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    Gebetssaal in Franzensfeste?

    In Franzensfeste will ein muslimischer Verein einen Saal für religiöse Tätigkeiten mieten. Derzeit überprüft ein Gutachter, ob das machbar ist.

    von Markus Rufin

    Noch ist es nicht sicher, aber alles deutet daraufhin, dass in Franzensfeste in Zukunft ein Gebetssaal für Muslime eingerichtet wird. Thomas Klapfer, Bürgermeister der Gemeinde, bestätige der TAGESZEITUNG: „Ein muslimischer Verein hat angesucht, ein Gebäude für Vereinstätigkeiten zu nutzen.“

    Was genau der Verein dort machen will, ist nicht bekannt. Allerdings vermutet Massimo Bessone, Gemeinderat der Lega Nord in Brixen, dass es sich um einen Gebetskreis handelt: „Ich habe gehört, dass ein pakistanischer Mann, der in Franzensfeste wohnt, vorhat, das Gebäude, in dem früher die Bank von Bozen und Trient war, als Gebetsraum zu nutzen.“ Bessone spricht vom „Bau einer Moschee“, wenngleich davon nicht die Rede sein kann. Aber auch Bessone wird sich zunächst informieren.

    Derzeit überprüft ein Gutachter, ob der Verein das Gebäude nutzen kann, gemietet wurde die frühere Bankfiliale jedenfalls schon, wie Thomas Klapfer erklärt.

    Allerdings sei die Nutzung des Raumes als Gebetssaal nichts Dramatisches, meint der Bürgermeister: „Gott sei Dank ist es so, dass in Italien jeder seinen Glauben ausleben kann. Wenn mein Nachbar Zeuge Jehovas ist, ist das so. ich kann nichts dagegen unternehmen.“

    Anders sieht das allerdings Bessone. Er fordert, dass der Verein genauestens überprüft werden soll. Außerdem sei es nötig, den Verein auch zu kontrollieren, falls dieser die Räumlichkeiten nutzen darf.

    Generell zeigt sich Bessone besorgt um die Gemeinde: „Die Eltern der deutschsprachigen Kinder schreiben ihren Nachwuchs in den Schulen von Vahrn ein, weil die Mehrheit der Kinder in Franzensfeste Ausländer sind und das Niveau in den Schulen dadurch geschwächt wird.“

    Auch die Polizisten in Franzensfeste sind laut Bessone im Dauereinsatz. Teilweise müssten diese gar die Einsatzkräfte von Sterzing oder Brixen anfordern.

    Auch wenn Glaubensfreiheit gewährleistet werden muss, befürchtet Bessone, dass die Gebetshalle noch mehr neue Mitbürger anlocke und zur Ghettoisierung von Franzensfeste führe.

    Deshalb hofft Bessone auf ein Veto des Bürgermeisters. „Wir sind jedenfalls bereit, Initiativen zu starten. Wir wollen nicht, dass Südtirol wie Franzensfeste wird“, unterstreicht Bessone.

    Allerdings hat der Bürgermeister in diesem Fall keine Entscheidungsfreiheit: „Zurzeit wird ein Gutachten erstellt, ob der Saal für Vereinstätigkeiten nutzbar ist. Wenn dieses positiv ausfällt, darf der Verein die Räumlichkeiten nutzen“, so Klapfer.

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