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„Akt der Gerechtigkeit“

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Opfer von sexuellem Missbrauch sollen künftig bessere Hilfe erhalten. Ein entsprechender Antrag des Team K wurde angenommen.

von Markus Rufin

Sexueller Missbrauch von Minderjährigen in öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen soll künftig besser aufgeklärt und die Opfer besser versorgt werden. So kann man den Inhalt eines Beschlussantrages des Team K zusammenfassen, der gestern im Landtag mit 29 Ja-Stimmen und einer Enthaltung genehmigt wurde.

Unter anderem sieht der Beschlussantrag vor, dass es innerhalb der Anwaltschaften des Landtages einen ständigen Beauftragten für den Bereich des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen geben soll. Dieser soll als einheitliche Anlaufstelle für Betroffene fungieren. Ebenso ist die Schaffung einer unabhängigen Expertenkommission vorgesehen, die konkrete Maßnahmen zur Aufarbeitung aufzeigen soll. Diese Kommission soll auch einen Abschlussbericht präsentieren.

Weiters sollen Studien in Auftrag gegeben werden, mit der Fälle von Missbrauch systematisch erhoben und die Daten daraus analysiert werden sollen.

Obwohl der Antrag mit breiter Mehrheit genehmigt wurde, musste das Team K lange dafür kämpfen, um die Zustimmung der Mehrheit zu erreichen, wie Franz Ploner und Paul Köllensperger berichten. Letztendlich schlug die Mehrheit einen Abänderungsantrag vor, der dann auch angenommen wurde.

Dementsprechend wird der Beschlussantrag nun auch gelobt. Einbringer Franz Ploner spricht von einem Akt der Gerechtigkeit: „Es freut uns, dass die Arbeitsgruppe, in welcher die Landesrätin Deeg, verschiedene Funktionäre und Vertreter der Kirche eingebunden waren, sowie die anschließende Kompromiss-Suche mit der SVP, ihre Früchte getragen hat und wir einen Beschlussantrag formulieren konnten, der die breitest mögliche Unterstützung im Landtag habe. Durch die Annahme dieses Beschlussantrags erfahren die Missbrauchsopfer zumindest eine kleine, wenn auch reichlich späte, Gerechtigkeit.“

Auch Landesrätin Deeg zeigt sich zufrieden. Alle seien sich einig, dass man den Betroffenen eine angemessene Antwort geben müsse.

Doch auch außerhalb des Landtages erhält der Beschlussantrag Lob. Gottfried Ugolini, der Leiter des diözesanen Dienstes für Prävention, begrüßt die Initiative und bezeichnet die Annahme als wichtigen Schritt, damit betroffene Frauen und Männer ernst genommen und ihr Leid anerkannt werden können. „Gleichzeitig geht es darum, dass sexualisierte Gewalt in Südtirol als soziales Phänomen in allen gesellschaftlichen und kirchlichen Institutionen und im familiären Bereich wahrgenommen wird“, kommentiert Ugolini.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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