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„Problembär einfangen“

Nachdem am Sonntag der Problembär M49 in Südtirol gesichtet wurde, hat Landeshauptmann Arno Kompatscher eine Anordnung unterzeichnet, um den Bären einfangen zu lassen.

von Lisi Lang

Der Problembär M49 ist nun offiziell auch zum Südtiroler Problem geworden. Landeshauptmann Arno Kompatscher hat am Montag nach Rücksprache mit Landesrat Arnold Schuler angeordnet, den Bären einfangen zu lassen.

Der Braunbär mit der Kennung M49 sorgt seit Monaten immer wieder für Aufsehen. Der Trentinter Landeshauptmann Maurizio Fugatti hatte die Forstbehörde Anfang Juli dieses Jahres damit beauftragt, den Bären einzufangen, weil dieser sich wiederholt bewohnten Gebieten im Trentino genähert hatte. Mitte Juli gelang es den Förstern dann zwar, den Bären zu betäuben und einzufangen, allerdings flüchtete das Tier wenige Stunden später aus dem Gehege in Casteller. Der Bär überwand dafür sogar eine Mauer, die mit einem mit 7.000 Volt geladenen elektrischen Zaun gesichert war.

Ende Juli hat Landeshauptmann Maurizio Fugatti daraufhin ein weiteres Dekret zur Entnahme des Braunbären M49 aus Gründen der öffentlichen Sicherheit unterzeichnet. Diese neue Verordnung erlaubt den Förstern einen Abschuss vorzunehmen, sollte der Braunbär eine große und unmittelbare Gefahr für Menschen darstellen.

Seit einigen Tagen ist der Problembär nun auch in Südtirol unterwegs: Nachdem bereits zuvor Bärenspuren südlich von Salurn gefunden wurden, hat am Sonntag ein Wanderer einen Braunbären im Geoparc Bletterbach gesichtet. „Es handelt sich mit größter Wahrscheinlichkeit um den Bären M49“, bestätigt Landesrat Arnold Schuler.

Der zuständige Landesrat hat daher gestern eine Verordnung vorbereitet, die eine Entnahme des Bären vorsieht. „Unsere Verordnung ist ähnlich aufgebaut wie jene im Trentino: Die Förster werden gemeinsam mit dem Amt für Jagd und Fischerei beauftragt, den Bären einzufangen“, erklärt Landesrat Schuler.

Das Dekret sieht allerdings ähnlich wie im Trentino auch einen Abschuss des Problembären vor, sofern eine unmittelbare Gefahr für die Förster oder Dritte besteht. „Die Bestimmungen zum Management von Braunbären wurden im Jahr 2015 geändert und im Rahmen dieser Änderungen wurde auch vorgesehen – mit Zustimmung des Ministeriums – dass ein Problembär sozusagen als Ultima Ratio geschossen werden darf“, erläutert Schuler. „Wir geben ihn nicht zum Abschuss frei, nur wenn unmittelbar Gefahr besteht“, unterstreicht der Landesrat.

Auch am Montag sorgten Medienberichte, wonach der Bär in der Nähe von Jochgrimm einen Wohnwagen attackiert haben soll, für Aufsehen. Nur wenig später dementierte die Provinz Trient aber diesen Vorfall. Der Bär sei höchstens um den Wohnwagen gestreift, aber nicht gesichtet worden, so das Presseamt in Trient. Und die anwesenden Förster hätten lediglich Warnschüsse in die Luft abgefeuert und nicht wie von einigen Medien berichtet mit Gummigeschossen auf den Bären gezielt.

Am Montagmorgen wurde allerdings ein totes Kalb in der Nähe der Gurndinalm am Fuße des Weißhorns gefunden. Die Verantwortlichen im Trentino bestätigen, dass das Kalb von M49 gerissen wurde.

Die Förster und das Amt für Jagd und Fischerei werden nun gemeinsam mit den Kollegen in Trient und ausgehend von diesen Meldungen den Bären genau lokalisieren und dann definieren, wie man den Bären einfangen kann. Wenn möglich soll der Bär betäubt und dann wieder eingesperrt werden.

Wohin der Bär allerdings gebracht wird, nachdem er eingefangen wurde, muss erst noch geklärt werden. „Wir müssen jetzt erst schauen, den Bären einzufangen und dann wird man auch sehen, wie es mit dem Tier weitergeht“, erklärt Schuler.

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