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„Gefahren richtig einschätzen“

Foto: LPA/Maja Clara

Mitglieder der Gemeinde-Lawinenkommissionen haben sich bei ihrem jährlichen Winteropening über Neuigkeiten informiert und ausgetauscht.

Die Ausbildung war einer der Schwerpunkte des diesjährigen Winteropenings für die Mitglieder der Gemeinde-Lawinenkommissionen:

Einen Überblick über die Kurse, die heuer angeboten werden, gab am Dienstagabend die Direktorin des Landesamtes für Meteorologie und Lawinenwarnung Michela Munari und wies auf die grundlegende Bedeutung beständiger Ausbildung hin.

Einen Rückblick auf die vergangene Saison legte Lukas Rastner vom Lawinenwarndienst dar.

Als besonderes Phänomen wurde diesmal der Gleitschnee vertieft behandelt. Bergführer und Psychologe Pauli Trenkwalder referierte über Kompetenz und Entscheidungsfindung im Allgemeinen und für Lawinenkommissions-Mitglieder im Besonderen.

Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler bedankte sich für die Arbeit der Gemeinde-Lawinenkommissionen und gab seiner Wertschätzung für die wichtige Aufgabe Ausdruck: „Ihr übt eure verantwortungsvolle Aufgabe ehrenamtlich aus“, wandte er sich an die Kommissionsmitglieder, „und es kann unter Umständen im Laufe eines Winters öfter vorkommen, dass ihr gemeinsam Entscheidungen trefft, die nicht immer einfach sind“.

Durch den massiven Borkenkäfer-Befall, unterstrich Landesrat Schuler, sei die Schutzfunktion des Waldes deutlich beeinträchtigt worden:

„Nun gilt es, auch diese neue Herausforderung zu bewältigen, die zu einem guten Teil auch mit dem Klimawandel zu tun hat. Ihr als Lawinenkommissionsmitglieder habt die Situationen ständig neu zu bewerten. Ich wünsche euch, dass euch die nicht leichte Aufgabe gelingen möge, die Gefahren richtig einzuschätzen, damit alle heil über den Winter kommen.“

Lawinenwarnung sei ein wichtiger Teil des Lawinen-Risikomanagements, hob der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Klaus Unterweger hervor: „Die Lawinenkommissionen bewerten die Lawinengefahr vor Ort und unterstützen damit in beratender Weise die Bürgermeisterin bzw. den Bürgermeister als oberste Zivilschützer im Management der Lawinengefahren auf Gemeindegebiet.“

Lawinenkommissionen in 49 Gemeinden

In Südtirol sind in 49 Gemeinden rund 400 Mitglieder in Lawinenkommissionen tätig, die als Beratungsorgan für die obersten Zivilschützer in ihren Gemeinden, die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen, Maßnahmen für die Verminderung des Lawinenrisikos vorschlagen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (8)

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  • tiroler

    Gegen Borkenkäferbefall haben die verantwortlichen Politiker viel zu lange gar nichts gemacht. Die zuständigen, hochbezahlten Amtsdirektoren ebenso.
    Den Förster aus der Schweiz, der schon lange darauf hingewiesen hat, den hat man nicht für voll genommen.Und nun Herr Schuler und Co? Was nun???

  • nobodyistperfect

    Herr Schuler träumen sie weiter. Wir brauchen Leute mit E… in den Hosen und nicht solche Memmen.

  • romy1988

    Es wird diskutiert und gedankt, alles schön und gut, wann aber wird endlich das Problem des Borkenkäfers angegangen? Es ist höchste Zeit dafür.

  • criticus

    Sonderbar, dass der Borkenkäfer auch dort ist, wo kein Sturmtief „Vaia“ zugeschlagen hat. Das Hauptproblem ist in Südtirol die nicht aufgeräumten Wälder. Wichtiger für die Förster war ja während der Coronazeit in den Wäldern nachzusehen, ob nicht Wanderer oder Waldarbeiter unterwegs sind. Bravo Herr Schuler, pflichtbewusster ging es wohl nicht, oder? So und jetzt könnt ihr die Förster, wir haben ja anscheinend genug, mit den Motorsägen in die Wälder schicken.

  • tirolersepp

    Millionen von Euro werden hier verschwendet – Abholzung bringt gar nix, wer soll das bezahlen und wo sind die Waldarbeiter ???

    Diese Millionen von Euro sofort in die Forschung gegen den Borkenkäfer stecken, dies ist sinnvoll, in kürzester Zeit ist ein Gegenmittel gefunden – siehe Corona !!!

  • hallihallo

    nix mehr mit den besten. wir sind nur noch durchschnitt auf dem weg nach unten.
    alle hohen forstbeamten haben sich jahrelang wichtig gemacht. man mußte betteln, ob man einen baum schneiden kann und bei jedem projekt haben sie immer nach problemen und auflagen gesucht. hatten ja sonst nichts zu tun. oder hätten sie vielleicht doch etwas zu tun gehabt und haben es nicht gesehen?
    sehr couragiert die ehrenamtlichen mitglieder der lawinenkommissionen. beim unglück an der marmolata hat man ja gesehen , wie schnell in alle richtungen ermittelt wird, obwohl das unglück total unvorhersehbar war.

  • dn

    Wald, der die Allgemeinheit schützt, soll auch von der Allgemeinheit erhalten werden. Enteignung und schützen, auf Kosten der Allgemeinheit. Gilt auch für Quellgebiete. Wie kommt ein Privater dazu, für die Allgemeinheit Geld auszugeben?

  • morgenstern

    Aktuell ihr größtes Problem ist die erschreckende Hilflosigkeit hinter der Maske ihrer eigenen Selbstüberschätzung zu verbergen.

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