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Naturschutz macht Spaß

Im Sinne des Natur- und Artenschutzes haben Jugendliche in der Taufner Au in Naturns vorexerziert, wie man schützenswerte Lebensraum erhalten kann.

Das Biotop Taufner Au, eine Schwarzerlenau bei Naturns, war am Freitag Schauplatz reger Aktivitäten:

Seit dem frühen Morgen sind zehn junge Buben und Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren und mehrere Naturschutz-Fachleute im Rahmen eines „Friday for Nature“ zur Biotoppflege im Einsatz.

Die Jugendlichen haben sich über das vom Jugendzentrum „Juze“ in Naturns organisierte Projekt „Junwa“ (Junge Naturnser wollen anpacken) zur freiwilligen Mitarbeit im Naturparkhaus Texelgruppein Naturns angemeldet, um an der Pflegeaktion teilzunehmen.

Nach einer kurzen Einführung und Sicherheitshinweisen durften die jungen Naturnser und Naturnserinnen Hand anlegen:

Damit die Au nicht weiter zuwächst, wurden die Scheinakazien mit Rebscheren entfernt und die Kanadische Goldrute, ein Neophyt (bis 1492 nicht heimische Pflanzen), mit der Hand ausgerissen.

Die Jugendlichen lernten, wie mit Sichel und Sense gearbeitet wird. Auch der Müll im Biotop wurde gemeinsam eingesammelt. Zudem gab es viel Information zur Entstehung der Au, zu Neophyten und Schutzgebieten. Raum und Zeit blieb aber auch für das gemeinsame Spiel: Da Naturschutz auch Spaß machen soll.

Die heutige Sommeraktion „Friday for Nature“ im Naturnser Biotop Taufner Au, bei der sich junge Naturnserinnen und Naturnser unter der Aufsicht von Fachleuten an den Arbeiten zur Erhaltung selten gewordener Lebensräume beteiligt haben, folgt auf einen ersten Aktionstag mit Schutzgebietsbetreuenden am 4. August vergangenen Jahres im Biotop Schgumser Möser bei Tschengls.

Im Frühjahr wurde diese Aktion mit den Schülerinnen und Schülern der 2. Klasse Forstausbildung der Fachschule Fürstenburg wiederholt, die unter Aufsicht der Forstbehörde Schlanders „Stockladen“ (neue Stockaustriebe) zurückschnitten, Maschendrahtzaun und schütteres Schilf entfernt und 200 Bäume und Sträucher (standortgerechtes Pflanzmaterial aus Prad) an den neuen Böschungen pflanzten.

Diese Biotoppflegemaßnahmen wollen die Schülerinnen und Schüler der Fürstenburg im Herbst 2022 fortsetzen. Dabei sollen Überwinterungsquartiere für verschiedene Amphibien geschaffen werden.

„Friday for Nature“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Umweltschutzgruppe Vinschgau, des Landesamtes für Natur und dem Forstinspektorat Naturns.

Auch der Biotoppate Hanns Fliri wirkt unterstützend mit.

Ziel der Aktion sei es, Jugendliche für den Biotopschutz zu gewinnen und zu begeistern, indem sie Experten über die Schulter schauen können und dann auch selbst Hand anlegen dürfen, erklärt der Direktor im Landesamt für Natur, Leo Hilpold: „Mit der Teilnahme an Aktionstagen wie jenen in den Biotopen Schgumser Möser oder Taufner Au werden Jugendliche selbst zu Akteuren im Naturschutz. Sie lernen, dass Naturschutz nicht etwas Abstraktes ist, sondern, dass es im Naturschutz viele Möglichkeiten gibt, sich persönlich einzubringen.“

So könnten Jugendliche erfahren, dass sie durch ihre Unterstützung einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität und selten gewordener Lebensräume leisten können und dass Biotoppflege auch Spaß machen kann.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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