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Der Probe-Alarm

Die Gemeindeverwaltung von Schenna hat seine Bürger zum Wassersparen aufgerufen. Dringend notwendig ist das allerdings nicht.

von Markus Rufin

Der Aufruf verwundert: Gerade erst am Montag hatte es in Südtirol endlich wieder kräftig über mehrere Stunden geregnet. Auch im Burggrafenamt regnete es stark. Dennoch hat die Gemeindeverwaltung Anfang dieser Woche ihre Bürger dazu aufgerufen, sparsam mit dem Wasser umzugehen.

„Jegliche Bewässerung mit Trinkwasser von Park- und Grünanlagen ist stark zu reduzieren und wenn auf die Nachtstunden von 0 bis 5 Uhr zu beschränken. In der Regenphase bitten wir Sie die automatisierten Beregnungen auszuschalten und auf jeden unnötigen Wasserverbrauch zu verzichten. Reinigungsarbeiten (z.B. Autowäsche, Terrassenspülung usw.) mit Trinkwasser sind unbedingt zu vermeiden. Jeder Bürger kann mit einem umsichtigen Umgang mit Wasser seinen Beitrag leisten.“

So schreibt die Gemeindeverwaltung auf ihrer Webseite. Anlass zu dem Aufruf sei die Trockenheit. Doch ganz so dramatisch scheint die Lage nicht zu sein. Diesen Eindruck gewinnt man, wenn man den Schilderungen des Vizebürgermeisters Sepp Mairs zuhört: „Man muss diese Warnung im Kontext sehen, dass wir bereits zuvor Aufrufe zum Wassersparen gemacht haben. Bereits im Frühjahr, als die Schwimmbäder zu füllen waren, haben wir einen ähnlichen Aufruf gestartet. Eigentlich haben wir kein großes Problem.“

Man brauche 35 Sekundenliter, um die Gemeinde ausreichend mit Wasser zu versorgen, das sei im Moment auch kein Problem für Schenna. Vielmehr wolle man mit diesem Aufruf die Bevölkerung sensibilisieren. „Wir haben Gott sei Dank genügend Reservoirs, aber man muss vorbeugend handeln, falls das Wasser in den nächsten Jahren tatsächlich knapp wird“, sagt Mair. „Wenn man die Bevölkerung nicht über ein bis zwei Jahre sensibilisiert, werden dringende Aufrufe, wenn das Problem akut ist, nur wenig bringen.“

Aus diesem Grund werde man im Herbst ein weiteres Mal zum Wassersparen aufrufen – unabhängig davon wie die Situation dann aussieht. Die Verwaltung sei selbst überrascht davon gewesen, wie viel Aufsehen die Warnung erregte, obwohl es sich im Prinzip um nichts anderes als eine Probe handelt.

„Die Leute haben recht vernünftig darauf reagiert und versuchen sich auch daran zu halten“, berichtet Vizebürgermeister Mair. „Der eine versteht es etwas früher, der andere später. Mit Wiederholungen klappt es dann aber: Steter Tropfen höhlt den Stein. Darunter sind diese Warnungen zu verstehen.“

Bevor es in Schenna zu einem Problem mit der Wasserversorgung komme, fehle am gesamten Tschöggelberg das Wasser. „Das ändert aber nichts daran, dass unnützer verbrauch eingeschränkt werden soll“, meint Mair.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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