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Die ewige Null-Runde

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Die Löhne in der Südtiroler Privatwirtschaft sind seit 2015 faktisch um nur 0,2 Prozent gestiegen. Der durchschnittliche Bruttolohn lag im Jahr 2020 bei 30.600 Euro.

 von Artur Oberhofer

Ein herausragendes Ergebnis der neuesten Astat-Studie zur Lohnentwicklung in der Südtiroler Privatwirtschaft ist: Die durchschnittlichen Bruttojahreslöhne sind seit 2015 nicht gestiegen.

Im Jahr 2015 belief sich die durchschnittliche Bruttojahresentlohnung in der Südtiroler Privatwirtschaft auf 28.773 Euro, während sie im Jahr 2020 bei 30.601 Euro lag.

Dies entspricht zwar einem nominalen Anstieg von 6,4%, aber der inflationäre Wertverlust ist im beobachteten Fünfjahreszeitraum mit 6,1% niedriger, wodurch sich eine sehr geringe inflationsbereinigte Steigerung ergibt (+0,2%).

Die Aggregation nach Altersklassen und nach beruficher Qualifikation zeigt folgendes:

  • Im Vergleich zu 2015 steigen die durchschnittlichen realen Jahresbruttoentlohnungen ausschließlich für die Arbeiterinnen und Arbeiter(+1,4%).
  • Wird die Zusammensetzung nach beruflicher Qualifikation vom Jahr 2020 beibehalten, so erfahren zwischen 2015 und 2020 die verbleibenden 41,4% der abhängig Beschäftigten in der Privatwirtschaft mit einer anderen beruflichen Qualifikation als Arbeiterinnen und Arbeiter einen durchschnittlichen realen Bruttoentlohnungsverlust von 1,5%;
  • Die Altersgruppen, die einen Rückgang der Reallöhne erlebten, sind jüngere und ältere Menschen.
  • Bei den durchschnittlichen Jahresbruttoentlohnungen sind die größten realen Veränderungen im Vergleich zu 2019 in den Wirtschaftsbereichen zu finden, die eine geringe Anzahl von Beschäftigten

Die Entlohnungen im Jahr 2020

Die mediane Jahresbruttoentlohnung von abhängig Beschäftigten in der Privatwirtschaft liegt im Jahr 2020 bei 30.497 Euro bei Personen mit Vollzeitvertrag und bei 17.713 Euro bei Personen mit Teilzeitvertrag.

Der Wirtschaftsbereich mit der höchsten medianen Entlohnung – sei es bei Vollzeit mit 49.647 Euro als auch bei Teilzeit mit 31.046 Euro – ist eindeutig der Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen.

Den niedrigsten Medianwert bei Vollzeitbeschäftigung verzeichnet hingegen der Sektor Private Haushalte als Arbeitgeber für Hauspersonal; Herstellung von Waren und Erbringung von Dienstleistungen durch private Haushalte für den Eigenbedarf ohne ausgeprägten Schwerpunkt mit einer Entlohnung von 26.433 Euro (Teilzeit 13.224 Euro).

Das Einkommen aus lohnabhängiger Arbeit ist ungleich verteilt. So wird deutlich, dass die „ärmsten“ 10% der vollzeitbeschäftigten ArbeitnehmerInnen lediglich 4,6% der gesamten Summe der Jahresbruttoentlohnungen beziehen, mit einem Durchschnittswert von 16.062 Euro, der sogar noch niedriger ist als jener im Jahr 2015 (16.426 Euro).

Die „reichsten“ 10% verdienen hingegen mehr als ein Fünftel (21,9%) der gesamten Jahresbruttoentlohnungen.

Wird der Arbeitsort betrachtet, so sind die höchste mediane Bruttoentlohnung im Jahr 2020 im Wipptal (33.062 Euro) und der niedrigste im Vinschgau (28.219 Euro) zu finden.

Wird die gleiche Analyse nach Wohnort vorgenommen, so leben im Pustertal die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit der höchsten medianen Bruttoentlohnung (31.700 Euro).

Wie in den Vorjahren ist zu beobachten, dass in den Städten sowie in deren Umgebung die Entlohnungen tendenziell höher sind.

Die höchste mittlere Jahresbruttoentlohnung ist in Franzensfeste (37.695 Euro) zu finden, die niedrigste in Altrei (24.040 Euro).

 

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Kommentare (6)

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  • brutus

    …was man von den Politikergehältern und -renten nicht behaupten kann!

  • unglaublich

    Das ist die Katastrophe dieses Landes. Kompatscher und Co arbeiten hart daran, dass die Niedrigverdiener die Zeche für alles zahlen.
    In einer gerechten Gesellschaft müssten nun auch die Löhne stark (ich rede von 8 bis 12%) ansteigen. Aber von dieser Landesregierung ist das sicher nicht zu erwarten.
    Arbeitnehmer, wie lange wollt ihr das noch hinnehmen???

  • pingoballino1955

    Und Renzler und Amhof ,die Svp Vertreter der Arbeitnehmer hüllen sich in Schweigen und verkriechen sich ins Schneckenhaus! BRAVO Ihr Vetsager!

  • dn

    Das betrifft auch öffentlich Angestellte. Am Ennde des Jahres fehlt ein Monatsgehalt an Kaufkraft.

    • hallihallo

      da sind man , was für öffentliche angestellte wir haben. können nicht rechnen und nicht lesen. oben steht deutlich: inflationsbereinigte steigerung von + (plus ) 0,2 %.
      ist nicht viel , aber ist kein minus von einem monatsgehalt , wie du es am tresen herumerzählst.

  • dn

    Ich bin von der momentanen Situation ausgegangen, also einer aktuellen Inflation von ca. 10 %, Tendenz steigend. Bei einem Gehalt von Netto 2000 € fehlen im Monat 200 € an Kaufkraft (erhöhte Zinsen für Kredite nicht eingerechnet), mal 12, bitte selber ausrechnen (sicherheitshalber: 2400 Euro! im Jahr). Hallihallo kann andere für dumm verkaufen (und jetzt rumnörgeln, dass die Inflation ja nur bei 9,99 % liegt).

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