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    Lautes Gegacker

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    Urteil im Kiener Hennenprozess: Geflügelbauer Reinhard Falkensteiner wollte die Erweiterung der Gewerbezone in Ehrenburg verhindern. Aber sein Rekurs wurde abgewiesen.

    von Silke Hinterwaldner

    An einem durchschnittlichen Tag gackern rund 20.000 Hühner und Küken in den großen Hallen in Ehrenburg. Damit ist Reinhard Falkensteiner Herr über die wohl größte Hühnerfarm in Südtirol.

    Aber Falkensteiner kämpft seit Jahren gegen Lärm. Denn: Wird es zu laut, fühlt das Geflügel sich gestört. Tiere verenden, Hennen legen weniger Eier. Diese leidvolle Erfahrung machte der Hühnerbauer bereits vor etlichen Jahren als ein Hundespielplatz in der Nähe des Geflügelhofes errichtet wurde. Damals mussten die Hunde wieder entfernt werden, um die Hühner zu schützen.

    Seit 2012 ficht Reinhard Falkensteiner einen Kampf gegen eine neue drohende Lärmquelle aus. Das Unternehmen Kammerer Tankbau wollte seine Anlage erweitern. Weil beim bestehenden Standort in Kiens aber der Platz fehlte, wollte man die Gewerbezone direkt an der Staatsstraße bei Ehrenburg vergrößern.

    Die Gemeindeverwalter hatten damals lange verhandelt, bis es zu einer Einigung kam – aber sie hatten wohl nicht mit dem erbitterten Widerstand des Geflügelbauers Falkensteiner gerechnet. Nachdem er im Rathaus kein Gehör fand, zog Falkensteiner mit einem Rekurs vors Verwaltungsgericht.

    Jetzt, genauer gesagt am 12. Oktober, haben die Verwaltungsrichter in Bozen endlich eine Entscheidung im Kiener Hennenprozess getroffen: Der Rekurs von Falkensteiner wurde abgewiesen. Zum Schutz der Hühner muss allerdings ein Abstand von zwölf Metern gewährt werden, außerdem sind Lärm-, Licht- und Sichtschutzmaßnahmen vorgesehen.

    Bürgermeister Andreas Falkensteiner ist sichtlich erleichtert, dass das Verfahren nun im Sinne der Gemeindeverwaltung geendet hat. Allerdings gilt es noch die Rekursfrist abzuwarten, schließlich ist das Urteil des Verwaltungsgerichtes erst eine erste Instanz. Dann aber möchte die Gemeinde Kiens den bereits eingeschlagenen Weg weitergehen.

    „Es liegen mehrere Ansuchen von Unternehmen vor“, sagt Falkensteiner, „die sich in der Gewerbezone in Ehrenburg niederlassen möchten. Dem sollten wir Rechnung tragen. Davon bin ich überzeugt.“

    Unter den Ansuchen, die jetzt im Rathaus aufliegen, fehlt allerdings jenes von Kammerer Tankbau. Das Unternehmen hat sich mittlerweile entschlossen, am bestehenden Standort in Kiens einen neuen Lagerplatz auszuweisen, eine neue Halle soll wohl am bestehenden Lagerplatz neben der Straße entstehen.

    Ob Kammerer Tankbau zu einem späteren Zeitpunkt auch noch Strukturen in der Gewerbezone Ehrenburg benötigt, ist derzeit noch offen.

     

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