Du befindest dich hier: Home » Gesellschaft » „Alle 72 Stunden ein Frauenmord“

„Alle 72 Stunden ein Frauenmord“

Julia Unterberger

In den ersten acht Monaten dieses Jahres haben die Polizeikräfte rund 10.000 Anzeigen aufgenommen, die Misshandlungen in der Familie betreffen – und 3.000 Anzeigen wegen sexueller Gewalt.

„Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen an diesem Sonntag ist nicht nur ein einfacher Gedenktag“, erklärt SVP-Senatorin Julia Unterberger. „In Italien wird alle 72 Stunden eine Frau getötet – dieses traurige gesellschaftliche Phänomen ist heute mehr denn je eine Herausforderung, der sich gerade die Politik stellen muss.“

„Die Feminizide sind dabei nur die Spitze des Eisberges“, erklärt Julia Unterberger und erinnert an die vielfältigen Formen körperlicher und psychischer Gewalt: „Meist schafft es diese in einem Land, in dem eine stark patriarchalisch geprägte Kultur vorherrscht, gar nicht erst in die Schlagzeilen.“

In den ersten acht Monaten dieses Jahres haben die Polizeikräfte rund 10.000 Anzeigen aufgenommen, die Misshandlungen in der Familie betreffen – und 8.500 wegen Stalkings sowie 3.000 wegen sexueller Gewalt.

„In den vergangenen Monaten haben verschiedene Regierungsmitglieder zum Thema Gewalt das Wort ergriffen“, sagt Julia Unterberger.

Darunter seien auch einige löbliche Initiativen gewesen: So etwa, gerade bei den Delikten gegen Frauen, den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft einen Vorrang einzuräumen – oder die Einführung von elektronischen Armbändern als Unterstützung der vorbeugenden Maßnahmen gegen Straftäter.

„Wahrscheinlich wird dies allein aber nicht zu einer merklichen Verbesserung der Situation führen“, sagt Julia Unterberger und fordert: „Man muss gleichzeitig den Ursachen dieses Phänomens auf den Grund gehen.“ Und diese lägen in der strukturellen Herabwürdigung des weiblichen Geschlechts, welche der wahre Ursprung der männlichen Gewalt sei.

Bedauerlicherweise gingen die diesbezüglichen Verhaltensweisen einiger Regierungsmitglieder in die entgegengesetzte Richtung.

Julia Unterberger erinnert daran, was der Innenminister vor wenigen Tagen gegen drei Studentinnen, die gegen die Regierung demonstriert hatten, in den sozialen Medien gepostet hat: „Dies hatte tausende hasserfüllte und sexistische Kommentare zur Folge – darunter der Wunsch, dass die Studentinnen das gleiche Schicksal wie Desirée Mariottini ereilen solle, die auf tragische Weise starb, nachdem sie in Rom unter Drogen gesetzt und vergewaltigt worden ist.“ Die entsprechenden Posts seien bis heute nicht vom Account des Ministers gelöscht worden – geschweige denn, dass dieser sich öffentlich davon distanziert habe.

„Es sind gerade die Politiker, allen voran jene, welche die wichtigsten institutionellen Ämter inne haben, die jegliche Form von Gewalt gegen Frauen – ob in Worten oder in Taten – mit Nachdruck verurteilen müssen“, betont Julia Unterberger. Die Politik habe die Pflicht, geeignete Maßnahmen zu schaffen, um eine Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen. Die Gewalt gegen Frauen sei nämlich auch auf ein strukturell bedingtes Machtgefüge zurückzuführen: „So lange das Verhältnis zwischen den Geschlechtern durch Ungleichheit und Abhängigkeit gekennzeichnet ist, wird die Gewalt gegen Frauen leider immer zur Tagesordnung gehören.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
Clip to Evernote

Kommentare (18)

Lesen Sie die Nutzerbedingungen

  • tiroler

    Warum muss Unterberger aber immer ihren Senf dazugeben???

    • kurt

      @tiroler
      Weil die Frau Unterberger eine Krankhafte Emanze ist die sich nie und nimmer die Version eines Mannes anhören würde und für die Männer nur dazu da sind das man sie ruinieren kann!!!.

      • leser

        Kurt
        Es ist nicht due mehrheit, die keinen respekt von frauen haben und unterberger bekämpft die minderheit männer die glauben ihre frau verhauen zu mussen um nicht als schosshündchen dazustehen
        Unterberger macht vielleicht den fehler, dass es den anschein macht alle männer sind schkecht und gewaltbereit
        Gottseidank gibt es noch eine sehr grosse mehrheit von paaren und familien, die keinen anwalt und richter brauchen um anstand und respekt zu leben
        Zusammenleben und respekt in ehe und familie kann nicht durch vertrag, gesetz geregelt wwrden und den platz in wirtschaft und politik fur die frau durch quotenregelung herzustellen
        Aber in einer hat sie recht gauner , missbrauchstäter und kinderschänder gehoren aus dem verkehr gezogen egal ob mann oder frau

    • mannik

      Weil das für Männer offensichtlich kein Thema ist in Italien und das ist beschämend. So wie die drei Kommentare hier..

