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Das Trinkverbot

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Ab Freitag gilt insbesondere in der Bozner Altstadt ein Alk-Trinkverbot außerhalb der Gastgärten ab Mitternacht. „Es geht nicht gegen das Nachtleben“, behauptet BM Renzo Caramaschi.

von Thomas Vikoler

Dass er ein Freund von Law-and-Order-Politik ist, hat der Bozner Bürgermeister Renzo Caramaschi in der Vergangenheit mehrfach bewiesen. Er hat in den vergangenen beiden (Corona)Sommern jeweils Verordnungen erlassen, um laut Ankündigung der nächtlichen Ruhestörung in bewohntem Gebiet entgegenzuwirken.

Gestern hat Caramaschi, soeben zurück vom Urlaub, eine weitere Verordnung dieser Art unterzeichnet. Sie gilt ab diesem Freitag, den 1. Juli jeweils von Freitag bis Sonntag.

Hauptpunkt, ist wie bei den vorangegangenen Verordnungen, ein Verbot außerhalb der Gastgärten Alkohol zu konsumieren. Zuletzt war vermutet worden, dass Caramaschi wie im Herbst 2021 den Zeitpunkt des Beginns des Trinkverbots auf 23.00 Uhr festlegen würde. Der italienische Dienstleisterverband Confesercenti errechnete für diesen Fall bereits Mindereinnahmen von 20.000 Euro.

Die gestern unterzeichnete Verordnung nennt aber 24.00 bis 5.00 Uhr als Zeitraum für das Verbot.

Für die Gastgärten, wo der Alk-Konsum auch nach dieser Frist erlaubt ist, gilt die Sperrstunde der jeweiligen Lokale, zumeist 1.00 Uhr.

Ebenfalls zwischen 24.00 Uhr und 5.00 Uhr früh verboten ist die Verwendung von Lautsprecher-Boxen. Hier sieht die neue Verordnung Strafen bei Zuwiderhandlung zwischen 200 und 600 Euro vor, dazu die Beschlagnahme des jeweiligen Geräts.

Gegenüber den früheren Verordnungen wurde die Zahl der betroffenen Straßen und Plätze erhöht, neu dazu kommt u.a. der Anita-Pichler-Platz in CasaNova/Kaiserau mit einigen Nebenstraßen.

Weiters gilt die Verordnung im inoffiziellen Bozner Ausgehviertel um den Obstmarkt, aber auch in der Wangergasse, in der Weintraubengasse, Bindergasse und in der Laurinstraße. Außerdem in der Garibaldi- und Marconistraße, in der Rosmini- und Dantestraße sowie im Bereich der Talferbrücke und des Siegesdenkmals: Freiheitsstraße, Siegesplatz, Diazstraße, Cadornastraße und im Petrarcapark.

„Die Verordnung geht nicht gegen das Nachtleben, sondern die Störung der Nachtruhe durch Personen, die unverantwortlich handeln. Die Maßnahmen in den vergangenen zwei Jahren haben sich bewährt“, betonte Bürgermeister Caramaschi gestern. Er hatte die Maßnahmen, die vorerst bis Herbst gelten, vor zwei Wochen beim Sicherheitsgipfel im Regierungskommissariat abgesprochen.

Der Bürgermeister kündigt jedenfalls „strenge Kontrollen“ seitens der Ordnungshüter an. Die Stadtpolizei muss deshalb Sonderschichten einlegen.

 

 

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Kommentare (11)

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  • besserwisser

    die leute feiern im normalfall friedlich und fröhlich miteinander. die jungen leute dürfen sich bald nicht mehr frei bewegen ohne sich strafbar zu machen.
    wir sind auch in jungen jahren durch die altstadt gezogen, und wir waren auch nicht immer nüchtern.
    wollt ihr den bald alle leute einsperren und kontrollieren?
    wenn die damen und herren reglementierer und innnen sich mal so was fragen würden?
    heutzutage ist ja schon bald kinderlachen verboten …

    • yannis

      @besserwisser,
      Du sagst es, bin derselben Meinung !
      Spätestens seit der Corona-Diktatur sollte der letzte Staats-Gläubige gemerkt haben wo die politische Agenda hin geht……
      Auf jeden Fall nicht in Richtung freiheitliche Demokratie !

      • novo

        Wenn vor dem Nachbarn seinem Schlafzimmerfenster nicht gefeiert werden darf, ist es Freiheitsberaubung durch die Coronadiktatur.
        Wenn sie vor dem eigenen Schlafzimmerfenster feiern ist es nächtliche Ruhestörung und man ruft die Polizei.
        Apropos Diktatur – leiht euch mal das Staatsbürgerkundebuch von euren Enkeln, damit ihr endlich wisst, was eine Diktatur ist!

      • heracleummantegazziani

        So ein Quatsch, meine Güte Yannis, es haben alle verstanden, wo bei Ihnen das Problem liegt, Sie müssen es doch nicht dauernd in Erinnerung rufen.

    • heracleummantegazziani

      Ich wohne in der Stadt zwischen zwei Lokalen (wohlgemerkt haben sich die Lokale erst viele Jahre später hier angesiedelt) und ich habe nichts gegen das Feiern, habe selbst auch gerne Spaß, aber so zugeballert, dass ich jeden Respekt verliere, ist mir noch nie passiert. Und genau darum geht es. Ist es nötig um 3 h früh noch Radau zumachen? Mülltonnen umzuwerfen? Geparkte Autos und Fahrräder zu beschädigen? Blumentröge zu verwüsten? Ganz zu schweigen vom wilden Kotzen und Urinieren.
      Genau wegen dieser Kandidaten kommt es zu solchen Entscheidungen.

  • noando

    corona diktatur – staatsgläubige – politische agenda … glaubt ihr irgendein/e politiker/in würde nur einen finger krumm machen, wenn nicht die anrainer sich über die ruhestörungen beklagen würden, oder die opis welche vor dem putztrupp um vier uhr morgens durch den obstmarkt spatzieren sich über den müll aufregen würden? von wegen coronacoronacorona …

  • wichtigmacher

    Richtig so Herr Bürgermeister, diese sogenannten „Feiernden“ egoistischen Idioten kapieren wohl immer noch nicht, dass die eigene Freiheit da aufhört, wo die Freiheit des Nachbarn anfängt

  • kirchhoff

    Feiernde Egozentriker, die es nun geschafft haben, vom BM in die Schranken verwiesen zu werden!

  • novo

    @Yannis

    Du sagst es, bin derselben Meinung !
    Spätestens seit der Corona-Diktatur sollte der letzte Staats-Gläubige gemerkt haben wo die politische Agenda hin geht……
    Auf jeden Fall nicht in Richtung freiheitliche Demokratie !

    Willst du wirklich wissen wie eine Corona-Diktatur aussieht?
    Hier ein Beispiel:
    https://www.derstandard.at/story/2000136994081/landaerztin-schliesst-nach-morddrohungen-aus-corona-massnahmen-und-impfgegner-szene

  • diplomat

    es geht nicht darum, dass man ncihtdurch die Altstatt ziehen kann es geht darum dass man sich nicht in Gruppen dort aufhalten soll und Radau machen. Anwohner haben doch auch das Recht der nachtruhe oder wie siehst du es?

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