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    Der Kindergarten-Gipfel

    Die Landesräte Achammer, Tommasini, Mussner und Deeg haben sich am Donnerstag mit den Gewerkschaftsvertretern des Kindergartenpersonals zu einer Aussprache getroffen.

    Die Situation an den Kindergärten und die Vertragsverhandlungen für das Kindergartenpersonal waren am Donnerstag Thema einer Aussprache zwischen den drei Bildungslandesräten Philipp Achammer, Christian Tommasini und Florian Mussner sowie Familien- und Personallandesrätin Waltraud Deeg mit den Vertretern der Gewerkschaften.

    Die Treffen finden flankierend zu den Vertragsverhandlungen statt und dienen dem Dialog und dem Austausch zwischen der Landesverwaltung und den Vertretern des Kindergartenpersonals.

    Landesrat Achammer stellte einleitend kurz die gegenwärtige Situation dar. „Bei der Zahl der Einschreibungen an den deutschen Kindergärten wurde erneut eine erhebliche Zunahme verzeichnet“, stellte Achammer fest.

    Er wies darauf hin, dass auf die Situation bereits mit dem Finanzgesetz 2017 reagiert wurde. Somit können auch für das kommende Kindergartenjahr 25 zusätzliche Stellen an den deutschen Kindergärten geschaffen werden.

    Zu bedenken sei zudem, dass die neue Studienordnung an der Bildungswissenschaftlichen Fakultät in Brixen eine Erhöhung des Praktikumsanteils vorsieht, weshalb mehr Stellen für Verantwortliche für die Praktika bereitgestellt werden müssen. Achammer erinnerte auch daran, dass die Landesverwaltung inzwischen die Verhandlungsdelegation ernannt hat und somit die Vertragsverhandlungen konkret angegangen werden können.

    „Die öffentliche Seite bekennt sich zur Reduzierung der Arbeitsbelastung“, betonte Achammer, dies sei auch im Einvernehmensprotokoll festgelegt.

    Neben der Arbeitszeit gebe es aber weitere Themen, die das Kindergartenpersonal beschäftigten. Eines davon sei die zunehmende Komplexität, vor allem in sprachlich-kultureller Hinsicht. Hierzu brauche es Beratung der Eltern bereits bei den Einschreibungen sowie Begleitung und Information. Zudem seien geeignete räumlich-strukturelle Voraussetzungen notwendig, wobei die Situation besonders in den Städten schwierig sei. Und schließlich sei auch eine personelle Unterstützung erforderlich, sagte Achammer.

    Landesrätin Deeg berichtete, dass auch der Familienbeirat in die politischen Gespräche zum Thema Kindergarten eingebunden werden möchte. Sie wies darauf hin, dass die Zunahme der Einschreibungen teilweise darauf zurückzuführen sei, dass vermehrt Kinder im Alter von weniger als drei Jahren an Kindergärten eingeschrieben werden. „Wir müssen versuchen, die Kleinkinderbetreuung auszubauen“, sagte die Landesrätin, „vonseiten der Eltern tut sich viel, und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiges Thema, das bei der Diskussion mit zu berücksichtigen ist.“

    Daher sei der Dialog zwischen allen Beteiligten der richtige Weg, meinte Deeg.

    Auf die sozialen Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Bedürfnisse bei der Betreuung an den Kindergärten wies Landesrat Tommasini hin. „Gerade die jungen Pädagoginnen an den Kindergärten fühlen das Problem der Kinder, die eine besondere Förderung brauchen, sehr stark“, stellte Tommasini fest, „daher ist der enge Austausch mit den Familien besonders wichtig.“

    Landesrat Achammer schlug abschließend vor, für die nächste Aussprache die Maßnahmen zur Anwerbung zusätzlicher Pädagoginnen und Pädagogen für den Kindergarten als Schwerpunktthema auszuwählen, um sich damit eingehender zu befassen. Es gelte nämlich, die Attraktivität des Kindergartens und die gesellschaftliche Wertschätzung für den Beruf zu steigern, sagte Achammer.

    Das nächste gemeinsame Treffen zwischen den Vertretern der Landesregierung und der Gewerkschaften wird voraussichtlich Ende August stattfinden.

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