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Die vernaschte Milliarde

Alexandra Leitner, Ulrich Zuenelli und Andreas Loacker.

Der Waffel- und Süßwarenhersteller Loacker steigerte seinen Umsatz im Jahr 2021 um 9 Prozent auf 281 Millionen Euro.

„Nach dem pandemiebedingten Rückgang 2020 haben wir damit wieder das Niveau von 2019 erreicht“, erklärte der Präsident des Verwaltungsrates, Ulrich Zuenelli, bei einem Pressegespräch im Loacker-Café in Bozen.

Knapp eine Milliarde Stück „Loacker“ wurden innerhalb des Jahres produziert, weltweit verkauft und wohl auch vernascht.

Rund 1.021 Mitarbeiter sind für den Waffelhersteller tätig, davon ca. 600 in Südtirol und 380 in Heinfels in Osttirol. Weitere Mitarbeiter sind in den Vertriebsgesellschaften in Deutschland und der USA, sowie im Dolomites Milk in Vintl und in den Haselnussproduktionen in der Toskana beschäftigt, welche im Eigentum von Loacker sind.

Besonders dynamisch entwickelten sich im Jahr 2021 die Märkte in China mit einem Zuwachs von 47 Prozent und in Australien mit einem Plus von 32 Prozent. Beliefert werden mehr als 100 Länder auf fünf Kontinenten. Der Marktanteil von Loacker bei Waffeln liegt weltweit bei knapp fünf Prozent, wobei der wichtigste Markt mit Abstand Italien ist, gefolgt von Saudi-Arabien, Israel und den USA.

Unübersehbar sei der Trend zur Nachhaltigkeit: „Einerseits verlangen die Kunden vermehrt Nachhaltigkeit und Transparenz in der Herstellung, andererseits entspricht es auch unserer Philosophie, als Vorreiter den gesellschaftlichen Entwicklungen immer einen Schritt voraus zu sein“, betonte Zuenelli. Den ersten Nachhaltigkeitsbericht hat Loacker bereits im Jahr 2015 veröffentlicht. Seitdem gibt es regelmäßige Updates zu allen CSR-Aktivitäten des Unternehmens, einen aktuellen Überblick bietet der Nachhaltigkeitsbericht 2022. Darüber hinaus hat Loacker die soziale und ökologische Nachhaltigkeit mit fünf Hauptstoßrichtungen in der Unternehmensstrategie verankert: Dazu zählen die nachhaltige Lieferkette und Verpackung, Klimaneutralität, Genuss ohne Reue und Verantwortung für die Menschen im Unternehmen.

Der Loacker-Sitz in Unterinn

Neue Konsumtrends

Während Loacker kontinuierlich wachse, würden sich Konsumtrends ständig verändern, führte Andreas Loacker, Vizepräsident des Verwaltungsrates und Unternehmensleiter Innovation aus. „Die Konsumentinnen und Konsumenten interessieren sich heute viel mehr für Inhaltsstoffe und Produktionsweise als früher. Sie möchten genau wissen, was sie essen“, sagte Loacker. So würden etwa 66 Prozent der Millenials, der Generation, die zwischen den 1980ern und späten 90ern geboren ist, die Nährwerte auf der Verpackung checken, ehe sie das Produkt kaufen.

„Gesunde Ernährung ist ein Mega-Trend. Gleichzeitig will niemand auf Süßigkeiten verzichten. Somit sind wir stets bemüht unsere Produkte den Trends entsprechend zu optimieren, ohne Kompromisse beim Geschmack einzugehen, für einen Genuss ohne Reue!“, betonte Andreas Loacker, Enkel von Firmengründer Alfons Loacker.

So wurde etwa die Produktlinie „Genuss & Wohlbefinden“ eingeführt. Die „Loacker Mehrkornwaffeln“ entstehen aus Weizen, Dinkel und Hafer, der in einer Südtiroler Mühle gemahlen wird. In der Linie „Loacker -30% Zucker“ wird die verringerte Zuckermenge mit dem wasserlöslichen, pflanzlichen Zichorienballaststoff Inulin ausgeglichen, wobei natürlich wie bei allen Loacker Produkten auf den Zusatz von künstlichen Aromen sowie Farb- und Konservierungsstoffen verzichtet wird. Mit der neuen Kampagne „Your good choice“ möchte der Süßwarenhersteller die Entscheidung für oder gegen ein Produkt noch bewusster machen und gleichzeitig Loacker als Marke für Qualität, Verantwortung und Nachhaltigkeit verankern.

