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    Der strangulierte Hund

    13-hundEin Fall von Tiermisshandlung beschäftigt das Bozner Landesgericht: Ein Landwirt aus Ahornach kettete den Hund seiner Tochter an einen Zaunpfahl, bis er starb.

    Von Thomas Vikoler

    Der Strafprozess vor Richterin Carla Scheidle muss erst ausgefochten werden, die Erstverhandlung im Hauptverfahren ist für den 4. Juli angesetzt. Die Anklage gegen 76-jährigen Landwirt aus Ahornach ist jedenfalls mehr als deutlich formuliert.

    Dem Mann wird erschwerte Misshandlung eines Tieres vorgeworfen, der Strafrahmen liegt zwischen drei und 18 Monaten Haft. Dazu Geldstrafen von 5.000 bis 30.000 Euro. Die Strafe kann um bis zur Hälfte erhöht werden, wenn die Misshandlung den Tod des Tieres zufolge hatte. Ein erschwerender Umstand, der im konkreten Fall zweifelsfrei gegeben ist.

    Es geht um einen Hund, der der 28-jährigen Tochter des Angeklagten gehört. Die Frau scheint in der Anklageschrift als verletzte Person auf, bisher hat sie sich nicht als Zivilpartei im Strafverfahren eingelassen.

    Was war passiert?

    Der Vater kettete den Hund der Tochter an einem Zaunpfahl an seinem Hof an. „Aus Grausamkeit und ohne Notwendigkeit“, wie es in der Anklageschrift heißt.

    Ob vom Bauern beabsichtigt oder nicht – der angekettete Hund war dadurch einer ständigen Strangulation ausgesetzt. Immer wenn er sich bewegte oder an der Kette rüttelte (was zu den natürlichen Instinkten eines Hundes gehört), zog sich diese enger um seinen Hals.

    Bis das Tier verstarb. Durch Selbststrangulation. Der Tod ereilte den Hund am 9. Mai 2014.

    Wer die Anzeige gegen den 76-jährigen Bauern aus Ahornach erstattete, ist nicht bekannt. Da die Tochter als geschädigte Partei aufscheint, könnte es durchaus auch sie gewesen sein.

    In Italien sind die Strafen für Tiermisshandlungen mit Gesetz Nr. 189 aus dem Jahre 2004 verschärft worden, der Tatbestand wurde in das Strafgesetzbuch (Art. 544ter) aufgenommen.

     

     

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    Kommentare (11)

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    • watschi

      viele bergbauern haben ein anderes verständnis gegenüber tieren als stadtmenschen. für bauern sind tiere ausschliesslich nutztiere. die einen Milch zu produzieren und zu schlachten, die anderen den hof zu bewachen oder zur jagd mitzunehmen. deswegen pflegen sie selten ein inniges verhältnis zu ihnen. Deshalb muss man diese tat unter einem anderen licht betrachten. es ist einfach normal auf bauernhòfen, dass der hund draussen an der kette hängt. das habe ich schon mehrmals gesehen und eigentlich nie unbedingt verstanden, bis ich die jeweiligen bauern kennen gelernt habe. bauern eben…….

    • wollpertinger

      Hier muss wohl noch geklärt werden, ob es sich um eine beabsichtigte Tierquälerei gehandelt hat oder um ein Missgeschick. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich ein angeketteter Hund selbst stranguliert hat.

    • thefirestarter

      Der Hund gehörte der Tochter ?
      Wo war sie? Wieso war der Hund nicht bei ihr?

    • franz

      Der Hund gehörte der Tochter ?
      Wo war sie? Wieso war der Hund nicht bei ihr?
      Die Frage ist berechtigt.
      In Italien sind die Strafen für Tiermisshandlungen mit Gesetz Nr. 189 aus dem Jahre 2004 verschärft worden, der Tatbestand wurde in das Strafgesetzbuch (Art. 544ter) aufgenommen. […..]
      Die Haftstrafe (zwischen drei und 18 Monaten Haft ) bezüglich Art. 544ter gemeinsam mit ca. 120 anderen Art wurden von Renzi vom Strafregister gestrichen, unter anderem. “Maltrattamento di animali “– art.544 ter–
      Il pacchetto depenalizzazioni, approvato con il decreto legislativo 15 gennaio 2106 n. 7 recante “Disposizioni in materia di abrogazione di reati e introduzione di illeciti con sanzioni pecuniarie civili” ed il decreto legislativo 15 gennaio 2106 n. 8 recante “Disposizioni in materia di depenalizzazione”, è stato pubblicato in Gazzetta Ufficiale n. 17 del 22 gennaio 2016, in attuazione della legge 28 aprile 2014, n. 67.
      “Sanzione amministrativa retroattiva: si applica anche ai reati depenalizzati dal decreto legislativo approvato dal governo il 15 gennaio 2016“ [….]– http://www.miglioverde.eu/ecco-lelenco-dei-reati-che-renzi-ha-depenalizzato/
      z. B
      Oltraggio a P.U. – art.341 bis
      Resistenza a P.U. – art. 337 c.p.
      Violenza o minaccia a P.U. art.336 c.p.
      http://www.miglioverde.eu/ecco-lelenco-dei-reati-che-renzi-ha-depenalizzato/

    • franz

      Wie absurd die ganze Gesetzgebung durch Gesetzen wie den DL -Depenalizzazione der Regieung Renzi unterstützt von SVP ist zeigen die Fakten.
      Während kriminelle Immigranten durch diese Gesetze beinahe völlige Narrenfreiheit ( Straffreiheit ) genießen , werde italienische Staatsbürger zivilrechtlich mit horrenden Geldstrafen massakriert.
      Die acht von der Polizei verhafteten Personen ( Kriminellen ) immerhin haben sie Frauen belästigt alles zerstört mit Eisenstangen, und Messern sich gegenseitig und die Polizei attackiert und verletzt und am nächsten Tag sind diese Idioten schon wieder frei.
      Ebenso der Tunesier der im Bahnhofspark einen Mann mit einen Messer schwer verletzt hat, ist heute schon wieder frei.
      Italienische Staatsbürger werden zivilrechtlich wegen Pinkeln am Straßenrand massakriert.
      https://www.suedtirolnews.it/italien/beim-urinieren-erwischt-italiener-muss-10-000-euro-zahlen

    • richard

      Der Mensch! er zeigt sein Dasein!

    • erbschleicher

      Hier sieht man wie viel ein Tier für einen Bauern Wert ist. Immer nur auf profit aus sonst gar nichts.
      Meiner Meinung nach sollte das Land den Bauern weniger Zuschüsse für Mega Traktoren und Mega Ställe geben und ihnen dafür ein paar Euro zustecken, dass Sie die Tiere kastrieren und sterilisieren lassen.
      Wenn ein Tier nicht nützlich ist, wird es einfach abgeschlachtet. Traurig aber wahr.
      Leider können sich die Tiere nicht rächen!

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