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    Die umarmten Zinnen

    Unter dem Motto „Die Dolomiten umarmen die Menschenrechte“ bildeten am Sonntag rund 6.000 Menschen eine gigantische Menschenkette um die Drei Zinnen. Man erinnerte an alle unterdrückten Völker und Kriegsflüchtlinge.

    Am Sonntag versammelten sich am Fuße der Drei Zinnen rund 6.000 Menschen, fassten sich an den Händen und bildeten eine Menschenkette. Es war ein symbolischer Akt, um die Welt an die Schwachen und Unterdrückten zu erinnern, an all jene, die Opfer von Terror und Krieg geworden sind.

    Foto: Leonhard Angerer

    Foto: Leonhard Angerer

    Geplant, organisiert und koordiniert wurde die „Dolomiten-Umarmung“ von der Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ in Zusammenarbeit mit den Organisationen „Insieme si puó“, „Art for Amnesty“, Unesco, den Tourismusvereinen von Toblach, Innichen, Belluno sowie der Autonomen Provinz Bozen.

     

    Foto: Amnesty International/Facebook

    Foto: Amnesty International/Facebook

    IN DER DIENSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG LESEN SIE ALLE HINTERGRÜNDE ZUR ATEMBERAUBENDEN AKTION.

     

     

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    Kommentare (24)

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    • Andreas

      6000 Menschen mit sauteurer Multifunktionskleidung, welche in 3. Weltländer teilweise von Kindern hergestellt wird und mit welcher sie auf den Everest könnten, „umarmen“ also eine Bergkette um sich besser und als Gute zu fühlen, coole Aktion.
      Ich glaube aber der Schlern und der Sellastock möchten auch umarmt werden um sich nicht diskriminiert zu fühlen, was heutzutage recht schnell geht.

      Sofern nicht einiges an Geld, von wem auch immer, an Bedürftige geflossen ist, war die Aktion recht sinnfrei und im Grunde sogar zynisch, da eine symbolische Aktion niemand, außer den Beteiligten, etwas konkretes bringt.
      Was nützt es einem Hungernden, wenn ein paar für ihre Gewissensberuhigung einen Berg umarmen?

      • Ein zahlender Bürger

        Sehe ich genauso. Erinnert mich irgendwie an diese sinnlosen Aktionen zum Umweltschutz bei denen alle zur gleichen Zeit für eine Minute das Licht ausschalten und danach gehts gleich weiter wie davor ohne dass sich was ändern würde.

    • barfusler

      keine Ahnung ob übertrieben gut die Menschenkette ausgestattet war, jedenfalls denke auch ich dass alle die mitgemacht haben noch lange an das Event zu denken haben ohne sich dabei erinnern zu müssen weshalb es stattgefunden hat. Ich versuche es mir jetzt jedenfalls zu merken, vielleicht hilft es ja

    • kleiner Mann

      6000 Leute umarmen die drei Zinnen . . .nun, wenn jeder einem Flüchtling etwas warmes zum Anziehen und evtl. auch Nahrung gegeben hätte, wäre die Aktion sicherlich sinnvoller gewesen. Denn: was haben die drei Zinnen von dieser Umarmung ? Aber sicherlich, diese Aktion ist leichter als selbst etwas für einen Flüchtling zu tun und viele werden sich dann auch als extreme Gutmenschen gefühlt haben, die nun die Welt gerettet haben . .

    • Peter

      Selbstdarsteller welche sich dann selbstgerecht gegensteitig auf die Schulter klopfen wie gut und edel sie sind dass sie einen Ausflug zu den 3 Zinnen gemacht haben.

    • Sandro

      Ich war einer der 4.500 Menschen die bei dieser Aktion dabei war. Im Jahre 2009 gab es die erste Aktion um die Drei Zinnen und auch damals ist den Organisationen nicht gelungen den Kreis um das Massiv zu schließen. Die Organisatoren waren hauptsächlich Bürger aus den Cadore, die in Verglich mit Südtirol nicht so wohlhabend sind, aber sehr aktiv in Projekte in mehrer Kontinente (siehe Onluss „Insieme si può“) sind.
      Aus den Cadore (Pieve di Cadore) stammt auch Don Lugi Scotti der sehr bekannt mit seine Aktionen gegen „Narcomafie“ und den Verein „Libera-Associazioni“ ist, er war auch einer der treibenden Kräfte dieser Aktion.
      Großteil der Teilnehmer kamen aus den Veneto, viele Busse von „Pax Christi“ und sehr wenige auch Südtirol.
      Die Bemerkung von „Andreas“ finde ich lächerlich, sollte man auf den Berg mit Schwimmhosen oder Jeans gehen ?