      • kurt

        @mannik
        Sie werden zu Hause wohl das Schoßhündchen spielen müssen,unsere Kommentare entsprechen der Realität ,wenn das so weiter geht müssen die Männer noch um die Gleichberechtigung ansuchen??
        Was die Gewalt anbelangt ist das meiner Ansicht nach sowieso das falsche Mittel aber Frauen bedienen sich der psychologischen Gewalt denn die gibt es auch , hat tiefgreifende Wirkung und wird auch schikanieren genannt nur das wird von den Frauen immer verschwiegen.
        Die Männer brauchen die physische Gewalt wenn es keinen Ausweg mehr gibt ,denn außer es ist Alkohol oder Drogen im Spiel , ohne Grund weigere ich zu glauben das ein Mann die Frau schlägt und diese Grunde müssen auch herauskommen wenn man schon andere Beschuldigt .
        Das ist meine Meinung.

        • yannis

          @kurt,
          Nun dies mit der psychologischen Gewalt, stößt übel auf, weil mir persönlich ein Fall bekannt ist, wo sich der Mann von jetzt auf gleich suizidiert hat.
          Erst war es allen unerklärlich warum er dies tat. Weil bei Suidziden es sich auch schon mal die Staatsanwaltschaft für die Hintergründe interessiert, kam so allerlei von der vergangenen Familien-Interna insbesondere durch die Vernehmung der Kinder zu Tage.
          Nun kann bei psychologisch angewandter Gewalt im Gegensatz zu tätlicher Gewalt nicht ein Strafverfahren wegen Gewalteinwirkung mit Todesfolge eingeleitet werden.
          Nun lassen wir es gut sein, könnte auch über eine Mutter schreiben die ihren Sohn regelrecht in den Suidzid trieb weil er die falsche Freundin hatte.

          • kurt

            @yannis
            Ich will hier niemanden zu nahe treten aber genau das wollte ich sagen ,das ist eben das schlimme wenn einseitig ermittelt wird wie es einige Frauen praktizieren ,das geht nicht auch der Mann soll Recht auf Aufklärung haben.
            Wie es sein sollte hat alexbozen perfekt beschrieben und beide sollen die Chance und auch die Pflicht haben dafür zu sorgen das es so ist und bleibt und man keine Rechtsverdreher braucht,denn es sind immer die Unschuldigen die draufzahlen und das sind die Kinder .

        • mannik

          „Die Männer brauchen die physische Gewalt wenn es keinen Ausweg mehr gibt…“ Sie sind und bleiben ein Vollpfosten.
          Wie ich schon schrieb, wenn Sie nicht der TZ zuliebe das Kommentieren aufgeben, tun Sie es für ihre Familie, die muss sich ja in Grund und Boden schämen.

  • gestiefelterkater

    Ach Jule, wenn der Zuzug, Einschläusung der facharbeitenden, bereichernden Facharbeiter erst mal richtig abgeschlossen ist, wird sich die Sache mit der Gleichberechtigung bestimmt schlagartig ändern. Dann werden gewiss gleichviel Frauen wie Männer dahingemordet. Außerdem beim Militär hat sich die Sache deutlich gebessert, in naher Zukunft dürfen auch da Frauen gleichermaßen den Heldinentot wie Männer sterben. Haben sie doch einfach etwas Geduld, das wird schon!

    • yannis

      @gestiefelterkater,

      Daumen hoch !

    • kurt

      Eines ist halt sicher und das sollten sich die lieben Frauen hinter die Ohren schreiben die Emanzipation ist nicht der Heilbringer der Welt eher das Gegenteil weil die Frauen nicht schätzen können was sie damit haben und es als selbstverständlich erachten ,schlimmer noch, es als Druckmittel gegen die Männer verwenden da gibt es ein leuchtendes Beispiel in Südtirol.
      Emanzipation mit Egoismus zu vermischen oder verwechseln ist auch der falsche Weg.

