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„Ohrfeige für Madrid“

Der Südtiroler Heimatbund freut sich mit den Unabhängigkeitsbewegungen in Katalonien über ihren Wahlsieg.

Der Südtiroler Heimatbund freut sich mit den Unabhängigkeitsbewegungen in Katalonien über ihren Wahlsieg.Die Unabhängigkeitsparteien haben 52%, die Zentralisten nur 42%, der Rest ging an eine neutrale Linkspartei.

In einer Aussendung des SHB heißt es:

Das ist ein großartiges Ergebnis und eine verdiente Ohrfeige für Madrid und Rajoy, der nicht einmal Wahlbeobachter zuließ. Es zeigt, dass man in Europa den Freiheitswillen eines Volkes nicht niederknüppeln kann!

Es liegt nun an der EU und Brüssel, endlich eine echte europäische Haltung zu zeigen und sich der Angelegenheit zu stellen. Denn das Wahlergebnis ist eindeutig, der Wille des Volkes muss respektiert werden.

Als Südtiroler Heimatbund ist uns nun die sofortige Freilassung der katalanischen Freiheitskämpfer natürlich ein großes Anliegen.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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Kommentare (15)

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  • mannik

    Ich frage mich ob den Heimatbündlern klar ist, dass die Separatisten insgesamt an Kraft verloren haben?
    Die Koalition der Separatisten kommt zwar auf 70 Sitze gegen 65 der Gegner… aber so eindeutig ist das Ergebnis nicht, wenn man bedenkt, dass außer Rajoys Partei alle Gegner dazugewonnen haben. Stärkste Partei ist Ciudadanos mit 37 Sitzen (statt vorher 25) und diese Partei ist strikt gegen eine Abspaltung. Im Vergleich, die CUP, die die Abspaltung besonders vehement vorangetrieben hatte verlor 6 von 10 Sitzen.

    • einereiner

      na ja lieber mannik,
      ich frage mich obe dir schon klar ist, dass die Separatisten gewonnen haben?
      Madrid hat auf die absolute Mehrheit gezielt und ist grandios gescheitert.
      Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
      Die Menschen wollen mehr Eigenständigkeit, in Katalonien und in Südtirol.

      • mannik

        Sie haben nicht gewonnen, sie haben weiterhin die Mehrheit im katalanischen Parlament (auch wenn sie Sitze eingebüßt haben) das ist ein Unterschied. Die Tatsache, dass die Separatisten Sitze verloren haben macht die Sache für sie jetzt erheblich schwieriger. Um das zu verstehen muss man etwas über die Zahlen hinausschauen.
        Aber hätte sich auch nichts geändert, wenn sie 100% der Sitze errungen hätten, denn entscheiden tut die regierung in Madrid und da haben die Separatisten nichts zu melden.
        Wenn Rajoy einen etwas klügeren Weg eingeschlagen hätte, wäre die Wahl zugunsten der Unionisten asugegangen, das hat er sich selbst zuzuschreiben.

        • mannik

          Zur Vervollständigung eine Auszug aus einer APA-Meldung:

          „Denn die pro-spanischen Parteien gewannen mit rund 52 Prozent mehr Stimmen als die Separatisten mit knapp 48 Prozent. Dass letztere dennoch die absolute Mehrheit im Parlament in Barcelona haben, liegt am Wahlrecht, das Stimmen aus ländlichen Regionen stärker gewichtet:“
          Haben Sie nun verstanden, wer eigentlich gewonnen hat?

          • giftzwerg

            Ja, eigentlich haben die Separagisten gewonnen, denn für dieses Wahlsystem ist demokratisch entschieden worden. Wenn die anderen gewonnen hätten, haben sie aber nicht, hätten Sie dieses Wahlsystem auch nicht kritisiert…

  • criticus

    Eine Abspaltung ist immer ein Für und Wider. Was mich wundert ist, bei Österreich hat man sofort die neue Regierung als Rechtsregierung kritisiert. Die EU war verwundert. Aber die spanische Regierung, eine Francoregime freundliche Rechtsregierung mit ihren Rechtschef, dem spanischen Ministerpräsident Rajoy, da hört man von Brüssel nichts.