Enge Zusammenarbeit mit den Bauern für eine nachhaltige Lieferkette

In der Rohstoffversorgung setzt der Traditionsbetrieb auf ökologische Landwirtschaft und langfristige Lieferantenbeziehungen. Um die Qualität und die gewünschten ökologischen Produktionsstandards bei Haselnüssen sicherzustellen, bewirtschaftet das Südtiroler Unternehmen eigene Plantagen in der Toskana und kooperiert mit derzeit 90 Vertragsbauern in Venetien, Umbrien, der Toskana und den Marken. „Bis 2025 wollen wir die Hälfte unseres Eigenbedarfs über diese beiden Wege decken“, führte Loacker aus. Aus den Produktionsabfällen werden thermische Energie und wertvoller Kompost gewonnen. Allein in das Haselnuss-Projekt wurden bis dato 12 Millionen Euro investiert. 2,5 Millionen davon flossen in die Partnerschaft mit Bonifiche Ferraresi, dem führenden agroindustriellen Unternehmen in Italien. Das Ziel der Partnerschaft ist es, den ökologisch nachhaltigen Haselnussanbau auszubauen. Im ersten Schritt werden rund 400 Hektar in der Emilia-Romagna und der Toskana für Loacker mit Haselnussbäumen bepflanzt.

Das Milchpulver kommt ganz aus der Nähe – von der Dolomites Milk in Niedervintl, einem Joint Venture mit Brimi, dem Milchhof Brixen, das 2017 gegründet wurde. Seitdem verarbeitet das Unternehmen mit 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jährlich frische Milch und Molke aus der Region und dem umliegenden Alpenraum zu 15.000 Tonnen Milch- und Molkepulver.

Für die benötigte Vanille arbeiten die Südtiroler im Norden Madagaskars mit der Nicht-Regierungsorganisation ADES Solair zusammen. ADES hat sich zum Ziel gesetzt, die Biodiversität der Insel zu bewahren und die Abholzung des Waldes durch den Einsatz von erneuerbaren Energien zu stoppen. Mehr als 400 Solar-Kocher hat Loacker den Bewohnerinnen und Bewohnern im Kooperationsgebiet bereits zur Verfügung gestellt, wobei ADES die Einschulung und Betreuung vor Ort übernimmt.

Seine Kakaobohnen bezieht Loacker in Zusammenarbeit mit den lokal tätigen Organisationen Agroforce und Sucden an der Elfenbeinküste und Maquita in Ecuador. Dadurch wird sichergestellt, dass die Bauern unter anderem fair entlohnt werden und umfangreiche Schulungsangebote erhalten. Verarbeitet wird die Schokolade dann direkt im Hause Loacker. Sechs Millionen Euro wurden seit 2018 in das Vertikalisierungs-Projekt investiert.

Loacker als gute Wahl für den Arbeitsplatz

Eine Herausforderung bleibt das Thema Personal. „Der Arbeitsmarkt in Süd- und Osttirol ist praktisch leer. Umso mehr müssen wir hervorheben, dass Loacker auch bei der Entscheidung für den Arbeitsplatz die beste Wahl ist“, unterstreicht Alexandra Leitner, Unternehmensleiterin für Kultur, Organisation & Mitarbeiter. Loacker möchte den Menschen nicht nur in seiner Arbeitsleistung stärken, sondern auch über sein Berufsleben hinaus, damit er in der Lage ist, einen positiven Beitrag für sich selbst, die Gesellschaft und die Umwelt zu stiften.

„Dieser Grundsatz ist tief in der Unternehmensstrategie verankert“, betont Leitner. Konkret wird das mit speziellen Sonderleistungen umgesetzt wie etwa einem eigenen Lauf- und Tennisclub oder mit Schulungen für psychische Gesundheit und Work-Life-Balance. Außerdem kommen Mitarbeiter in den Genuss von Karriereentwicklungsmodellen, Mitarbeiterfeiern und stark vergünstigtem und qualitativ hochwertigem Essen aus der hauseigenen Betriebskantine. „Es geht uns um Erhalt und Förderung der psychischen und physischen Gesundheit. Denn was der Mitarbeiterin und dem Mitarbeiter gut tut, tut auch dem Unternehmen gut“, so Leitner.

 

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • hallihallo

    und ein dank an die loacker , die weltweit mit dem schlern werbung für südtirol macht. das haben die hochsubventionierten bauern auf ihren joghurten und milchpackungen noch nicht geschafft. idm aufwachen: ihr sprecht immer von gemeinsamen synergien und die einfachsten nutzt ihr nicht.

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