  • alexbozen

    …tatsächlich gibt es in Südtirol genügend Frauen die die Julia immer wieder gewählt haben. …in meinen Augen eine radikale femministin, die nur einseitig und monotones Gelaber von sich gibt. …gebe zu das ich das nur von außen so beobachte. …bin glücklich verheiratet, und meine Frau mag solche Manzen/Femministinen auch überhaupt nicht!! 😉 Die Frau soll Frau sein, und soll den Mann Mann sein lassen….und beide sollen sich das so wünschen… Wenn man das nicht begreifen will, dann müssen eben lauter Ausländer kommen, normale traditionelle Familen gründen, Babys machen usw….und unsere Manzen können sich trennen lassen, zu den Behörden laufen und die Männer ausnutzen, nur führt das eben in den Abgrund…denn die Söhne solcher Manzen werden dann ja auch als Schäfchen erzogen und werden wiederum auch als Deppen dargestellt usw… habe nichts gegen Ausländer, denn da ist unsere Gesellschaft Mann und Frau selber schuld. 😉 so einfach ist es, und nicht anders. …wir brauchen keine männliche Frauen und weibliche Männer, wir brauchen nur echte Frauen und echte Männer…aber dieses simple Naturgesetz verstehen viele „Menschen“ und leider viele „Frauen von hier“ nicht mehr. …und passt auf, ich liebe meine Frau und ich respektiere Frau und Mann gleich…fängt jetzt bitte nicht an, mit dem Nazi-Femministentanz… Danke 😉 Nur das Hirn etwas einschalten…und wenn ihr nicht wollt, dann ist es mir auch egal, ich bin schon glücklich verheiratet, und werde immer einen Weg finden. 😉 bin zum Glück auch bei der Arbeit zu 98% autonom und von solchen Gestalten unabhängig. 😉

  • franz

    Ich finde Gewalt an Frauen und den eigenen Kindern furchtbar . ( ich finde Gewalt grundsätzlich furchtbar )
    Umso unverständlich wenn die SVP unter anderem Frau Renate Gebhard anlässlich zur
    Justiz- Reform 2017 für die Abschaffung des Art. 612 bis c. p ( das sogenannte Stalking Gesetz zum Schutz für Frauen gestimmt hat.
    17G00116) (GU Serie Generale n.154 del 04-07-2017)
    Renate Gebhard SVP Uns als SVP war aber auch wichtig, und daher haben wir für die Reform gestimmt“[..]
    Siehe Artikel in der Tageszeitung
    http://www.tageszeitung.it/2017/06/16/eine-abschreckung/#comment-348228

    Unverständlich auch wenn die Grünen Linke PD & SVP die unbegrenzte Zuwanderung von Muslimen fordern.
    Für die bekanntlich die Frau eine untergeordnete Rolle spielt.
    Die Frau im Islam
    Zwangsheirat von jungen Mädchen – Ehrenmorde von jungen Mädchen, welche sich dagegen weren.
    “ Im Koran gibt es auch einige Passagen, die manchmal als Beweis der Überlegenheit von Männern gegenüber Frauen ausgelegt werden. Sure 4 spricht zum Beispiel davon, dass die Männer „über den Frauen stehen“, was viele Gelehrte so verstehen, dass die Männer über die Frauen bestimmen dürfen. Und in der gleichen Sure wird den Männern auch erlaubt, „widerspenstige Frauen“ zu ermahnen, sie im Ehebett zu meiden und auch zu schlagen.
    Zu den Grenz- bzw. Kapitalverbrechen im Islam gehören:
    1. Ehebruch und Unzucht (arab. zina‘), außerehelicher, ohne Zwang ausgeübter Geschlechtsverkehr von mündigen, geistig gesunden Verheirateten oder Unverheirateten. Der Koran bedroht den unzüchtigen Unverheirateten nach Sure 24,2-3 mit 100 Peitschenhieben, die Überlieferung fordert die Todesstrafe für Verheiratete. War die Frau unverheiratet, der Mann aber verheiratet, soll die Frau im Haus eingesperrt werden, „bis der Tod sie abberuft oder Gott ihr einen Ausweg schafft“ (4,15). Ist der Mann unverheiratet, die Frau aber verheiratet, soll er für ein Jahr verbannt werden; die Frau erhält 100 Peitschenhiebe.

  • richard

    Es grenzt, meines Erachtens, an Zynismus, sich über die Gewalt zu beklagen und im Mund die Fleischteile der hilflosen geschlachteten Mitgeschöpfe zu zermahlen und dann zu verschlingen! Wie kann man über Gewalt jammern, wenn man sich täglich durch das eigene Verhalten daran beteiligt? Ach ja! Bei den Anderen geht es ja nur um Tiere!
    „“Oscar Wilde sagte einmal, Zynismus sei „die Kunst, die Dinge so zu sehen, wie sie sind, und nicht, wie sie sein sollten“. „“

  • huwe

    Die Unterberger braucht fu koan Mon ongscht z hobn, do rennen schun die Mandr davun —————Lochhhhhhhhhhhhhhhhh

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2018 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | DATENSCHUTZ & AGB | Cookie Hinweis

Nach oben scrollen