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Landesrat ohne Maske

Daniel Alfreider wird auf einer Fahrt im Überetsch-Express ohne Maske ertappt. Der Mobilitätslandesrat spricht von einem „bedauerlichen Fehler“.

von Matthias Kofler

Es ist erst eine knappe Woche her, dass die Landesregierung die Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum 30. September verlängert hat. Bis dahin müssen die Fahrgäste im ganzen Landesgebiet eine FFP2-Maske tragen. Die FFP2-Masken-Pflicht gilt auf den Zügen, die im interregionalen, im Intercity-, im Intercity-Nacht- und im Hochgeschwindigkeits-Personenverkehr eingesetzt werden, ebenso für Busse zur Personenbeförderung,  die mehr als zwei Regionen verbinden, für Busse, die für die Vermietung mit Fahrer bestimmt sind, für Fahrzeuge, die im öffentlichen Personennahverkehr oder im Regionalverkehr eingesetzt werden sowie für Schülerverkehrsdienste für die Grund-, Mittel- und Oberschüler.

„Ob die Vorschriften eingehalten werden, müssen die Personenbeförderungsunternehmen, ihre Beauftragten sowie die Eigentümer oder Betreiber überprüfen“, erläutert das Landespresseamt die neueste Corona-Verordnung des Landeshauptmanns. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Kinder unter sechs Jahren. Ebenfalls keine Maske tragen müssen Personen mit Krankheiten oder Behinderungen, die mit dem Tragen einer Maske unvereinbar sind, sowie Personen, die mit Menschen mit Beeinträchtigung kommunizieren. Auch beim Ausüben einer sportlichen Tätigkeit braucht man den Mund-Nasen-Schutz nicht zu tragen.

Das Land hat damit die staatlichen Regeln vollinhaltlich übernommen. In der Sitzung der Landesregierung drängte Lega-Landesrat Massimo Bessone darauf, die Maskenpflicht aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen aufzuheben. Landeshauptmann Arno Kompatscher sprach sich dagegen aus: Dem Land seien hier die Hände gebunden. Wenn Politiker neue Regeln erlassen, geht man davon aus, dass diese auch für sie selbst gelten. Schließlich sollten sie mit gutem Beispiel vorangehen.

Doch mit der Maskenpflicht nahmen es Südtirols Landesräte nicht immer so ernst. Der LH musste viel Kritik einstecken, weil er sich auf einem Gruppenfoto mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und bei einem Euregio-Bürgermeistertreffen in Innsbruck ohne Maske hatte ablichten lassen. Landesrat Bessone schlenderte am Höhepunkt der ersten Corona-Welle maskenlos mit Vittorio Sgarbi durch die Bozner Innenstadt.

Nun reiht sich auch Daniel Alfreider in die Liste der Corona-„Sünder“ ein. Der Mobilitätslandesrat war in dieser Woche mit dem Überetsch-Bus unterwegs. Es ist grundsätzlich lobenswert, wenn Politiker mit den Öffis zur Arbeit fahren. Einigen Mitfahrern ist aber schnell aufgefallen, dass der Gadertaler SVP-Politiker keinen Mundschutz trug. Aufnahmen davon wurden der Tageszeitung zugespielt. Alfreider erklärt auf Nachfrage, dass ihm ein bedauerlicher Fehler unterlaufen sei:

„Ich versuche, wenn möglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Ich hatte einen Termin und habe erst, als der Bus losgefahren ist, gemerkt, dass ich meine Masken, die ich normal in der Jackentasche habe, nicht mithatte. Das bedauere ich und mir ist bewusst, dass es falsch ist. Als ich ausstieg, habe ich mir gleich die Masken besorgt, um weiterzufahren.“

Nur gut, dass der Landesrat bei seiner Busfahrt auf keinen strengen Schaffner gestoßen ist.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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