  • sogeatsschungornet

    @mannik
    Ich habe die Wahl zwar verloren, aber der Wahlsieger hat mehr Sitze verloren als ich…
    So kann man es auch sehen und damit ist alles in bester Ordnung…
    😀

    • mannik

      @Sogeatsschungornet – Der Ausgang hängt mit der verschiedenen Gewichtung der Stimmen aus urbanem und ländlichem Raum zusammen. Insgesamt haben die Unionisten mehr Stimmen bekommen als die Separatisten.
      Tatsache ist, dass die Separratisten zwar immer noch mehr Sitze im Parlament haben, aber die Schere geschrumpft ist, was die Sache für die Separatisten schwieriger macht. Es ist nicht so, dass die Separatisten vorher in der Minderheit waren und jetzt plötzlich zulegen konnten, Die Freunde vom SHB verkaufen das Ergebnis als eindeutig. Das Gegenteil ist der Fall. Verstehen Sie es jetzt?

      • sogeatsschungornet

        Könntest du das vielleicht noch ein wenig klarer formulieren, so dass es hier auch wirklich alle verstehen?

        • mannik

          Cicero, Comù Podem ist GEGEN eine einseitig ausgerufene Unabhängigkeit, sie ist nur FÜR ein Referendum. Und dass ein Referendum nicht unbedingt mit der Unabhängigkeit endet, wissen Sie genau so wie ich. Das ist ein großer Unterschied.
          Es geht auch nicht darum, ob das Wahlgesetz nun so ist wie es ist, sondern um die Tatsache, dass die Unabhängigkeitsbefürworter nicht den bahnbrechenden Erfolg hatten wie vom SHB verkauft. Der SHB verbeißt sich in Jubelgesänge nur, weil er davon irgendwelche Begründungen für die Südtiroler Selbstbestimmung ableiten möchte, im Grunde interessiert ihn Katalonien nicht. Das allein habe ich kritisiert.

        • mannik

          Klarer geht es wohl nicht. Was ich sagen wollte ist, dass das was der SHB als Riesenerfolg verkauft in Wirklichkeit ein Zusammenrücken der antagonistischen Kräfte ist, das die Position der Unabhängigkeitsbefürworter eher schwächt als stärkt.
          Nicht umsonst wurde erstmals eine Partei, die gegen die Unabhängigkeit ist zur stärksten Kraft in Katalonien.
          Der (erwartete) Sieg der separatistischen Allianz ist keine Ohrfeige für Rajoy, eine Ohrfeige ist das schlechte Abschneiden seiner Partei. Das hat er sich mit seinem tölpelhaften Vorgehen selbst zuzuschreiben.

      • cicero

        Du hast die Partei Catalunya en Comu-Podem vergessen, die FÜR die Selbstbestimmung eintritt. Die hat 8 Sitze erreicht. Zusammen mit den sezessionistischen Parteien sind das 78 Sitze.
        Man gewinnt oder verliert immer nur nach dem geltenden Wahlrecht, das ja ebenfalls demokratisch erstellt wurde. Wenn es andersherum ausgegangen wäre, hätte auch das geltende Wahlrecht gegriffen. Man kann es eben nicht immer drehen und wenden, wenn einem das Wahlergebnis nicht passt. Das ging in den USA nicht und auch nicht in Katalonien.

      • giftzwerg

        Überall sollte die Gewichtung der Stimmen so festgelegt sein. Leistungsträger sollten mehr Stimmgewicht haben. Und Leistungsträger sind die, die hart arbeiten und jene miternähren, deren Geschäftsmodell eigentlich Arbeitsverhinderung ist…

  • noando

    … und außerdem waren dies erst die wahlen. die unabhängigkeitsbewegung hat damit noch keine garantie, dass bei einer abstimmung bzgl unabhängigkeit auch alle parlamentarier aus einer pro-separatistischen partei auch pro unabhängigkeit abstimmen!

    wie schon damals gesagt, eine unabhängigkeit ok, aber demokratisch und laut gesetz. der wille des volkes (lt. SHB) reicht noch nicht.

    ob die eu sich nun in der bringschuld sieht (lt. SHB), bezweifle ich. schauen wir, was das neue katalanische parlament in sachen unabhängigkeit beschließt.

    • richard

      Was heißt demokratisch?
      Sind dies vielleicht die Vorgaben der Mehrheit aus Madrid?
      Es gibt keine Demokratie! Es gibt nur Vereinbarungen, bei welchen beide Seiten einen gegenseitigen Nutzen erhalten!

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