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    „Pagnotta“ für Oberosler?

    01-korruption2Im Korruptionsfall, den die Staatsanwaltschaften von Rom und Genua aufgedeckt haben, wird auch gegen zwei Mitarbeiter der Firma Oberosler aus Südtirol ermittelt.

    Wegen Korruption bei großen öffentlichen Bauvorhaben hat die italienische Justiz am Mittwoch Haftbefehle gegen 21 Verdächtige erlassen.

    Den Verdächtigen wird zudem versuchte Erpressung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung im Zusammenhang mit dem Bau einer Autobahn, mehrerer großer Bauvorhaben in Süditalien sowie einer Trasse für Hochgeschwindigkeitszüge Mailand-Genua zur Last gelegt. Mit den Ermittlungen sind die Staatsanwaltschaften von Rom und Genua betraut.

    Eine der Schlüsselfiguren in dem Korruptionsfall soll Giampiero De Michelis sein. Auch der Sohn von Ex-Infrastrukturminister Pietro Lunardi steht unter Ermittlung.

    Laut einem Bericht des Corriere dell’Alto Adige stehen auch zwei Mitarbeiter der Südtiroler Baufirma Oberosler unter Ermittlung. Dabei soll es sich Andrea Marchetti und um Luciano Fagolari handeln.

    In einem Ermittlungsstrang (in Bezug auf den Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Mailand nach Genua) wird gegen Andrea Marchetti und Luciano Fagolari wegen des Verdachts der Wettbewerbsverzerrung ermittelt.

    Der Corriere dell’Alto Adige zitiert aus Abhörprotokollen, aus denen hervorgehen soll, dass Giampiero De Michelis den leitenden Oberosler-Mitarbeiter Andreas Marchetti unter Druck gesetzt habe.

    Die Hypothese der Ermittler:

    Als „Dank“ für einen Großauftrag von über 50 Millionen Euro habe die Firma Oberosler aus St. Lorenzen im Pustertal – auf Druck von Giampiero De Michelis – Unteraufträge an Firmen, die Verwandten De Michelis gehören, abgeben müssen.

    Der OBerosler-Mitarbeiter Andrea Marchetti habe gute Miene zum bösen Spiel gemacht bzw. machen müssen.

    In einem Abhörprotokoll  beklagt sich Andrea Marchetti denn auch über den Druck, den De Michelis nach dem Zuschlag auf ihn ausgeübt habe. Marchetti sagt sinngemäß, er müsse einige „familiäre Gefälligkeiten“ zugunsten De Michelis‘ in Kauf nehmen, aber ihm gehe es eigentlich nur darum, „die 54 Millionen Euro, die ,pagnotta‘ nach Hause zu bringen“.

    Die Staatsanwaltschaft in Rom hingegen ermittelt gegen den Oberosler-Mitarbeiter Andrea Marchetti wegen des Verdachts der Korruption. Aus Kreisen der Ermittler heißt es, die Grenzen zwischen Korruption und Erpressung würden oft verschwimmen.

    Die Büro von Andreas Marchetti und Luciano Fagolari bei der Firma Oberosler in St. Lorenzen wurden von der Finanzpolizei durchsucht.

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