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Kulturschichten

Kuratorin Elisa Barison: Gesellschaftsrelevante Themen stehen im Mittelpunkt der Ausstellungen der Stadt Galerie Brixen.

Elisa Barison stellt das menschliche Zusammenleben und den Umgang der Menschen mit dem Planeten ins Zentrum des Jahresprogrammes der Stadt Galerie Brixen.

2021 startete Elisa Barison ihre Tätigkeit als Kuratorin der Stadt Galerie Brixen mit der Einzelausstellung „no event info“ von Alexander Wierer. Nach den beiden thematischen Gruppenausstellungen „Hoangortn“ und „Blau machen“ und einem Projekt im öffentlichen Raum in Zusammenarbeit mit Brixen Tourismus mit dem Titel „verbieten verboten“ zieht die junge Kuratorin mit der Ausstellung „Kulturschichten“ eine kreative Zwischenbilanz und bietet gleichzeitig einen Einblick in die Vielfalt der Südtiroler Kulturlandschaft.

Der Begriff Kulturschichten stammt aus der Archäologie und bezeichnet jene Ablagerungen im Boden, die mit Spuren menschlichen Daseins einer gewissen Epoche behaftet sind. Aktuell befinden wir uns im geologischen Zeitalter des Anthropozän, welches den Menschen als treibende Kraft für die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse der Erde sieht. Die große Verantwortung, welche diese Rolle der Menschheit mit sich bringt, könnte von einigen fälschlicherweise als hierarchisch interpretiert werden und der Mensch somit entweder als „Herrscher über“ oder als „Opfer von“ Natur betrachtet werden. Die Gruppenausstellung Kulturschichten, welche vom 17. Februar bis 16. April in der Stadt Galerie Brixen läuft, bemüht sich zu zeigen, dass Kultur und Natur keine Gegensätze sind, sondern zwei Seiten derselben Medaille des menschlichen Daseins als Teil dieser Erde.

Hugo Vallazza untitled, 1980. (Foto: Thaddäus Salcher, courtesy Galerie Doris Ghetta)

Wie ein Querschnitt durch die Bodenschicht der Gegenwart legt die Ausstellung anhand der Werke mehrerer Künstler*innen die Vielfalt der Südtiroler Kulturlandschaft frei. Rut Bernardi, Roberta Dapunt, Silvia De Giorgi, Markus Gasser, Marianna Gostner, Josef Kostner, Linda Jasmin Mayer, Judith Neunhäuserer, Wolfgang Nöckler, Gabriela Oberkofler, Hugo Vallazza und Letizia Werth garantieren dabei eine bunte Mischung an diversen Medien, Generationen und Sprachgruppen. Besucher*innen wird der gewaltige Reichtum an gegenwärtigem künstlerischem Schaffen in diesem Fleckchen Erde vor Augen geführt. Gleichzeitig lässt sich in den Arbeiten der Künstler*innen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ein gemeinsamer Nenner finden: sie alle sind tief geprägt durch das besondere natürliche Umfeld Südtirols. Dieses wird auf verschiedene Art und Weise Teil ihrer Arbeit und der gezeigten Werke. Einige mit etwas Distanz, andere wieder mit ganz viel Nähe, jedoch alle stets mit großem Respekt und dem Bewusstsein ein kleiner Teil des großen Ganzen zu sein.

Der natürliche Lebensraum wird auch in der Ausstellung „Horizon Deep“ von Silvia Hell und Nicola Ratti zum Fokus. Für den Zeitraum des Water Light Festivals im Monat Mai haben sich die Eppaner Künstlerin und der Mailänder Sound-Künstler ein Projekt überlegt, welches sich mit den großteils unerforschten Tiefen des Meeres beschäftigt und Besucher*innen mit auf eine Reise in diese lichtarme, jedoch ereignisreiche Welt nimmt.

Von Juni bis August präsentiert eine weitere Gruppenausstellung der Gesellschaft das Konzept von „radical softness“ und „radical care“ und will ganz unbedingt berühren. Vom Patriarchat als vermeintlich schlecht angesehene Eigenschaften wie Emotionalität, Schwäche und Sensibilität werden zelebriert und erlauben der Gemeinschaft dadurch ihre (kollektiven) Wunden zu heilen. Die teilnehmenden Künstlerinnen sind bewusst alle weiblich.

Im Herbst wird Carmen Müller in einer Einzelausstellung die Gärten und dazugehörige Gärtner*innen der Stadt Brixen portraitieren und auch die (Garten)Geschichte der Stadt illustrieren.
Den Abschluss des von Elisa Barison kuratierten Programmes bildet eine Ausstellung, welche junge Kunst aus Südtirol im Austausch mit junger Kunst aus Georgien zeigen soll und somit zwei Generationen „nach dem Mauerfall“ zwischen Ost und West in Verhältnis miteinander stellt.

Eröffnung, 17. Februar um 18 Uhr in der Stadt Galerie Brixen.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

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