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    „Fest der Verbrüderung“

    „Fest der Verbrüderung“

    Am Paradiso-Pass wird der Evakuierung des Dorfes Vermiglio vor hundert Jahren gedacht – und eine Gedenktafel für den verstorbenen Regionalratspräsidenten Diego Moltrer enthüllt. 

    Vor hundert Jahren brach erstmals Kanonengedonner die Stille des ewigen Eises am Presena-Gletscher. Es war der Beginn eines dreijährigen, blutigen und zermürbenden Stellungskriegs, bei dem sich die zwei feindlichen Lager gegenüberstanden.

    Der Paradiso-Pass ist heute, ein Jahrhundert später, ein Ort des Gedenkens, an dem sich die einstigen Feinde im Namen der Verbrüderung einfinden. Das Fest wurde vor 38 Jahren von Emilio Serra und Kurt Steiner konzipiert und hat sich im Laufe der Zeit zu einer einzigartigen Gelegenheit entwickelt, um – gerade an dem Ort, an dem viele Menschen auf tragische Weise gefallen sind – über die Bedeutung des Friedens nachzudenken. Das Erbe von Emilio Serra wird heute vom Sohn Achille und seiner Familie weitergeführt, sodass sich weiterhin hunderte Personen am Paradiso-Pass einfinden, um an der Feier teilzunehmen.

    Es werden Vertreter der Kaiserschützen, Kaiserjäger und Standschützen, der Schützenkompanien, des Österreichischen Schwarzen Kreuzes, der Alpini-Gruppen, der ehemaligen Frontkämpfer und der Freiwilligenverbände des Sulztales und der Val Camonica zugegen sein. Das Fest der Verbrüderung bietet auch die Gelegenheit, an die Ereignisse im August 1915 zu erinnern:

    Das Dorf Vermiglio lag damals an der Front, also wurden die Einwohner evakuiert und in das Flüchtlingslager von Mitterndorf gebracht. Eine starke und hochkarätige Vertretung des Steirischen Ortes wird am Samstag und am Sonntag den Gedenkfeiern beiwohnen und eine Verbundenheit bestätigen, die lange nicht verblasst ist.

    Die Präsidentin des Regionalrates von Trentino-Südtirol, Chiara Avanzo, und der Landesrat Carlo Daldoss werden ihre Grußworte an die Teilnehmer richten und Senator Franco Panizza wird in Vertretung des Staatlichen Komitees für die 100-Jahre-Gedenkfeiern die Grüße der Regierung überbringen.

    Das Fest der Verbrüderung wurde am Samstag in Vermiglio mit dem Konzert des Coro Val Sella eröffnet. Am Sonntag wird die Seilbahn am Tonale-Pass bereits ab 7.00 Uhr die Teilnehmer zur Bergstation befördern. Um 10.00 Uhr wird der Festzug in Begleitung der Musikkapelle Ossana-Vermiglio bis zum Denkmal der Verbrüderung ziehen. Der Feldkaplan, Pater Giorgio Valentini, wird dort um 10.45 Uhr die vom „Coro Presanella“ musikalisch umrahmte Heilige Messe zelebrieren. Im Anschluss daran wird die Schützenkompanie Sulzberg die Ehrensalve abfeuern und sodann wird die Kranzniederlegung am Denkmal der Verbrüderung stattfinden.

    Bei dieser besonderen Gelegenheit wird eine Gedenktafel für den Regionalratspräsidenten Diego Moltrer enthüllt, der ein begeisterter Befürworter dieser Veranstaltung war. Für das Fest der Verbrüderung übernehmen das Präsidium des Regionalrates von Trentino-Südtirol, der Landeshauptmann von Trient und das Assessorat für Kultur, Genossenschaftswesen, Sport und Zivilschutz der Autonomen Provinz Trient, die Gemeinde Vermiglio und die Gemeinschaft Sulzberg die Schirmherrschaft.

    An diesem Wochenende sind alle herzlich nach Vermiglio und zum Presena-Gletscher eingeladen, um der Vergangenheit zu gedenken und im Zeichen der Freundschaft, der Verbrüderung und des Friedens beisammen zu sein.

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