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    „Kein großer Wurf“ 

    Hofburggarten Brixen

    Soliman trifft auf Kunst: Das neue Konzept mit einem Hanfgarten und vielen Programmschwerpunkten für die Sommeröffnung des Hofburggartens in Brixen steht. Wie man das Kostenproblem gelöst hat. 

    von Erna Egger 

    Markus Huber, Obmann der Brixen Tourismusgenossenschaft, sucht nach den passenden Worten: „Sagen wir es mal so: Es ist eine gute Übergangslösung, aber kein Highlight.“

    Der Hanf wurde bereits gepflanzt, die Stauden sind voll im Wachstum.

    Damit wurde die Voraussetzung für die heurige Sommeröffnung des Hofburggartens in Brixen geschaffen.

    Nach 22.000 Besuchern im letzten Sommer soll der Hofburggarten auch heuer wieder Einheimische und Gäste unter dem Motto „Soliman im Hanflabyrinth“ nach Brixen locken. Vom 1. Juli bis 8. Oktober kehrt der „Brixner“ Elefant Soliman in den Hofburggarten zurück und lädt die Besucher zum Verweilen ein.

    Zwischen der Brixen Tourismus Genossenschaft, die die Organisation übernommen hat, und der Gemeinde gab es im Vorfeld ein Tauziehen um die Finanzierung des Sommerprogramms.

    Huber stellte klar, dass die Tourismus Genossenschaft nicht bereit sei, Kosten zu übernehmen. „Spesen in Höhe von 160.000 Euro werden entstehen. Es wird davon ausgegangen, dass man 100.000 Euro mit den Eintritten erwirtschaftet. Die restlichen 60.000 Euro muss die Gemeinde berappen, die die Geldmittel mittlerweile zugesagt hat“, so Huber.

    Das jetzige Konzept wurde gemeinsam mit einem Kreativteam überarbeitet und neu aufgesetzt. „Die Reise des Elefanten wird von der Brixner Erzählerin Kathrin Gschleier neu interpretiert. Gemeinsam mit dem Grafiker-Team von Frei&Zeit sowie der Künstlerin Erna Valentini wird dieses auch in einem Leitbuch grafisch dargestellt und bei der Gartengestaltung und Bepflanzung umgesetzt“, so Werner Zanotti, Geschäftsführer der Brixen Tourismus Genossenschaft.

    Neben dem Labyrinth aus Hanf erwartet die Besucher ein buntes Rahmenprogramm, vom Kochkurs und der Verkostung über einen Markttag, bis hin zu Führungen für Schulen im Areal des Hofburggartens.

    „Die Gartengestaltung war eine große Herausforderung. Denn in diesem Jahr bietet nicht nur das Labyrinth zahlreiche Überraschungen, es wurde zudem gemeinsam mit der Festung Franzensfeste und dem Brixner Künstler Hartwig Thaler eine Kunstausstellung in einem Teil des Gartens organisiert“, so Lidia Prader von der Projektleitung.

    Ein Teil der Ausstellung „50x50x50 Landgewinn“ findet im Garten statt. Zahlreiche Werke zeitgenössischer Künstler Südtirols werden gezeigt. „Gemeinsam mit der Festung Franzensfeste ist es gelungen, ein zusätzliches kulturelles Angebot in der Altstadt anzubieten“, freut sich Brixens Bürgermeister Peter Brunner.

    Die Ausstellung im Hofburggarten eröffnet an diesem Samstag um 14.00 Uhr.

    „Die Reaktionen auf diese Übergangslösung sind durchwegs positiv. Die Alternative wäre, den Garten zuzulassen. Auch im letzten Jahr, obwohl es nicht der große Wurf war, ist die Öffnung, besonders bei Familien gut angekommen“, so Huber.

    Bei der Preisgestaltung wurde auch in diesem Jahr bewusst auf familienfreundliche Preise gesetzt: Demnach kostet ein Einzelticket für den Hofburggarten und die Kunstausstellung sieben Euro, ein Kinderticket 3,50 Euro und ein Familienticket 15 Euro. Kinder bis sechs Jahren zahlen keinen Eintritt. Neu in diesem Jahr ist die SummerCard, welche bereits sehr gut von den Brixner Bürgern angenommen wird. Diese ist noch bis 11. Juni erhältlich. Diese inkludiert unter anderem auch den Eintritt in den Hofburggarten. Das Kombiticket für den Garten und das Museum in der Hofburg kostet elf Euro.

    Der Hofburggarten ist vom 1. Juli bis zum 8. Oktober täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.

    „Wir hoffen im Vergleich zum vorigen Jahr mit etwas mehr Besuchern“, sagt Huber.

    Über eine definitive Lösung im Hofburggarten wird zurzeit sehr kontrovers diskutiert:

    Mit einer Realisierung eines Pomariums will sich Huber nicht abfinden. „Mit dieser Lösung sind wir nicht zufrieden, das ist kein Mehrwert aus touristischer Sicht.“

    Feuer und Flamme ist er hingegen von der Beauftragung des Multi-Künstlers Andrè Heller zur Gestaltung des Hofburggartens. „In diese Richtung wird konkret weitergearbeitet. In Kürze soll Heller mit einem Vorprojekt beauftragt werden, dann wird die Diskussion folgen. Im Spätherbst wird das Projekt vorliegen“, kündigt Huber an.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (2)

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    • george

      Labyrinth mit Mais + Elefant und Märchen (2016), Labyrinth mit Hanf + elefant und Märchen (nochmals aufgewärmt). Was wird 2018 kommen, Labyrinth mit Andrè Heller als Soliman? Wo bleibt hier die Kultur Brixens und die Phantasie der gescheiten Köpfe?

    • alexandravonhellberg

      Ich finde die Idee mit dem Hanf ja ganz nett, nur die Verbindung mit dem Standort ist mir nicht ganz klar. In England leben die besten Gartenarchitekten-gestalter weit und breit. Warum holt man sich nicht jemanden von dort um was Einmaliges. Dauerhaftes in Südtriol zu schaffen, statt in leichter Orientierungslosigkeit sich irgendwas aus den Fingern zu saugen, ohne ein echts geerdetes Konzept dahinter, was zum Ort und zu den Gegebenheiten passt.

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