Du befindest dich hier: Home » Wirtschaft » „Negative Maßnahme“

„Negative Maßnahme“

Elmar Morandell

Nächtliches Fahrverbot in Tirol: Der lvh spricht von einer „nicht gerechtfertigten Entscheidung“.

Der in den letzten Wochen veröffentlichte Luftqualitätsbericht 2021 von Tirol bestätige, was die lvh-Warentransporteure schon seit einigen Jahren fordern: Die Werte entlang der Brennerachse verbessern sich stetig und das Nachtfahrverbot für den Schwerverkehr ist somit nicht mehr gerechtfertigt, heißt es in einer Aussendung des Lvh.

Seit nunmehr vier Jahren kämpfen Südtirols Warentransporteure vehement gegen eine Maßnahme, die ihre unermüdliche Tätigkeit regelrecht ausbremst: das nächtliche Transitverbot in Tirol auf dem österreichischen Abschnitt der Brennerautobahn. Eine für die gesamte Sparte ausgesprochen negative Maßnahme, die unweigerlich zu einem wirtschaftlichen Schaden führt, zumal so die Nutzung der Infrastruktur 24 Stunden am Tag unterbunden wird.

Der kürzlich in Tirol veröffentlichte Bericht über die Luftqualität im Jahr 2021 könnte nun ein weiterer Anstoß sein, eine Regelung zu beenden, die von den Warentransporteuren mittlerweile als anachronistisch, unzureichender Rechtsgrundlage auf EU-Ebene und vor allem als ungerecht empfunden wird: Die vorliegenden Daten bestätigen nämlich eine deutliche Verbesserung der Luftqualität, selbst jene der letzten Monate, als die Emissionswerte für Stickoxide trotz des zunehmenden Güterverkehrs konstant unter den Grenzwerten geblieben sind, so der lvh.

„Der vermehrte Einsatz von modernen, emissionsarmen Fahrzeugen führt eher zu den gewünschten Ergebnissen als die rein politische Entscheidung, den nächtlichen Lkw-Verkehr in Tirol zu verbieten“, so Elmar Morandell, Obmann der Warentransporteure im lvh.

„Die Fortschritte in Sachen Schadstoff- und Lärmbelastung sind auf den stets angestrebten Fahrzeugaustausch zurückzuführen. Gerade deshalb fordern wir erneut, dass das Transitverbot endlich aufgehoben wird und wir die Infrastruktur wieder uneingeschränkt nutzen können, was unsere Arbeit erleichtern würde. Die Straße muss 24 Stunden am Tag genutzt werden können. In ganz Europa werden die Waren die Nacht transportiert, außer in Tirol nur am Tag, zum Leid der Bevölkerung und zum Schaden der Verkehrssicherheit “.

Außerdem gelte es zu unterstreichen, dass der nächtliche Lkw-Transit den Tagverkehr an besonders frequentierten Zeiten wie etwa im Sommer reduzieren würde, gerade wenn die Spitzenwerte im Pkw-Verkehr am höchsten sind. „Dabei nicht zu vergessen, dass die Aufhebung des Verbots die Notwendigkeit der Blockabfertigung bei Kufstein um einiges reduzieren würde, was allen Verkehrsteilnehmern zugutekäme“, heißt es in der Aussendung abschließend.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (2)

Lesen Sie die Netiquette und die Nutzerbedingungen

Kommentar abgeben

Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

2022 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl Impressum | Privacy Policy | Netiquette & Nutzerbedingungen | AGB | Privacy-Einstellungen

Nach oben scrollen