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Ledige Kinder 

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Die aktuellen demografischen Daten zeigen, dass Südtirols Einwohnerzahlen kontinuierlich steigen. Und: Die Anzahl der außerehelich geborenen Kinder hat sich in den letzten 50 Jahren verachtfacht. 

Das Landesinstitut für Statistik ASTAT stellt heuer wieder die wichtigsten demografischen Daten online zur Verfügung. Die umfassende Tabellensammlung informiert über zahlreiche Phänomene, die das Wachstum und die Zusammensetzung der Südtiroler Bevölkerung beeinflussen.

Ein erster Blick auf die Entwicklung der Wohnbevölkerung Südtirols ergibt folgendes Bild: kontinuierlich steigende Einwohnerzahlen, tendenziell sinkende Geburtenraten bei mehr oder weniger konstant bleibenden Sterberaten und – seit den frühen 1990er Jahren – eine positive Wanderungsbilanz.

Der Wachstumstrend ist allerdings nicht homogen: Während der Bevölkerungszuwachs in fast allen Bezirksgemeinschaften sowohl vom natürlichen Wachstum als auch vom Wanderungssaldo bestimmt wird, weist die Landeshauptstadt ein Geburtendefizit auf. Bozen verzeichnet seit jeher landesweit die geringsten Geburtenraten und die höchsten Sterberaten, was in erster Linie auf die fortschreitende Alterung der Stadtbevölkerung zurückzuführen ist und auch von der Gebärfreudigkeit junger Zuwanderer nicht aufgewogen wird. Im Jahr 2018 ist der Vinschgau die einzige Bezirksgemeinschaft mit einem negativen Wanderungssaldo, d.h. dass weniger Menschen zuwandern als abwandern. Auch die Bezirksgemeinschaften Salten-Schlern und Wipptal verzeichnen einen unterdurchschnittlichen Wanderungssaldo.

Im Jahr 2018 hat die Bezirksgemeinschaft Eisacktal mit 11,6 Lebendgeborenen je 1.000 Einwohner die regste Geburtenentwicklung. Die Geburtenraten der anderen Bezirksgemeinschaften, mit Ausnahme von Bozen und Überetsch-Südtiroler Unterland, liegen beim bzw. über dem Landesdurchschnitt. Die Gesamtfruchtbarkeitsziffer (GFZ), welche die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau im gebärfähigen Alter angibt, hat sich in den vergangenen zehn Jahren etwas erholt und liegt im Jahr 2018 bei 1,71 Kindern.

Auffallend ist der beachtliche Anstieg des Anteils der außerehelich geborenen Kinder in den letzten Jahren: Hatten im Jahr 1968 lediglich 5,9 Prozent der Kinder Eltern, die zum Zeitpunkt der Geburt nicht verheiratet waren, ist ihre Quote im Jahr 2018 auf 47,0 Prozent angestiegen und hat sich somit verachtfacht.

Auch was die Langlebigkeit angeht, liegt Südtirol über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt. Jedoch steigt infolge der hohen Lebenserwartung, die derzeit mit 81,4 Jahren bei den Männern und 86,2 Jahren bei den Frauen beziffert werden kann, auch der Anteil der älteren Menschen und bedingt eine zunehmende Alterung der Gesellschaft.

Das Durchschnittsalter der gesamten Wohnbevölkerung beträgt derzeit 42,8 Jahre und ist vier Jahre höher als noch vor zwei Jahrzehnten.

Das Verhalten in Bezug auf Familiengründung, Eheschließung, Trennung und Scheidung hat in entscheidendem Maße den gesellschaftlichen Wandel mitgeprägt. Trotz des leichten Aufwärtstrends der Eheschließungen, führt der Verlauf der Eheschließungsraten eine fortschreitende Heiratsunwilligkeit vor Augen: Während sich in den 60er-Jahren noch sieben bis acht Paare je 1.000 Einwohner trauen ließen, ist dieser Wert jetzt auf nahezu die Hälfte gesunken.

Im Jahr 2018 wurden 18 gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften standesamtlich eingetragen und am Ende des Jahres scheinen in Südtirols Melderegistern insgesamt 392 nichteheliche Lebensgemeinschaften auf.

Zugleich gehen immer mehr Ehen in die Brüche: Die Scheidungsrate ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen und liegt im Jahr 2017 (letzte verfügbare Daten) bei 13,3 Scheidungen je 10.000 Einwohner.

Wie in allen westlichen Industrieländern haben sich auch in Südtirol immer mehr ausländische Staatsbürger niedergelassen, sodass sich ihr Bestand in den letzten 20 Jahren mehr als vervierfacht hat.

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Kommentare (1)

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  • ich1979

    Das Wort „lediges Kind“ sollte verboten und aus dem Vokabular gestrichen werden. Das selbe gilt für „außereheliches Kind“.
    Noch vor wenigen Jahren waren diese Worte ein Stigmata unter dem die betroffenen Mütter und Kinder teilweise ein Leben lang gelitten haben.
    Ein Witz, dass solche diskriminierende Bezeichnungen überhaupt noch verwendet werden dürfen, und dann noch von einer Statistik der Landesregierung!

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