      • Andreas

        Und wenn der Papst, Putin und Obama persönlich es organisiert hätten und dabeigewessen wären, wenn nichts Konkretes rausgekommen ist, war es eine recht sinnfrei PR Aktion und diente der Gewissensberuhigung der Teilnehmer, doch sicher keinem, der meiner Meinung nach zynisch, Bemitleideten.
        Die Bermerkung zur Kleidung deshalb, weil ich es amüsant finde, wenn Leute aus unserer Wohlstandsgesellschaft, welche teilweise nicht mehr wissen wohin mit dem Geld, annehmen, dass wenn sie einem Berg umarmen, es auch nur einem Einzigen, außer ihnen selbst, dadurch besser geht.

        Die reiche Überflussgesellschaft solidarisiert oder eher bemitleidet Hungernde, um das eigene Gewissen zu beruhigen, und geht nachher voller Stolz was man geleistet hat ein Schnitzel essen und trinkt ein Bier dazu. 🙂
        Man könnte eigentlich T-Shirts in China von Kindern machen lassen mit dem Slogan „Ich war dabei“, damit dieses Ereignis auch nachhaltig ist.

      • schorsch

        Sandro: Gelten die universalen Menschenrechte auch für das bisher vorenthaltene Menschenrecht der Südtiroler auf ihre Selbstbestimmung – stand man uniform gekleidet auch deswegen auf dem Berg?

        • Sandro

          @Schorsch
          Ich habe nichts gegen Selbstbestimmung aber damit hatte diese Kundgebung nichts zu tun. Neben mir waren einige Österreicher aus Kärnten und Slowenen die eine längere Fahrt hinter sich hatten.

          • schorsch

            Ich las oben im Bericht, daß man u.a. wegen der „Menschenrechte“ am Berg stand. In meiner Einfalt dachte ich, daß Südtirol von diesen Rechten nicht ausgenommen sei. War ein Irrtum.

            • Sandro

              Für Shorsch
              Nur zum Spaß: der Berg war in zehn Sektoren unterteil:
              1. Afghanistan, 2 Brasilien, 3 China, 4 Elfenbein Küste, 5 Eritrea, 6 Mexico, 7 Nigeria, 8 Syrien, 9 Somalia, 10 Uganda und du hättest mit Nummer 11 Südtirol dazu genommen !

            • schorsch

              Auch nur zum Spaß: die geplagten Leute in den genannten 10 Staaten werden Freudentänze wegen dieser mutigen Aktion aufführen.
              Was mich eher stört:
              daß sich der Fremdenverkehr mit Werbeabsichten hier einklinkt – das ist moralisch verwerflich!
              Alles ist käuflich geworden, alles stinkt nach Moralinsäure. „Wir sind hier die Guten“.
              Und vor allem:
              warum muß man sich für das Menschenrecht uniformieren – wer bezahlt das? Wer hat Ihnen die Bekleidung bezahlt – Sie selbst aus eigener Tasche?
              Ich glaube das nicht !

            • Sandro

              Für Schorsch
              Das mit der Bekleidung verstehe ich nicht, Großteil der Freiwilligen hatten die eigene Windjacke und ein roten Band am Arm, die anderen Teilnehmer die eigene Bergausrüstung.
              „Insieme si può“ kann man ganz unterschiedlich unterstützen: 5 x 1000 oder 8 x 1000 oder mit kleine Spenden: 7€ ein Moskitonetz gegen Malaria, 150€ ein Rollstuhl, 50€ für ein Grundkorb für die armen Familien in Brasilien, 30€ Armut bei uns zu Hause (einen monatlichen Beitrag für eine hiesige Familie), 100€ für Notfall Hunger in Uganda, 50€ für eine Ziege für die Frauen in Afghanistan, 50€ für eine sichere Geburt in Uganda und ……………..
              Was macht unsere „Eine Welt Organisation“ in Südtirol anders ? man muss auch für solche Projekte werben ? ich verstehe nicht diese Aggressionen

    • Sandro

      Seit meiner Schulzeit war ich nicht mehr bei einer Kundgebung/Demonstration, ich lass mich nicht gern einreihen. Ich muss ehrlich sein ich war neugierig ob es in Italien noch Bürger gibt die sich für solche Themen nach so viele Jahrzehnten „Berlusconi Epoche“ und Gehirnwäsche die sicher eine Generation geprägt hat, engagieren. Ich bin um die ganze Runde gegangen und habe viele junge und ältere Bürger und einzelne Geistlichen gesehen und gehört, die meisten hatten eine lange Fahrt hinter sich (ganz viele aus Venedig) und sie waren freundlich und neugierig. Bier und Schnitzel gab es nirgends, kein Stand mit Lebensmittel aber ein größer Stand mit Informationen über die Tätigkeit des Verein „Insieme si può“ der für seine Projekte geworben hatte.
      Was mich begeistert hat das in Vergleich mit das Wohlstandland Südtirol, das der ärmere Cadore sehr viel in diesen Bereich leistet. Im jeden kleinen Ort, gibt es eine Gruppe Onluss „Insieme si può“ die sehr viele Projekte unterstützt: Alleghe,, Canale d’Agordo, Auronzo di Cadore, Danta di Cadore, Doemgge di Cadore,, Arabba, Ospitale di Cadore, Pelos di Cadore, San Pietro di Cadore, S. Stefano di Cadore und 50 andere.
      Also was konkretes ist schon rausgekommen, für mich die Gewissheit das es in Italien noch Bürger gibt die nicht passiv den Mächtigen nachlaufen und für die Onluss; http://www.365giorni.org/info.html mehrere Unterstützer für die Projekte.

