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Kunstrasenplätze ade?

Weil die Gemeinde Brixen plastikfrei werden möchte, will die Grüne Bürgerliste nun notfalls auch das Plastikgranulat auf Kunstrasenplätzen durch umweltfreundlichen Materialien ersetzen.

von Markus Rufin

Vergangenes Jahr wurde im Gemeinderat von Brixen ein Beschlussantrag der Grünen Bürgerliste angenommen, mit dem Brixen zur plastikfreien Stadt werden will. Dazu wurden einige Maßnahmen angekündigt.

So gilt die Plose mittlerweile als plastikfrei, weil die dortigen Betriebe Plastikflaschen und ähnliches vermeiden. Aber ganz ohne Plastik geht es dann doch nicht, wie die Grüne Bürgerliste nun feststellen musste.

Sie musste nämlich feststellen, dass bei der Schneeräumung des Kunstrasens vom Fußballplatz in St. Andrä mit den Schneemassen auch große Mengen von Kunststoffgranulat im angrenzenden Wald entsorgt wurde.

Sie hat dazu nun eine Anfrage eingereicht, um in Erfahrung zu bringen, wie die Bestimmungen dazu lauten.

Bilder vom November des vergangenen Jahres sowie Augenzeugenberichten belegen, dass bei der Schneeräumung der Schnee samt Granulat neben dem Fußballplatz im Wald gelagert wird. Die Grüne Bürgerliste spricht in diesem Zusammenhang von einer Entsorgung.

Bei Kunstrasenplätzen ist es aber üblich, dass der Schnee samt Granulat entweder auf dem Platz oder auf einer ausgewiesenen Fläche neben dem Platz aufbewahrt wird, bis er schmilzt. Anschließend wird das Granulat wieder verwendet. Ob das auch in St. Andrä der Fall ist, soll sich im durch die Antwort herausstellen.

Die Grüne Bürgerliste verweist aber auch darauf, dass das Thema Kunstrasen und Kunststoffgranulat von den zuständigen EU-Behörden in Zusammenhang mit der Reduzierung von Mikroplastik diskutiert.

„Aus Umweltschutzgründen wird ein Verbot, bzw. der Abbau des Granulats geprüft. Die Europäische Chemikalienagentur (Echa) führt derzeit eine öffentliche Konsultation durch, welche Auswirkungen eine Beschränkung des Einsatzes von Granulat hätte. Das Ziel: Ab 2022 soll das Streugut verboten werden“, schreibt die Grüne Bürgerliste.

Was die Grüne Bürgerliste in der Anfrage nicht erwähnt: Italien ist in Sachen Gummigranulat Vorreiter in Europa. Das Material, das verwendet wird, ist nämlich nicht schädlich und dementsprechend von der Richtlinie nicht betroffen. Aber auch hier soll die Anfrage auf Nummer sicher gehen und überprüfen, ob das Material zulässig ist.

Gegebenenfalls soll das Kunststoffgranulat auch auf anderen Fußballplätzen in Brixen ersetzt werden. Alternativen wie Sand gebe es bereits.

Für die Grüne Bürgerliste steht fest: Es ist besser, wenn das Granulat verschwindet: „Es stehen noch einige Hausaufgaben bevor, wenn sich Brixen laut Gemeinderatsbeschluss zu einer plastikfreien Stadt entwickeln soll.“Die Stadt soll sich dadurch noch etwas mehr plastikfrei fühlen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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