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    „Feige Mehrheit“

    „Feige Mehrheit“

    Die Abgeordnete Myriam Atz-Tammerle übt harsche Kritik am neuen Kulturgesetz: Die SVP traue sich nicht, sich zur Tiroler Kulur und zur deutschen Volksgruppe zu bekennen.

    Von Matthias Kofler

    Der 1. Gesetzgebungsausschuss des Landtags hat am Donnerstag das neue Kulturgesetz, vorgelegt von den Landesräten Philipp Achammer, Christian Tommasini und Florian Mussner, verabschiedet: Die fünf SVP-Vertreter Ja Magdalena Amhof, Maria Hochgruber Kuenzer, Josef Noggler, Helmuth Renzler und Oswald Schiefer stimmten geschlossen für den Entwurf, während sich die Oppositionsvertreter Myriam Atz Tammerle, Brigitte Foppa und Pius Leitner der Stimme enthielten.

    Wie Ausschussvorsitzende Magdalena Amhof berichtet, wurde der Entwurf mit wenigen Änderungen, die von der Opposition wie auch von der Mehrheit vorgebracht wurden, genehmigt. Einige Änderungen gingen auf Vorschläge zurück, die bei der Anhörung der Kulturorganisationen am vergangenen Freitag gemacht wurden, so etwa die Förderung von Übersetzungen im Rahmen der Verlagsförderung, die Präzisierung, dass nur für hohe Beträge zugunsten größerer Organisation die Pflicht zur Bilanzprüfung  besteht, oder die Betonung des Subsidiaritätsprinzips, wonach die Initiative zu Veranstaltungen vor allem von Vereinen und privaten Trägern ausgeht.

    Eingehendere Diskussionen gab es zu den grundlegenden Definitionen in Artikel 1 des Entwurfs, der die Kulturpolitik in den Rahmen des Minderheitenschutzes stellt. Myriam Atz-Tammerle warf den SVP-Vertretern „Feigheit“, weil diese den Begriff „Sprachminderheiten“ anstelle des Begriffes „ethnische Minderheiten“ verwendeten.

    Myriam Atz-Tammerle: „Es ist lediglich von sprachlichen und nicht von ethnischen Minderheiten die Rede, geschweige von Tiroler Kultur. In Wirklichkeit geht es aber darum, dass sich die Südtiroler eben nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell und ja, durchaus auch ethnisch von den Italienern unterscheiden. Genau diese Unterschiede zu Gunsten der italienischen Mehrheit zu verwischen, wird mit dem Landeskulturgesetz beabsichtigt. Man ist zu feige, sich zur Tiroler Kultur sowie zur deutschen und ladinischen Volksgruppe zu bekennen.“

    Auch kritisierte Atz-Tammerle, dass man sich im Gesetzgebungsausschuss geweigert habe, einen Bezug zur Europaregion Tirol einzubauen. Daher warnte die Abgeordnete im Gesetzgebungsausschuss: „Das geplante Landeskulturgesetz ist kein Vergleich zum bisherigen Landesgesetz und soll unterschwellig als Maßnahme dienen, mit der, dank der Unterstützung der SVP, Grünen und italienischen Parteien, der Minderheitenstatus der Südtiroler als nicht mehr zeitgemäß abgetan soll.“

    Ebenfalls keine Mehrheit fand eine stärkere interkulturelle Ausrichtung bei der Besetzung des Landeskulturbeirats (Antrag der Grünen). Dies soll laut Landesrat Philipp Achammer in den Durchführungsbestimmungen geregelt werden.

    Aus Dringlichkeitsgründen wurde auch ein themenfremder Artikel eingefügt, der das Vergabewesen durch Gemeinden und Bezirksgemeinschaften definiert und vereinfacht (zum Beispiel Direktvergabe innerhalb bestimmter Grenzen). Dieser Vorgriff auf das Vergabegesetz war laut Landesregierung nötig, da sonst ab Anfang September die staatlichen Bestimmungen zum Tragen kämen.

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    Kommentare (22)

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    • Erich

      Net zu glabn, dass für solchen Senf monatlich 7.000€ kreagsch.

    • Lois

      Dös Foto stommt wohl no aus den 30iger Johrn. Kein Bedürfnis mehr.

