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So teuer sind Wohnungen

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Der Südtiroler Wohnungs-Preisvergleich: Wie hoch die durchschnittlichen Quadratmeterpreise in den einzelnen Gemeinden für neuwertige Wohnungen sind.

von Heinrich Schwarz

Dass Wohnen in Südtirol immer teurer und für viele Familien unerschwinglich wird, ist allseits bekannt. Weniger bekannt sind die enormen Preisunterschiede zwischen den Südtiroler Landesteilen und Gemeinden.

Einen interessanten Blick auf die aktuellen Wohnungspreise bietet nun ein Immobilienspiegel, den die Südtiroler Maklervereinigung erarbeitet hat. „Wir möchten damit potenziellen Käufern und jenen, die ihre Immobilie verkaufen möchten, ein Werkzeug an die Hand geben, mit dem man Immobilienpreise besser nachvollziehen und einschätzen kann“, erklärt Alexander Benedetti, Präsident der Maklervereinigung.

Man schaffe somit Preistransparenz und positioniere sich auch als vertrauensvoller Ansprechpartner und Ratgeber, wenn es um den Kauf oder Verkauf von Wohnimmobilien geht. Neben den Preistabellen für jeden Bezirk und die größten Städte Südtirols finden sich im Immobilienspiegel auch Tipps und Ratschläge rund um den Erwerb und Verkauf von Immobilien.

Die TAGESZEITUNG hat sich die Preise in den einzelnen Gemeinden angesehen und veröffentlicht eine Auswahl davon.

Zu den Preisen merkt die Maklervereinigung an: „Bei den angegebenen Preisen handelt es sich um aktuelle durchschnittliche Marktpreise, die sich durch die Angebots- und Nachfragesituation sowie durch die Lage der Immobilien ergeben. Sie wurden von der Maklervereinigung im Herbst/Winter 2021 als Richtwerte für den Wohnimmobiliensektor ermittelt.“

Der Immobilienpreisspiegel solle als Orientierungshilfe dienen und ersetze nicht die Wertermittlung durch einen professionellen Schätzer. „Selbstverständlich ist auch nicht auszuschließen, dass die angegebenen durchschnittlichen Marktpreise Schwankungen unterliegen können und es bei Transaktionen aufgrund besonderer Merkmale einer Immobilie zu Abweichungen kommen kann“, betont Präsident Alexander Benedetti. Für die Wertermittlung einer Immobilie müssten immer Faktoren wie Lage, Stockwerk, Ausrichtung, Erhaltungszustand und Energieeffizienz berücksichtigt werden.

Die von der TAGESZEITUNG herausgesuchten und hier veröffentlichten Preise beziehen sich auf Wohnungen in Lagen innerhalb der jeweiligen Gemeinde/Zone mit einer sehr hohen Nachfrage. Und sie beziehen sich auf nicht-konventionierte Wohnungen, also jene Wohnungen, die auch Nicht-Ansässigen zur Verfügung stehen. Wohnungen für Ansässige sind günstiger, je nach Gemeinde sogar deutlich günstiger. Ebenfalls nicht berücksichtigt sind bei den angegebenen Durchschnittspreisen Einzelhäuser und Villen.

Der Immobilienspiegel der Maklervereinigung zeigt, dass es in Gröden die höchsten Wohnungspreise gibt. So muss man in guten Lagen in St. Ulrich und Wolkenstein für neue/neuwertige Wohnungen im Schnitt über 10.000 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche zahlen. St. Christina ist etwas günstiger.

Hinter dem Grödnerjoch sind die Wohnungen für den einfachen Mann ebenfalls kaum leistbar: 9.000 Euro pro Quadratmeter für eine neuwertige Wohnung in Corvara, 6.550 Euro in Abtei.

Was die Städte betrifft, so ist Bozen die Nummer 1, wenn es um hohe Immobilienpreise geht. Allerdings gibt es je nach Stadtteil große Unterschiede. Im Zentrum und in Gries etwa ist bei neuen Wohnungen mit Quadratmeterpreisen über 5.000 Euro zu rechnen. In anderen Vierteln wie Oberau-Haslach liegen die durchschnittlichen Preise hingegen unter 4.000 Euro.

In Meran ist Obermais der teuerste Stadtteil mit Quadratmeterpreisen von deutlich mehr als 4.000 Euro für neuwertige Wohnungen. In anderen Stadtteilen liegen die durchschnittlichen Preise bei 3.000 bis 4.000 Euro.

Ein Blick auf die Bezirke des Landes:

Im Burggrafenamt liegen die Wohnungspreise in guten Lagen rund um Meran im Schnitt bei 3.000 bis 4.000 Euro – immer für neue oder neuwertige Immobilien. In peripheren Zonen wie Passeier, Ulten und in Richtung Nonsberg sinken sie auf unter 3.000 Euro.

Im Eisacktal ist es ähnlich – mit Durchschnittspreisen um die 4.000 Euro im Stadtgebiet von Brixen, über 3.000 Euro in umliegenden Gemeinden, während neue Wohnungen in noch ländlicheren Gemeinden für unter 3.000 Euro pro Quadratmeter zu haben sind.

