproduzenten.

    Abe rist schon lange überfällig.

    Die einzige Hoffnung ist das es halt mal wieder alla Italiana gemacht wird.

    • mannik

      Weshalb sollte es eng werden? Es ist ja nur eine Herkunfstangabe des Rohmaterials. Die Verarbeitung findet immer noch in Südtirol statt und um die geht es letztlich.

      • yannis

        Ja ja sicher Südtiroler Speck wird mi „ggA“ den Leuten untergejubelt obwohl alles daran außer das Selchen NICHT aus Südtirol stammt.

        • mannik

          Bearbeiten, Würzen und Räuchern erfolgen in Südtirol und das macht im Grunde den Speck aus, nicht das Fleisch als solches. Oder glauben Sie Teigwaren, die in Italien mit russischem Weizen hergestellt werden sind keine italienischen Nudeln?
          Der Audi aus Ingolstadt, der mit Aluminium aus China hergestellt wird, ist kein deutsches Auto?

          • yannis

            ganz zufällig habe ich über dreißig Jahr mit dem Aluminium woraus Aud´s gefertigt werden zu tun, und ich arbeite NICHT in China.

          • yannis

            Ah ha, demzufolge ist der Hauptbestandteil eines Produktes nebensächlich, es genügt also importierte Würze und Rauch aus Buchenholz (in Südtirols Wäldern wachsen haufenweise Buchen) dran zu schmieren und es ist ein reines Südtiroler Produkt.
            Ich finde es immer lustig wie sich manche auch noch beim eigenen Essen selbst in die Tasche lügen.

  • kirke

    Wozu haben wir auch in Rom Personal?
    Die sollen gefälligst solche Lügengesetze verhindern!
    Südtiroler Speck ist Orginal Südtirolerisch!

    • yannis

      Wie schon geschrieben, Südtiroler Speck ist Orginal DE, NL, DK, orginal ist nur dass er quer durch Europa gekarrt wird bis er endlich mit ein bisschen Selchen Südtiroler Speck wird.

    • meintag

      Und laut Stempel hatte das Schwein einen Südtiroler Vater.
      In Deutschland haben diese Woche die Schweinemäster dazu aufgerufen dass ihre Schweine „unverzüglich“ zu exekutieren sind da Sie durch die CovidSperre zuviel Kilos zugelegt haben.

  • tirolersepp

    Fleisch bzw. Lebensmittel müssen billig bleiben, ansonsten funktioniert das System nicht mehr, dann müsste der Konsument/Arbeiter einen höheren Lohn bekommen um sich teurere Lebensmittel zu leisten, dann kann sich der Arbeitgeber einen Mercedes weniger kaufen – nö nö das wird wohl nicht passieren !

  • franz1

    Wem follt a settando Bledsinn ein?
    Wie konn der Metzger sogn des „kilo Fleisch“ kimmp van Nochborn….
    Denn am „verpackten Vaschierten“ sieht nemand eine Herkunftsnummer, do isch lei mehr es Vertrauen dass der Metzger im Laden die Wohrheit sogt.
    Beim gekochten (ganzen) Schinken sieht man auf der Schwarte die Herkunftsnummer – Land, Zerlegebetrieb…. – das auch nur im Besten Fall, dass diese „Schwarte“ nicht bei einem anderen Fleischbetrieb eingekauft wurde.
    Das nach dem Zerlegen des Schweins … ist die Nachverfolgbarkeit – wenn wir uns ehrlich sind – nicht mehr gegeben!!!
    Auf die Verpackung kann alles mögliche gedruckt werden, Papier ist geduldig.
    China lässt grüßen, da wartet schon die nächste zu startende Pandemie, das „G4“ diesmal aus der Schweinezucht…..

    • meintag

      Eben, Schuld an der Massenfleischindustrie ist immer China. Europa und die USA täten gut daran selbst hier hinsichtlich Aufklärung durchzugreifen. Aber auch hier wird so Wie bei den Bauern üblich darauf verwiesen dass die Bevölkerung sonst Hunger leiden muss.

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