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    Horror im Camping

    Der Bozner Paolo Bertolini ist Betreiber des Campingplatzes Marina di Venezia in Cavallino, wo ein Wirbelsturm am Donnerstag große Schäden angerichtet hat.

    TAGESZEITUNG Online: Herr Bertolini, das Unwetter vom Mittwoch fegte auch über ihren Campingplatz. Wie ist die momentane Lage?

    Paolo Bertolini: Das gesamte Gebiet um Cavallino/Treporti und alle Campingbetriebe waren von dem Sturm betroffen. Bei uns hält sich der Schaden in Grenzen. Es gibt kaum Verletzte – leider eine Schwerverletzte –, aber ansonsten geht es allen gut und das ist das Wichtigste. Einige Bäume und Wohnwagen fielen um, einige Autos wurden zerstört. Momentan versuchen wir unseren Platz wieder zu organisieren und helfen den Gästen mit ihren Versicherungen. In zwei bis drei Tagen dürften wir die größten Schäden behoben haben und in einer Woche dürften alle Arbeiten beendet sein.

    Waren Sie auf ein solches Unwetter vorbereitet?

    Wir waren eigentlich recht gut vorbereitet. Wir beherbergen viele Gäste, da müssen wir auf Feuer und Stürme vorbereitet ein. Wir haben dafür eigene Mannschaften ausgebildet.

    Können Sie abschätzen, wie groß der Sachschaden ist?

    Das ist schwer zu sagen, wir werden das erst in einigen Wochen einschätzen können. Es kann sein, dass sich der Schaden auf eine Millionen Euro oder auch „nur“ einigen hunderttausend Euro beläuft.

    Wie gestalten sich die Aufräumarbeiten, mitten in der Hochsaison?

    Paolo Bertolini

    Natürlich ist das nicht einfach. Alle Stellplätze sind besetzt, aber wir müssen Bäume abschneiden und das Holz wegbringen. Es wäre sicherlich einfacher, wenn weniger Leute auf dem Platz wären, aber wir müssen das machen.

    Verschiedene Medien berichten über eine chaotische Lage in Cavallino. Ist es wirklich so schlimm, wie berichtet?

    Das tut uns sehr leid, denn es ist bei weitem nicht so chaotisch, wie vor allem deutsche Medien berichten. Das Leben auf dem Campingplatz geht weiter. Die Gäste gehen schon wieder auf dem Strand und ins Schwimmbad. Ein deutsches Internet-Portal schrieb, dass über 70.000 Gäste die Campingplätze verlassen mussten. Bei uns mussten aber nur 70 Gäste außerhalb des Campingplatzes schlafen, aber jetzt sind sie wieder zurück. Natürlich machen auch die Bäume, die umgefallen sind, einen schlimmen Eindruck, aber chaotisch ist die Lage sicher nicht.

    Auf Facebook tauchen immer wieder Videos auf, die während dem Sturm gedreht wurden. Die Leute reagieren dort panisch…

    Während des Sturmes hatten die Gäste natürlich Angst, aber der Sturm dauerte nur zehn Minuten. Die Gäste haben sich aber wieder beruhigt und sie leben wieder ihren gewohnten Alltag.

    Wurden nach dem Unwetter Stornierungen eingereicht?

    Nein, bisher gab es keine Stornierungen. Es ist auch noch niemand abgereist. Wie es scheint, haben wir keinen Imageschaden davon getragen.

    Interview: Markus Rufin

     

     

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