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Neue Denkfabrik

Marc Röggla

An der Eurac wird ein Zentrum für Südtirol-Autonomie eingerichtet. Der Eurac-Forscher Marc Röggla wird es leiten.
Südtirols Autonomiemodell weckt international viel Interesse. Ein Kompetenzzentrum mit Servicestelle an der Eurac soll dieses Interesse aufgreifen und Kräfte bündeln.

Die Landesregierung hat auf Vorschlag von Landeshauptmann Arno Kompatscher beschlossen, an der Eurac ein Zentrum für Südtirol-Autonomie zur Vermittlung des Minderheitenschutzes, des Autonomiesystems und des „Südtirol-Modells“ einzurichten und mit 150.000 Euro im Jahr zu finanzieren.

„Südtirols Autonomie stellt ein viel beachtetes Modell im Bereich des Minderheitenschutzes und der Minderheitenrechte dar“, erklärte Landeshauptmann Kompatscher nach der Regierungssitzung. Er verwies darauf, dass sich in Südtirol zahlreiche politische und wissenschaftliche Einrichtungen, die öffentliche Verwaltung sowie verschiedene private Initiativen seit Jahrzehnten mit dem Thema Autonomie und Minderheitenschutz beschäftigten. Vor nunmehr 25 Jahren seien an der Eurac die Institute für Vergleichende Föderalismusforschung und für Minderheitenrecht eingerichtet worden, die sich wissenschaftlichen Fragestellungen zu den Bereichen Minderheitenschutz, kulturelle Vielfalt, Südtiroler Autonomie und Autonomie der Autonomen Region Trentino-Südtirol widmen.

„Die in Südtirol gemachten Erfahrungen und das damit verbundene Know-how sollen auch anderen Minderheiten in ihren Bemühungen um Autonomie und Bewahrung ihrer Identität zugutekommen“, wünscht sich der Landeshauptmann. Dass das Interesse daran groß ist, beweisen die zahlreichen politischen und wissenschaftlichen Delegationen, die nach Südtirol kommen, um die Minderheitensituation und die Südtiroler Autonomie kennen zu lernen. Auch die regelmäßige Zusammenarbeit von Südtiroler Institutionen mit bedeutenden internationalen Organisationen – darunter OSZE und Europarat – sowie Regierungen weltweit, zeige die Bedeutung „friedensstiftender Lösungen von Minderheitenfragen“ auf.

„Um Wissen und Erfahrungen in diesem Bereich zu bündeln, eine gemeinsame Anlaufstelle rund um Aktivitäten zum Südtirol-Modell zu schaffen und Südtirol als international anerkannten Kompetenzträger zu den Themen Autonomie, Minderheiten und Konfliktlösungen sichtbarer zu machen, wird an der Eurac das neue Zentrum für Südtirol-Autonomie eingerichtet“, betonte der Landeshauptmann. Er erwarte sich, dass dadurch neue Potentiale für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung des Landes erschlossen werden.

Das neue Zentrum für Südtirol-Autonomie wird, wie der Landeshauptmann heute ankündigte, der Eurac-Minderheitenforscher Marc Röggla leiten. Das Land wird das Zentrum jährlich mit 150.000 Euro finanzieren.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (6)

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  • morgenstern

    Eigentlich wäre ein Weltpatent auf unsere Autonomie längst überfällig, patentieren kann man aber nur etwas was auch funktioniert.
    Das beste Beispiel ist die lautstark angekündigte „Kompetenzenzurückholoffensive“

  • gestiefelterkater

    „Eurac-Minderheitenforscher, das Land wird das Zentrum jährlich mit 150.000 Euro finanzieren.“

    Und wieder wurde ein neuer Sinnlosberuf geschaffen, natürlich auf Kosten jener die Steuer zahlen und einer wirklichen Arbeit nachgehen. Die Kaste der Tagediebe, Hütchenspieler und Taugenichtse schiebt sich gegenseitig Pöstchen und ein üppiges Salär zu. So werden natürlich zukünftige, treue Wähler angefüttert.

  • rolandlang

    Wieder mal was Unnützes, das man in blumige Worte verpackt und nur Geld kostet!

  • kira2000

    Brauchen wir so was? Wir haben ja schon die beste Autonomie der Welt – so sagen es unsere SVP-Politiker….

  • george

    Schon das Wort „Denkfabrik“ ist eine Worthülse, die leer ist. Um zu denken, umzugestalten und dem Ganzen neue Kraft zu geben, braucht es aktive, tätige und mit voll Leidenschaft erfüllte Menschen und nicht eine „Worthülsenfabrik“, die nur beschönigende Umschreibungen produziert.

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