      • Andreas

        Nimms nicht persönlich, jeder kann machen was er will.
        Sofern aber nichts Konkretes, in Form von Geld für die Betroffenen, erreicht wurde, finde ich solche Aktionen eine reine Selbstdarstellung und Gewissensberuhigung der Organisatoren und Teilnehmer.

        Solidarität für unterdrückte Völker und Kriegsopfer war das Thema.
        Was genau bringt diese Aktion den Betroffenen, außer gar nichts?

    • checker

      Das sind die typischen Mies-macher Kommentare bezüglich einer Aktion, der bekannte Autor Roberto Saviano hat einmal den Begriff „La macchina del fango“ geprägt, jede Iniziative bezüglich eines Widerstandes (bei ihm gegen die Mafia) werden unterminiert, indem man auf die eigene Schuld aufmerksam macht, auf die Zwecklosigkeit, man verallgemeinert (es ist ja sowieso jeder irgendwie mit drin) man kann ja eh nichts dagegen machen.
      Hier spricht man den Leuten, durch Tragen von Funktionsjacken, das Recht ab Initiativen zu starten und für Rechte einzutreten. Nur ein vollkommener Mensch hat das Recht Positives zu tun.
      Ich möchte hier entschieden gegen die oben genannten MIesmacherkommentare eintreten.
      Mögen die Akteure unvollkommen sein, ihre Ziele sind edel und das ist gut.

      • Andreas

        So richtig hast das mit den Multifunktionsjacken, mit welchen man auf den Everest gehen könnte, anscheinend nicht verstanden. Das hat gar nichts mit der Vollkommenheit oder Unvollkommenheit des Einzelnen zu tun.

        Vielleicht etwas anders erklärt.

        Da laufen Menschen mit Bekleidung, welche teilweise über 1000 Euro kostet, ein Sinnbild unserer dekadenten Gesellschaft, an den Fuße eines Bergmassivs, welches sie umarmen wollen, was jetzt recht sinnfrei klingt, und die Motivation ist auf die Armen und Verfolgten dieser Welt hinzuweisen.
        Mehr als eine PR Aktion in eigener Sache und für das Gebiet kann ich da beim besten Willen nicht erkennen.
        Was daran edel sein soll bei einem gemütlichen Sonntagsausflug bei einer solchen PR Aktion mitzumachen, müsstest Du mir jetzt erklären.
        Was genau bringt es den Bemitleideten, wenn unsere dekadente Gesellschaft nur auf sie hinweist?

        Es wirkt so als würden grad ein paar Leute in einem See ertrinken und am Ufer bilden einige Yachtbesitzer eine Menschenkette und sichern dem Ertrinkenden ihre volle Solidarität zu in der Hoffnung, dass andere sie retten werden.
        Und für diese Menschenkette erwarten sie anscheinend noch Anerkennung.
        Die Menschenkette mag Deiner Meinung nach edel sein, ich sehe es als zynisch, denn ersaufen werden sie alle, wenn nicht einer seine Yacht nimmt und rausfährt um sie zu retten.

      • Andreas

        @checker
        Du bringst mich auf eine neue Geschäftsidee.
        An einem Sonntag Nachmittag so nebenher gemütlich die Welt zu retten, müsste den Leuten doch etwas wert sein.
        Wenn man Eintritt verlangt, würde dies die Begehrlichkeit erhöhen, wenn man damit wirbt, der einzige echte Weltretter zu sein.
        Man müsste auch damit werben, dass man die Einnahmen Bedürftigen spendet, wobei aber natürlich für diese nur ein kleiner Teil abfällt und der Rest für die Verwaltung verwendet wird, wie es bei jeder seriösen Hilfsorganisation üblich ist.
        Der vernachlässigte Schlern und der Sellastock können sich schon auf eine anständige und innige Umarmung freuen und dies alles im Namen der Solidarität ….. 🙂 🙂

    • Yannis

      @Andreas,
      >>>aber natürlich für diese nur ein kleiner Teil abfällt und der Rest für die Verwaltung verwendet wird, wie es bei jeder seriösen Hilfsorganisation üblich ist<<<

      so ist es !! mit der "Uneigennützigkeit" dieser hauptberuflichen Weltverbesserer.

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