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    „Nicht geeignet“

    critelli flüchtlingeDie Ex-Foti-Kaserne am Brenner ist seit dem Jahr 2000 in Landesbesitz. Warum dort und in anderen leerstehenden Immobilien keine Flüchtlingsunterkünfte geplant sind.

    von Erna Egger

    Am Brenner dürfte man gestern ganz schön verdutzt aus der Wäsche geguckt haben.

    Wie die TAGESZEITUNG und andere Medien berichteten, könnte am Brenner, in der Ex-Foti-Kaserne eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet werden. Diese Auskunft erhielt der Landtagsabgeordnete Paul Köllensperger (5-Sterne-Bewegung) auf seine Anfrage zu den leerstehenden Landesimmobilien von Landesrat Florian Mussner.

    600 Liegenschaften sind in Landesbesitz, darunter 17, die seit über zehn Jahren auf eine neue Nutzung warten. Landesrat Mussner listete die Immobilien auf.

    Darunter ist auch die Ex-Foti-Kaserne am Dorfeingang des Brenners, die im Jahre 2000 vom Staat an das Land übertragen wurde.

    Dass die Struktur entweder verkauft oder aber für eine Flüchtlingsunterkunft umgebaut werden soll, schreckte gestern die Bevölkerung am Brenner auf.

    In der Grenzgemeinde wurde bereits eine Notunterkunft errichtet, außerdem hat das Wipptal die Quote zur Asylantenaufnahme im Gegensatz zu den meisten anderen Südtiroler Bezirken fast erfüllt. 2015 wurden im Haus Lea in Wiesen 24 Menschen aus Westafrika untergebracht.

    „Ich war selbst von dieser Nachricht überrascht“, sagt der Direktor der Abteilung Soziales, Luca Critelli. Als Flüchtlingsbeauftragter des Landes müsste er in Kenntnis von derartigen Entwicklungen sein.

    „Ich weiß nicht, woher diese Information kommt“, wehrt er ab und gibt sogleich Entwarnung. „Die Ex-Foti-Kaserne ist für eine Flüchtlingsunterkunft nicht vorgesehen. Wer das Gebäude kennt, weiß um seinen extrem schlechten Zustand. Es handelt sich fast um eine Ruine, im Haus wachsen bereits die Bäume.“

    Außerdem: Mit einer Größe von 326 Quadratmetern sei die Immobilie sehr klein.

    2014 wurden alle Militärareale und auch leerstehenden Landesimmobilien geprüft, ob sie für eine Flüchtlingsunterbringung geeignet wären.

    „Die Ex-Foti-Kaserne wurde wegen des schlechten Zustandes und auch weil nicht geeignet sofort ausgeschlossen. Man sah schon auf den Fotos, dass die Struktur um beträchtliches Geld hätte saniert werden müssen“, so Critelli.

    Der Abteilungsdirektor fügt noch hinzu: „Außerdem wurde der Brenner aus verschiedenen Gründen, unter anderem wegen der Grenzsituation, als Standort für eine Aufnahmeeinrichtung ausgeschlossen. Das weiß die Gemeinde, daher wird sie sich nicht übermäßige Sorgen gemacht haben.“

    Der Abteilungsdirektor möchte noch betonen: „Wir haben übrigens auch den Großteil der anderen 17 leerstehenden Landesimmobilien begutachtet.“

    IN DER TAGESZEITUNG LESEN SIE UNTER ANDEREM, WARUM EINE WEITERE FLÜCHTLINGSUNTERKUNFT IM WIPPTAL NICHT AUSGESCHLOSSEN WIRD.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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