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    „Milliardenschwere Kathedrale“

    03-BBT-2733Der österreichische Rechnungshof kommt in seiner jüngsten Analyse zum BBT zu einem klaren Urteil: Wenn nicht endlich konkrete Maßnahmen gesetzt werden, wird der 10-Milliarden-Euro-Bau die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erreichen können.

    Nun fordert auch der österreichische Rechnungshof konkrete und griffige Maßnahmen, damit das Mega-Projekt Brennerbasistunnel jene Ziele erreicht, die die Macher seit Jahren gebetsmühlenartig als Rechtfertigung für das 10 Milliarden-Projekt predigen. LH Arno Kompatscher könnte auch anlässlich seines Aufenthalts in Brüssel endlich verbindliche und wirksame Sofortmaßnahmen für die Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene einfordern, schreibt der Dachverband für Natur- und Umweltschutz am Dienstag in einer Aussendung.

    Der österreichische Rechnungshof kommt in seiner jüngsten Analyse zum BBT zu einem klaren und unmissverständlichen Urteil. Wenn nicht endlich konkrete Maßnahmen gesetzt werden, wird der Bau, der laut aktuellen Kostenschätzungen 10 Milliarden Euro verschlingt, die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erreichen können. Konkret fordert auch der Rechnungshof eine bedeutende Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene. Der Rechnungshof warnt deshalb davor, den Mautaufschlag für LKWs weiter zu reduzieren. Der Bericht stärkt dabei jenem sektoralen Fahrverbot den Rücken, gegen das die Südtiroler Handelskammer in Brüssel rechtlich intervenieren will. Weiters wird ganz klar gesagt, dass man alle zur Verfügung stehenden Mittel, auch auf internationaler Ebene, ausschöpfen solle, um von den derzeit nur 28% Güterverkehr auf der Schiene schnellstmöglich auf 50% zu kommen.

    Diese Forderungen decken sich weitgehend mit den seit Jahren vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz und weiteren BBT-kritischen Akteuren immer wieder vorgebrachten Forderungen, endlich verbindliche Maßnahmen zu setzen, um einerseits bereits jetzt den Umweg-Verkehr über den Brenner wirksam zu reduzieren und andererseits eine gesetzlich verankerte Verlagerung von der Straße auf die Schiene für den verbliebenen Schwerverkehr zu erreichen. „Ansonsten wird der BBT eine multi-milliardenschwere Kathedrale in der Wüste, der die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen kann. Und was noch schlimmer ist, die Menschen entlang der Brennerachse müssen weiterhin gesundheitliche Einschränkungen ertragen“, so der Dachverband für Natur- und Umweltschutz.

    LH Kompatscher weilt diese Woche in Brüssel. „Wir hoffen, dass er die Rüge des österreichischen Rechnungshofes auch auf europäischer Ebene nutzt, um endlich verbindliche Zusagen aus Brüssel zur Zwangsverlagerung von der Straße auf die Schiene zu erreichen“, so der Dachverband in der Aussendung.

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    Kommentare (4)

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    • andreas

      Die Infrastruktur steht noch nicht und da haben ein paar schon einen Stress Gesetze zu verabschieden um diese Infrastruktur zu nutzen, welche organisatorisch mit der bestehenden Infrastruktur gar nicht umsetzbar wären.

    • Ein Artikel um wieder mal Stimmung gegen den BBT zu machen und die Linie der Tageszeitung aufzuzeigen (sprich billiger popolismus für „unsere“ Grüne Leserschaft).
      20 Johre zu spät hat man mit dem Bau begonnen ! Südtirol droht net in 10 Johren do Verkehrskollaps sondon schon jetzt !

      und bitte wenn Herr Kompatscher schon in Brüssel ist, kann er bitte gleich dort beliben!

    • martinsenoner

      Das wichtigste sind die Zulaufstrecken, da kann die Rüge des Rechnungshofs durchaus helfen, die Akteure zu bewegen weiterzumachen (auch Brüssel ist das gefragt). Die Initiatiativen, die jetzt schon die Güter auf die Schiene bringen sollen, hängen nicht in Brüssel (die Wegekostenrichtlinie sieht die Möglichkeit vor, die Maut zu erhöhen) sondern in Rom!

    • george

      Wenn man will, dass der BBT funktionieren soll, wann er fertig wird, dann muss man die Regeln für Maßnahmen und die Lösungen tatsachlich schon jetzt erstellen und schon dort umsetzen wo es möglich ist. Andreas, Sie befinden sich in dieser Hinsicht noch im Mittelalter in ihrem Denken.
      Der BBT mit seinen Zulaufstrecken droht wirklich eine Kathedrale in der Wüste zu werden, da sieht das der österreichische Rechnungshof völlig richtig. Das habe ich schon vor 10 Jahren gesagt, was jetzt offen wird. Wir werden von den BBT-Machern und deren Hintermännern ja ständig belogen. Wer meint, dass dieser 2026 in einen funktionierenden Betrieb geht, der glaubt an Märchen.

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