      • Walter Mair

        @Lois
        Und genau so verhaltet sich diese Dame! Sie ist noch nicht im dritten Jahrtausend angekommen!
        „Feige Mehrheit“ ? Wenn sie nur ein wenig Hirn im Kopf hätte, würde sie solche Sprüche nicht in die Welt hinausposaunen! Verblendet vom Brauchtum, der teilweise schon lange keiner mehr ist, sondern Lederhosenkasperletheater! Die Jungen checken solche Späßchen schon lange, sie lassen sich nicht mehr verarschen! Gerade nicht von der obersten Etage ihrer Partei! Bis auf einigen Ewig gestrigen. Mit solchen banalen Sprüchen hausieren gehen, finde ich nicht nur widerlich, sondern absolut naiv!

        • Walter Mair

          Das Lederhosen tragen auf den Festen ist nun so wie wir die ersten Jeans herausgezogen haben, wenn es darum ging up to date zu sein! Das hat noch gar Nichts zu bedeuten! Tiroler ist man im Herzen, wenn schon! Man muss es nicht demonstrieren! Hat diese Dame wirklich Ahnung von der Tiroler Kultur?

          • Verwunderte

            Man MUSS es natürlich nicht demonstrieren. Aber wenn man stolz auf sein Landl ist, stolz auf die Tradition, die Tiroler Kultur und die Tiroler Lebensweise DARF man es zeigen!

    • Franza

      Die Atz konn ja in ihrem Dierndl ummerlafen, wenn sie moant, dass des in ihre Gäste gfallt, ober andere Leit soll sie in Ruah lassen.

      • Walter Mair

        @Lois
        Und genau so verhaltet sich diese Dame! Sie ist noch nicht im dritten Jahrtausend angekommen!
        „Feige Mehrheit“ ? Wenn sie nur ein wenig Hirn im Kopf hätte, würde sie solche Sprüche nicht in die Welt hinausposaunen! Verblendet vom Brauchtum, der teilweise schon lange keiner mehr ist, sondern Lederhosenkasperletheater! Die Jungen checken solche Späßchen schon lange, sie lassen sich nicht mehr verarschen! Gerade nicht von der obersten Etage ihrer Partei! Bis auf einigen Ewig gestrigen. Mit solchen banalen Sprüchen hausieren gehen, finde ich nicht nur widerlich, sondern absolut naiv!

        • Garuda

          @Walter Mair

          Also man mag zur STF stehen wie man will und ich habe bisher die STF mit dem Interview zum Thema gleichgeschlechtliche Ehe für seine wirklich liberale, freiheitliche Haltung zu diesem Thema gelobt, sonst noch nie, weil ich mich einfach nicht mit rechts identifizieren kann.

          Was hier aber eine Schweinerei von manchen Usern ist, dass Tammerke auf ein Dirndl oder Lederhosen reduziert wird, was völlig vom Schuss ist und null mit dem Thema zu tun hat.

          Was habt ihr gegen die völlig richtigen Ausdrücke Tirolerisch und ethnische Minderheit?

          Das stimmt doch haargenau für die Südtiroler Kultur, denn wer will ernsthaft behaupten, dass die Südtiroler Italiener wasch echte Italiener sind? Die ethnische und kulturelle Minderheit stimmt einfach und trifft völlig für alle drei Sprachgruppen zu.

          Von wegen der grüne Mief von interkulturell. Ich weiß nicht was diese Leute mit solchen schwachsinnigen Begriffen wollen, oder meinen sie wirklich dass die Südtiroler Kultur ein Sammelsurium aus Buddhisten, Islamisten und Christen ist und deshalb die Kultur eine interkulturelle sei?

          Das ist echter Topfen. Vielleicht ist denn das auch eine tolle Erfindung von Frau Foppa.

          • Walter Mair

            @Garuda
            Dass ich mit den Grünen nichts am Hut habe wird Ihnen, wenn Sie meine Statements verfolgt haben, schon klar sein. Ich habe bei einer Untersuchung über die Bräuche und Gepfogenheiten 11.000 km das gesamte Gebiet abgefahren und bin bis ins letzte Nest gekommen. Habe die Bräuche und die Menschen kennen und schätzen gelernt. Also bitte MIR kann keiner von Euch sagen, ich weiß nicht von was ich rede! Nur geht mir der ewige Käse vom Tiroler Sein auf den Keks. Jeder soll tun und lassen,was er will. Wenn man aber immer die gleichen Floskelnl aufwartet,dann wird es langsam langweilig.Dass wir total verschieden sind ist ein Fakt und ich bin der Erste, der das zur Kenntnis nimmt. KEINER aber auch KEINER von Euch hat es mit „walschen“ faschistischen Schlägertrupps zu tun gehabt in den 60er Jahren! Trotzdem hat sich das Leben in Südtirol verändert und man muss nicht immer die selbe populistische Karte ziehen. Den jungen Menschen geht dieser Scheiß total am Arsch vorbei und das auch in den Dörfern draußen…

            • Garuda

              Wer das glaubt, wird selig.