Das Pustertal ist generell ein teurer Bezirk, mit Wohnungspreisen, die von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sind. In Bruneck zahlt man für neue Wohnungen im Schnitt fast 4.000 Euro pro Quadratmeter. Im Tauferer Ahrntal (außer Prettau und Mühlwald) sind es etwas mehr als 3.000, während es in St. Lorenzen und Pfalzen eher in Richtung 4.000 geht. In Olang sind es sogar über 4.000 Euro.

Auch die Täler wie Gsies, Antholz und Prags sind mit deutlich über 3.000 Euro eher teuer.

Besonders hochpreisig wird es aber im Hochpustertal ab Toblach mit Quadratmeterpreisen von durchschnittlich mehr als 5.000 Euro für neuwertige Wohnungen.

Im Überetsch gehen die Preise in Richtung 4.000 Euro. Im Unterland rund um Leifers, Neumarkt und Auer sind es um die 3.000 Euro, in peripheren Gemeinden meist deutlich unter 3.000 Euro.

Im Vinschgau ist Wohnen am ehesten in Schlanders teuer mit etwas über 3.000 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche für eine neue Wohnung. Ansonsten sind Wohnungen im Talkessel für unter 3.000 Euro je Quadratmeter zu haben – in Graun, Martell, Stilfs und Schnals sogar um die 2.000 Euro.

Das Wipptal hat – mit Ausnahme des Stadtgebietes von Sterzing – ebenfalls relativ günstige und recht einheitliche Quadratmeterpreise unter 3.000 Euro für neue Wohnungen.

Rund um Bozen gehören Kastelruth mit 6.000 Euro und Völs mit 4.500 Euro zu den teuren Wohngegenden. In Welschnofen und am Ritten (gemeint sind nach wie vor Lagen mit hoher Nachfrage) sind es fast 4.000 Euro bei neuen Wohnungen. In Deutschnofen und Jenesien mehr als 3.000 Euro – und in Sarntal, Mölten und Tiers knapp 3.000 Euro.

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Kommentare (6)

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  • olle3xgscheid

    Bissl ehrlicher wäre schön!

  • criticus

    „Bei den angegebenen Preisen handelt es sich um aktuelle durchschnittliche Marktpreise, die sich durch die Angebots- und Nachfragesituation sowie durch die Lage der Immobilien ergeben“.
    Aha!
    Die Realität ist, dass wenn eine Immobilie angeboten wird, sich schon ausländische Käufer interessiert haben. Da hört man von Maklern, ja ich muss zuerst noch die Angebote aus der Schweiz oder Deutschland prüfen, bzw. abwarten ob die Interessenten absagen. Warum ist das so? Die Angebote werden fast zur Gänze zuerst in ausländischen Webseiten veröffentlicht. Für die Interessenten aus dem Ausland und unseren Hoteliers, die da brav mit investieren, ist es häufig eine Kapitalanlage und die Makler verdienen mehr. Um da ein Riegel vorzuschieben könnte die Politik in solchen Fällen die Immobiliensteuer ums vielfache erhöhen. Diese Wohnungen oder Häuser sind 1 Monat bewohnt und stehen dann 11 Monate leer. Das Hauptproblem ist, wo wohnen unsere Kinder? Denen bleibt nur die Auswanderung um den horrenden Miet- oder Kaufpreisen zu entgehen. Was macht die Politik? Das hat man bei der letzten Diskussion im Landtag, bezüglich IMU gesehen. „Dompfblouderer im Landtag“.

  • hallihallo

    man muß aber unterscheiden.
    die preise sind wohl für neue, freie wohnungen.
    die einheimischen beteiligen sich sehr häufig beim geförderten wohnbau.
    außerdem muß in einigen gemeinden 100% der neukubatur konventioniert werden.
    die hohen preise sind aber sicherlich auch den vielen auflagen bezüglich klimahaus, garagenpflicht, usw geschuldet. außerdem müssen wir auch zugeben, daß uns südtirolern bald nichts mehr gut genug ist.

  • murega

    Für Obermais/Meran wird ein Quadratmeterpreis von Euro 4.700 genannt. Wohnungen mit ca. 100 qm Fläche, welche sich aktuell im Bau befinden, werden für deutlich über 1.000.000 verkauft… +70.000 für die Doppelgarage. Ich finde die Preise nicht korrekt angegeben.

  • exodus

    @ Ganz Ihrer Meinung, für diese Preise findet man nichts. Meistens ist die Ausstattung der Wohnungen unterstes Niveau, um es als Eigentumswohnung lebenswert zu machen muss man noch Extrakosten berechnen.

  • konstruktiv-kritisch

    Man muß diesbezüglich bedenken, dass es sich hier um Preise pro kommerziellen Quadratmeter handelt. Das heißt, dass 100 qm Netto-Wohnfläche sehr schnell zu 140 kommerziellen Quadratmetern werden; ich zahle praktisch für 140, nutze aber effektiv nur 100 qm.

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