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Schock im Wald

WildschweineIn den Pusterer Wäldern sind Wildschweine unterwegs. Gesehen wurden sie bereits in Reischach, am Kreuzbergpass, in Toblach, Prags und Mühlbach.

von Silke Hinterwaldner

Da staunten einige Waldspaziergänger nicht schlecht: Wie aus dem Nichts war eine Gruppe von Wildschweinen zwischen den Bäumen in der Nähe von Reischach aufgetaucht, ein größeres Tier, offenbar in Begleitung von Überläufern, also noch jüngeren Schweinchen.

„Dass es so etwas bei uns gibt!“ Das war wohl die erste Reaktion der Beobachter.

Aber bei Walter Rienzner vom Amt für Jagd und Fischerei im Pustertal löst das weniger Erstaunen aus.

Er hat mittlerweile nicht nur aus Reischach eine Meldung bekommen, dass Wildschweine unterwegs seien. In den vergangenen beiden Wochen wurden Tiere auch am Kreuzbergpass, in Toblach, Prags und Mühlbach gesichtet. „Vor allem nach milden Wintern“, sagt Rienzner, „wächst die Population an, auch in Südtirol.“ Die Wildscheine wandern dann aus dem Südosten ein, finden sie gute Bedingungen vor, dann überschreiten manche von ihnen einfach die Provinzgrenze zum Belluno.

Dass Wildschweine zur Plage werden können, hat sich bereits vor dem Winter 2009 gezeigt. Nach mehreren milden Jahren hatten sich Wildschweine im Pustertal breit gemacht. Sie wühlen liebend gern Almwiesen und Weideland auf der Suche nach Fressbarem um: Wurzeln, Käfer, Würmer. Die Folge: Löcher in der Wiese, die mit großem Aufwand wieder beseitigt werden dürfen.

Wildschweine haben nicht besonders viele natürliche Feinde in freier Wildbahn. Nur Wölfe, Kälte und Schnee machen ihnen zu schaffen. Auch deshalb ist die Zahl der Wildschweine nach dem kalten Winter von 2009 erheblich zurückgegangen. Die recht milden Winter der vergangenen Jahre haben wieder mehr Wildschweine nach Südtirol gelockt.

Trotzdem hat es Seltenheitswert, wenn man einem Wildschwein Auge in Auge gegenübersteht.

Die Tiere sind äußerst scheu und ziehen mit Vorliebe des Nachts durch die Wälder. „Gefährlich sind sie nicht“, sagt Walter Rienzner, „aber bei verletzten Tieren oder Bachen mit Frischlingen sollte man lieber auf Abstand bleiben. Sie können durchaus aggressiv reagieren.“

Bei ihm im Amt gehen immer wieder Meldungen ein, dass ein Bär durch die Wälder streiche. Nach einer Untersuchung der Spuren stellt sich meist heraus, dass es sich wohl eher um Wildschweine handelt. „Angst haben die Leute, die sich bei uns melden, eigentlich nicht“, erklärt Walter Rienzner, „vielmehr aber wundern sie sich darüber, dass hier bei uns Wildschweine unterwegs sind. Das wissen viele nicht.“

Wie groß mittlerweile die Anzahl der Schweine im Raum Pustertal ist, lässt sich nicht schätzen. Weil die Tiere sehr scheu sind, bleiben sie meist im Verborgenen. Um eine explosive Zunahme der Wildschweine zu vermeiden, dürfen sie auch meist schon ab Mai gejagt werden.

 

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Kommentare (10)

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  • ahaa

    Gerade in Enneberge gesehen. 🙂

  • einereiner

    Wo finde ich die? Wer bringt mir dieses regionale Produkt auf die Speisekarte? Bitte nicht in Minzsoße sondern in Biersoße.

  • richard

    @einereiner
    Wo Gewalt das gesamte Denkvermögen darstellt, dort ist Ethik und Vernunft wohl abhanden gekommen.

    „Denn so lange Menschen Tiere abschlachten, werden sie sich gegenseitig töten. Wahrhaftig, jemand, der die Saat des Mordens und des Schmerzes sät, kann nicht Freude und Liebe ernten.“ Pythagoras – griechischer Mathematiker“

  • goggile

    Wahnsinn. ein experte bezeichnet Wildschweine als nicht gefaehrlich. na dann viel spass beim ablick eines keilers

  • richard

    @yannis
    Wenn Sie sich der Tierwelt gleichstellen, dann darf ich auf meine Steuerabgaben auch freiwillig verzichten. Wo Tiere in den Dienst des „Menschen“ gestellt werden, dort beginnt Gewalt. Also Sie sind eine gewaltbereite Person, welche außer das „Ich“ nichts kennen. Arme Gesellschaft mit Mitgliedern, welche das Gedankengut aus der Steinzeit noch immer in sich haben.

    • yannis

      dies hättest eh nicht schreiben müssen, mir war von vorne herein klar dass genau dies kommt.

      Meine Gewaltbereitschaft geht sogar soweit das ich zur Zeit sogar der Zucchini Pflanze die Früchte abschneide und diese ganz ohne Hemmungen zum Essen zubereite.

      • richard

        @yannis
        Ein Zitat für dich.
        „Wenn wir selbst die lebenden Gräber von ermordeten Tieren sin, wie können wir dann ideale Zustände auf dieser Erde erwarten“?
        irischer Autor, ausgezeichnet mit dem Nobelpreis und dem Oscar

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