              Man muss nur eine Lüge siebenmal wiederholen, um sie selbst für wahr zu halten.

              Was Sie in den letzten Nestern gesehen haben, dürfte mindestens gleich stark von Ihrem subjektiven Standpunkt aus an Voreingenommenheit beeinflusst gewesen sein, wie all das, was Sie hier schriftlich zum Besten geben. Ich kenne ein anderes Südtirol als Sie hier darlegen.

            • Walter Mair

              @Garuda
              Was nicht sein darf,das gibt es nicht… 🙂

            • Garuda

              @Walter

              Könnte man bei dir glatt meinen!

            • Walter Mair

              @Garuda
              Abgesehen, dass SIE mich als einen Lügner bezeichnen,ohne mich zu kennen, strotzen Sie nur vor Argumenten. Meines Erachtens sind Sie nur peinlich…. 🙂

            • Garuda

              Das war jetzt das allerbeste Argument, jemanden peinlich nennen. Aber vielleicht ist es das, was Sie unter 11.000 km meinten.

          • Walter Mair

            @Garuda
            Nehmen wir einmal an ,dass ich bei der Studie das gesamte Tirol gemeint habe! SIE werden vom TSCHÖGGL -Berg wahrscheinlich nicht herunter gekommen sein. So wie Sie argumentieren…. 🙂

            • Garuda

              @Walter Mair.

              Lieber am Tschögglberg als hinter dem Mond und dann noch meinen, wie wissenschaftlich Sie doch seien.

              Schon mal was von pseudowissenschaftlich gehört?

            • Walter Mair

              @Garuda
              Ich sagte ja!! Mit solchen Argumenten machen Sie sich nur lächerlich! 🙂

            • Garuda

              @Walter Mail

              Peinlich und lächerlich, das sind schlagende Argumente.

    • olga

      die S:V: P: wird sich bei den nächsten Wahlen noch mehr verlieren wenn sie so weitermachen.

    • Jennifer

      Kann mir bitte jemand erklären was mit Südtiroler Kultur gemeint ist und wo sie zu finden ist? Ich kann da nicht viel erkennen…

    • Spaltpilz

      Mein lieber Garuda, wie kannst gerade du dich so aufregen wenn jemand die Tammerle kritisiert? Du der jedes Mal ein Hassposting loslässt wenn er irgendwo „Grün“ liest.
      Und zweitens verstehe ich nicht warum du dir einen Nickname einer fernöstlichen Gottheit gegeben hast – hättest dich ja bei Wagner inspirieren können!

      • Garuda

        Das meinst und kaubst aber auch nur du allein. Ich sehe nicht Frau Tammerle und nicht Frau Foppa oder Herrn XY, sondern wehre mich dagegen, dass Leute von rechts und links und was auch immer mit solchen stumpfsinnig Begriffen umgehen, und ich weiß immer noch zwischen konstruktiven und destruktiven Vorschlägen zu unterscheiden, auch wiederum ganz ohne Vorbehalte aus welcher politischen Ecke es kommt.

        Deshalb geht deine Ansicht, dass ich gegen alles Grüne was hätte, an mir vorbei, denn ich lobe Herrn Heiss oder den Flor genauso wenn es angebracht scheint, wie einen Herrn Knoll, wenn er sich für die gleichgeschlechtliche Ehe einsetzt oder dafür ausspricht.

        Grad an mir kann jeder Versuch nur schiefgehen, mich von manchem User rechts oder links zu brandmarken, denn ich habe ganz meine eigenen Anschauungen, zu denen ich auch stehe. Und wie schon oft gesagt, finde ich mich in keiner Südtiroler Partei wieder, wenn auch in vielen Punkten mit die „neue“ SVP immer sympathischer wird.

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