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Verzerrte Ergebnisse?

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Die internationale Forschungsgruppe von PAN-Europe zerpflückt die Studie der Südtiroler Sanität und des Versuchszentrums Laimburg zum Thema Pestizidbelastung auf Spielplätzen.

Vor rund zehn Tagen hat die Südtiroler Sanität gemeinsam mit dem Versuchszentrum Laimburg eine Studie zum Thema „Langzeiterhebung zu Pestizidrückstände auf Spielplätzen in der Periode 2018-2022″ vorgestellt.

Die Ergebnisse stehen zum Teil in Widerspruch zu der bereits im September 2022 vorgestellten Studie der internationalen Forschungsgruppe PAN-Europe und BOKU.

Folgende Punkte seien laut PAN-Europe und BOKU zu bemerken:

  • Zeitpunkt der Probenentnahme

Im Jahr 2021 seien viele Grasproben im Monat Februar (Winter) und während der Erntezeit (August / September) gezogen worden.

Dies könnte statistisch betrachtet zu einer Verzerrung der Ergebnisse führen, so PAN-Europe und BOKU.

Weiter heißt es in der Aussendung:

Immerhin beobachtete man, dass die Belastung im Monat Mai über den Jahren unverändert hoch ist. Über 90% der untersuchten Spielplätze / Schulhöfe sind mit Pestiziden belastet. Auf einen Spielplatz in der Gemeinde Kurtatsch wurden sogar 5 verschiedene Pestizide nachgewiesen.

  • In der Studie wurde auch nicht detailliert auf die Eigenschaften der gefundenen Wirkstoffe eingegangen (Krebserregend, Reproduktionstoxizität, Umwelttoxizität, ). Am häufigsten wurden folgende Wirkstoffe nachgewiesen: (Information gemäss EU Pesticide Database)
    • Fluazinam – „Kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen“
    • Captan – „Kann vermutlich Krebs erzeugen“
    • Phosmet – „Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen“
    • Folpet – „Kann vermutlich Krebs erzeugen“
  • Bei den gefundenen Wirkstoffen handelt es sich zum Teil auch um hormonell wirksame Substanzen. Hier gilt die These „Die Menge macht den Gift“ (Paracelsus-These vor 500 Jahren) nicht, und wurde bereits wissenschaftlich nachgewiesen, dass bereits kleinere Konzentrationen negative gesundheitlichen Effekte hervorrufen können.

Diese Effekte werden sich erst in Jahren bis Jahrzehnte zeigen, was ein Monitoring essentiell macht um das potentielle Risiko nachhaltig zu erfassen um ggf. schnell Reduktions und Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.

  • Vergleich mit MRL Salat versus MRL Äpfel / Blaubeeren

In Vergangenheit wurde einen Vergleich mit MRLs für Lebensmitteln mehrmals kritisiert.

Bei unseren Studien wurde die gefundenen Konzentrationen mit dem erlaubten Grenzwert für Salat verglichen, weil zum Zeitpunkt der Probenentnahme (April bis November) in den Privatgärten und Bioanlagen Salat geerntet wurde und weil die Blattstruktur von Gras bzw. Wildsalat wie Löwenzahnblätter ähnlich ist.

Bei der vorgestellten Studie wird einen Vergleich mit MRL für Äpfel / Blaubeeren gemacht, welche wesentliche höhere Grenzwerte erlauben, und somit scheinbar in Ordnung sind. Würde man die Ergebnisse wie zuvor schon mit MRL für Salat vergleichen, würde das Ergebnis anders aussehen.

  • Bei der Laboranalyse wurde nur nach 92 Wirkstoffe gesucht, obwohl das angewandte Analyseverfahren, so wie es in vorangegangenen Studien angewandt wurde, über 300 Substanzen nachweisen kann und auch dem Anwendungsspektrum eher entsprechen würde. Wir vermuten, dass einige Substanzen nicht nachgewiesen wurde, da sie nicht im Analysespektrum aufschienen.
  • Auf eine mögliche Aufnahme über die Atemwege wurde zu wenig eingegangen.“

Das Fazit von PAN-Europe und BOKU:

„Das Ziel der Studie war es unter anderem festzustellen, ob die von der Südtiroler Landesregierung getroffenen Maßnahmen tatsächlich zu einer Reduktion des Abdriftes geführt haben. Es konnte zwar eine signifikante Reduktion der Rückstandsbelastung von sensiblen Orten festgestellt werden, allerdings sollte das Monitoring mit einer verbesserten und transparenteren Standortauswahl und Probenahmezeit fortgeführt werden.

Es wäre begrüßenswert, wenn unabhängige Wissenschaftler gemeinsam mit den Landesinstitutionen in Zukunft ein vollständiges und transparentes Monitoring durchführen.“

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (2)

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  • nobodyistperfect

    Frage immer wer die Studie bezahlt und du wirst das Ergebnis bereits im Voraus erkennen.

  • andreas1234567

    Hallo nach Südtirol,

    PAN bedeutet „Pestizid Action Network“, ein alarmistischer Spendensammelverein von denen es hunderte gibt.
    Allen gemeinsam ist das Interesse an einer gut gefüllten Spendendose die niemals voll werden will.
    BOKU meint wohl die Lehranstalt für Bodenkultur in Wien.

    Es ist immer wieder das Gleiche mit den lautstarken Planetenrettern..

    Zwei Fragen können die leider nicht beantworten:

    Wenn man die heimischen Bauern zu ihrem Glück zwingt kostet das Kilo Äpfel vom heimischen Markt eben das Dioppelte und am Ende wird im Supermarkt dann der chinesische oder amerikanische Apfel aus Übersee angekarrt und für die Hälfte angeboten.
    Und was meinen die Forscher wohl was dann gekauft wird und welcher Produzent dann durch die Finger schaut?

    Und wenn doch diese Spritzmittel so tödlich in den kleinsten Konzentrationen sind ( es werden alle gesetzlichen Grenzwerte eingehalten, das wird sorgsam verschwiegen und es müssen auch grundsätzlich Kinderspielplätze sein wegen dem Alarmismus und wegen der Spenden) warum beträgt das Durchschnittsalter der Obstbauern nicht irgendwas zwischen 35-40 Jahren?

    Es geht schlicht darum Spenden und Landesgelder für „Forschung“ abzugreifen..

    Und ganz im Übrigen, in Mals (was sie gerne als ihre Hochburg verkaufen) ist ihre Leib-und Magenpartei mit der Froschfarbe mit 114 Stimmen belohnt worden..(7,6 %)

    Die groteske Traumtänzerpartei „Vita“ welche von einer bekannten Südtiroler Anwältin beworben wurde hatte 191 Stimmen eingeheimst. (12,7 %)

    Auf Wiedersehen in Südtirol

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