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    Gestoppte Aktion

    glurnsVorläufiges Aus für eine Apfelplantage in der Bannzone rund um die Glurnser Stadtmauer: auf Antrag des Landesdenkmalamts musste der Grundstückseigentümer die Montage von Holzpfählen einstellen.

    von Karin Gamper

    Für teils empörte Reaktionen aus der Bevölkerung sorgte kurz vor Ostern die Blitzaktion eines Landwirtes in Glurns. Der Bauer hat auf seinem Grundstück im Bereich der denkmalgeschützten Stadtmauer vier Meter hohe Holzpfähle angebracht. Die Vorarbeiten lassen darauf schließen, dass der Landwirt eine Apfelplantage anlegen möchte.

    Die Arbeiten haben mittlerweile das Landesdenkmalamt auf den Plan gerufen. Der Grund: das betreffende Areal liegt in der Bannzone, welche die Landesregierung im Oktober 2014 ausgewiesen hat. Demnach ist es untersagt, im Umkreis von 100 Metern der mittelalterlichen Stadtmauer Kunstbauten aus Folien, Beton und Netzen zu errichten. Holzkonstruktionen sind zwar nicht ausdrücklich verboten, wären jedoch genehmigungspflichtig, wie Waltraud Kofler Engl vom Amt für Bau- und Kunstdenkmäler unterstreicht.

    „Deshalb haben wir die Gemeinde ersucht, die Arbeiten vorerst zu stoppen“, erklärte Kofler Engl gestern auf Anfrage. Bürgermeister Alois Frank ist der Aufforderung mittlerweile nachgekommen. „Wir haben die Arbeiten vorübergehend eingestellt und überprüfen derzeit den Sachverhalt“, bestätigte Frank.

    Waltraud Kofler-Engl hofft nun, dass sich der Grundeigentümer baldmöglichst bei ihr meldet. „Wir schließen die Errichtung der Holzpfähle nicht a priori aus“, sagt sie, „aber sie sind in der Bannzone auf jeden Fall genehmigungspflichtig“. Doch um eine Genehmigung hat der Landwirt niemals angesucht.

    Kofler-Engl: „Die Bannzone rund um die Stadtmauer wurde 2014 als kulturpolitisches und gesellschaftliches Anliegen ausgewiesen, um die Sicht auf die einzigartige Stadtmauer zumindest in erträglichem Maße freizuhalten“.

    Um den Grundstücksbesitzern entgegen zu kommen, seien auch einige Zugeständnisse gemacht worden. Kofler-Engl lädt den betroffenen Bauern daher ein, bald vorstellig zu werden. „Im Gespräch können wir möglicherweise einen Kompromiss z.B. zur Höhe der Holzpfähle finden“, so die Amtsdirektorin.

    Auch wenn Kofler Engl ebensowenig wie Bürgermeister Frank verstehen kann, weswegen es diese überhaupt braucht. Denn Pfähle in Obstplantagen dienen als Gerüst für die Hagelschutznetze. Und solche, so Kofler-Engl, sind in der Bannzone sowieso nicht erlaubt.

     

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