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PD in Geldnöten

Seit ihrem Übertritt zu Italia Viva überweist die Kammerabgeordnete Maria Elena Boschi dem Bozner PD keine Parteiabgaben mehr. Es geht um 6.000 Euro im Jahr.

von Matthias Kofler

Alessandro Huber hält nichts davon, in eine Katastrophenstimmung zu verfallen: „Fein ist es nicht“, sagt der Sekretär des Südtiroler PD, „aber wir werden überleben.“

Die Südtiroler Sozialdemokraten stehen, wegen der politischen Umwälzungen in Rom, vor einem großen finanziellen Problem. Der Grund: Nach ihrem Übertritt zur neugegründeten Renzi-Partei „Italia Viva“ vor ein paar Wochen hat die in Bozen gewählte Kammerabgeordnete Maria Elena Boschi dem lokalen PD mitgeteilt, ab Oktober keine Parteiabgaben mehr leisten zu wollen. Eine ärgerliche Nachricht für Alessandro Huber und Co. Schließlich ist Maria Elena Boschi als Vertreterin des Südtiroler PD ins Parlament gewählt worden – auch dank der tatkräftigen Mithilfe der damals noch alliierten Südtiroler Volkspartei.

Als Kammerabgeordnete verdient die ehemalige Ministerin und Unterstaatssekretärin 5.346,54 Euro netto im Monat. Hinzu kommen ein Tagesgeld von 3.503,11 Euro und eine Kostenpauschale von 3.690 Euro netto. Darüber hinaus hat Boschi – wie jeder andere Onorevole in Rom – auch Anspruch auf eine jährliche Telefonkosten-Pauschale von 1.200 Euro sowie, alle drei Monate, auf eine Verkehrskosten-Pauschale von 3.323,70 bis 3.995,10 Euro. Unterm Strich kommt die „Südtiroler“ Parlamentarierin auf ein beachtliches Netto-Gehalt von 14.000 Euro im Monat.

Der Südtiroler PD, der Boschi im März 2018 die Wiederwahl ermöglicht hatte, wollte ein klein wenig am Kuchen mitnaschen. So verpflichtete sich die Ex-Ministerin, monatlich eine Parteiabgabe von 500 Euro aufs Konto der hiesigen Sozialdemokraten zu überweisen. Dieser Verpflichtung ist die Toskanerin auch artig nachgekommen – bis zu ihrem Übertritt zu Italia Viva. Damit klafft im Jahres-Budget des PD von nun an ein 6.000-Euro-Loch.

Alessandro Huber und Co. sind freilich die Hände gebunden. Die Parteiabgaben erfolgten auf freiwilliger Basis. Boschi, die mittlerweile zur Fraktionssprecherin von Italia Viva aufgestiegen ist, kann also nicht dazu gezwungen werden, weiterhin eine Partei mitzufinanzieren, der sie nicht mehr angehört.

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