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„Es ist kalt in dieser Stadt“

Symbolfoto: Ludwig Thalheimer

Der Erfrierungstod des jungen Ägypters in Bozen hat für Bestürzung gesorgt. Nun richten die Omas gegen Rechts einen dringliche Appell an die Politik.

Der Tod eines 20-jährigen Ägypters in Bozen hat für große Bestürzung
besorgt.
Der junge Mann ist erfroren. Seine Leiche wurde am Bahnhof der Messe entdeckt.
Neben anderen sozialen Organisationen haben sich am Samstag auch die Omas gegen Rechts zum Wort gemeldet. Mit einem offenen Brief.
Das ist der Brief im vollen Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Gemeinderäte, und
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann, Sehr geehrte Landesregierung, Sehr geehrter Herr Bischof,
 
wie oft haben Sie in diesem Winter eine Zwangsräumung, das Wegwerfen von Zelten, persönlichen Gegenständen und Schlafsäcken angeordnet?
Es ist kalt in dieser Stadt.
Die gleiche Frage zum x-ten Mal.  Wie kann es sein, dass man in der reichen Provinz Bozen bei Minusgraden auf der Straße schlafen und sterben muss? Das Land hat der Gemeinde Platz zur Verfügung gestellt, der Streit um die Miete von 5.000 Euro! Und es gibt doch noch mehr leerstehende Gebäude, oder?
Das kostet Geld? Aber jetzt wiegt doch sowohl das geforderte als auch das nicht investierte Geld schwer, nicht wahr?
Zumindest auf unseren Schultern, denn schließlich hätten auch wir Bürger:innen längst auf eine menschenwürdige Versorgung und Unterbringung dieser Menschen bestehen sollen.
Und haben wir dann nicht auch noch eine andere reiche Institution in unserem Land, die Kirche? 
Mit leerstehenden Gebäuden und/oder Räumen? Auch auf diese Frage hatten wir in der Vergangenheit schon Antworten erhalten, die ein Jesus – sofern er nicht nur eine fiktive Person war, deren Geburt wir bald in Saus und Braus feiern – niemals akzeptieren würde.
 
Ein dramatisches Paradox, am Vorabend des Tages der Menschenrechte mit zwanzig Jahren in der zweitbesten lebenswertesten Stadt Italiens auf der Straße zu erfrieren.
Wir warten auf Antwort – bevor wir ein zweites Kälteopfer beweinen müssen!“
Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (10)

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  • rumer

    Liebe Omas, wer hat jetzt Schuld, dass dieser junge Mann erfroren ist?
    Petrus, die Bozner Stadtverwaltung, die linken Omas, die ihn nicht in ihre Wohnung aufgenommen haben, die Schlepperbanden, die ihn nach Bozen gelockt und gebracht haben, Merkel mir ihrer Einladungspolitik. Oder er selbst, der auch wissen sollte, dass es in Bozen kälter als in Ägypten ist? Wem es hier zu kalt ist, der kann auch wieder nach Afrika.

    • vogelweider

      Haben Sie sich noch nie gefragt, ob nicht auch Sie einen Teil der Schuld tragen? Sie, dessen Kaste mit öffentlichen Geldern zugepflastert wird und immer weiter die nimmersatte Hand aufhält. Mit Ihrem zynischen und rechtsextremem Kommentar reihen Sie sich nahtlos ein in jene europäische Kamarilla, die glaubt, sie müsse den Kontinent vor jenen Menschen schützen, die wir Jahrhunderte lang ausgeplündert haben.
      Sie geben vor, Physiker, also Akademiker zu sein; jemand, der deduktives und logisches Denken gelernt hat?!

      • watschi

        vogelweider, und du bist ein heuchler, so wie alle, die sich jetzt entsetzen. wie bitte sollen wir bald tausende, die hier durchziehen oder sich festsetzen warme behausungen bieten? wie soll das gehen? und warum sollen wir das tun? damit wir ein ruhiges gewissen haben? wàhrend unseren leuten langsam die luft zum atmen genommen wird? na bitte

        • vogelweider

          Ich bin kein Heuchler und helfe mit meinen bescheidenen Mitteln, wo ich kann. Und du fragst, warum wir das tun sollen? Vielleicht weil Menschen in Not sind. Dir fehlt nicht die Luft zum Atmen, du gehst nur, wie so viele, den einfacheren Weg.
          200 Obdachlose müsste ein reiches Land wie Südtirol ihn der kalten Zeit ohne Weiteres unterbringen.

  • watschi

    die omas können ja diesen leuten eine ihrer selbstgestrickten lustigen mützen schenken. die mützen sehen zwar komisch aus, aber sie halten warm

  • andreas1234567

    Hallo zum Abend,

    die sogenannten Omas gegen Rechts sind Politorganisationen von extrem linken Politkräften, der verniedlichende Name ist Augenauswischerei
    Es kommen auch nur Forderungen und immer das genaue Wissen wer zu zahlen und sich zu schämen hat.
    Wäre der biblische Samariter damals eine Samariter-Oma gegen Rechts gewesen hätte sie den unter die Räuber Gefallenen in der nächsten Stadt lauthals beheult und sichere Kutschen für alle gefordert.Und vor allem ihren Spendenhut zu füllen damit sie lauthals weiterplärren können.

    Das ist einfach nur glasklares Pharisäertum, diese Herrschaften haben sich auch an jeder öffentlichen Stelle in ihrer Selbstgerechtigkeit gesuhlt und stats darauf geachtet jeder konnte sie bei ihren Moralpredigten und der Gerechtigkeitsprotzerei gut sehen und hören.

    Zu dem tragischen Fall selbst: Wenn junge Leute in einer kalten Herbstnacht mitten in der Stadt erfrieren hat das entweder medizinische Gründe oder lässt sich auf vorigen Konsum von Rauschmitteln zurückführen.
    Hierfür eine Stadt in moralische Geiselhaft zu nehmen ist frech,dresit,selbstgerecht.

    Gruss nach Südtirol

  • erich

    Die gscheiden Omas sollen diesen Appell an den Bischoff richten, Gemeinsam verfügen sie über genug Immobilien, allen eine Unterkunft zu geben.

  • erich

    Omas und der Bischoff stellen auch nur Forderungen an die Politik, wenn die Politik diesen nachkommt, dann ist Bozen innerhalb einer Woche die Obdachlosen Hauptstadt von Europa.

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