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Sauberer. Sicherer. Schneller.

Neue Verkehrsformen und Umweltschutz zu verbinden, ist die gemeinsame Herausforderung der drei Euregio-Länder, wie gestern bei der Eröffnung der letzten Museumsjahr-Ausstellung im Muse betont wurde.

Im Muse in Trient ist die letzte der Ausstellungen des Euregio-Museumsjahr mit dem Titel „2050: Come ci arriviamo? Mobilità sostenibile, più pulita, più veloce, più sicura e per tutti“ (2050: Wie kommen wir dort an? Nachhaltige Mobilität, sauberer, schneller, sicherer und für alle) eröffnet worden.

Die Schau befasst sich mit den großen Herausforderungen des ökologischen Wandels und dem angestrebten Ziel, die Mobilität bis 2050 emissionsfrei zu machen.

Kuratiert hat die rund 370 Quadratmeter große Installation aus Garnen, die aus Fischernetzen und anderen recycelten und wiederverwertbaren Abfällen hergestellt wurden, der visionäre Architekt Mario Cucinella. Die Ausstellung ist ab heute, Mittwoch, 22. Dezember 2021, bis zum 26. Juni 2022 zu sehen.

Videobotschaft von Pat Cox

Bei Eröffnungsfeier mit Muse-Vizepräsidentin Laura Strada war auch die Stimme des Koordinators des europäischen TEN-T-Korridors Skandinavien-Mittelmeer, Pat Cox, zu hören. Er unterstrich in seiner Videobotschaft die Bedeutung der Initiative und verwies auf die großen infrastrukturellen Herausforderungen in Europa, besonders jene, welche die Euregio betreffen:

„Wenn wir uns auf den Grundsatz einigen, dass neue Horizonte neue Chancen schaffen, dann werden uns der Brennerbasistunnel samt Zulaufstrecken und die unabdingbare Modernisierung durch die Digitalisierung der Betriebseffizienz tatsächlich neue Horizonte eröffnen. Wir wissen, dass Entfernung nicht nur eine Frage von Kilometern ist, sondern auch von Zeit und Bequemlichkeit. Wenn wir die Reisezeit zwischen Städten in verschiedenen Regionen verkürzen, wird sich die physische Entfernung nicht ändern, aber die psychologische Entfernung wird sich verringern. So eröffnen wir neue Perspektiven, die wiederum neue Möglichkeiten schaffen.“

Mobilität im Einklang mit Klima und Umwelt

Für den derzeitigen Euregio-Präsidenten und Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti sind eine nachhaltige Mobilität und eine noch effizientere und modernere Nutzung der gemeinsamen Infrastruktur eine gemeinsame Herausforderung der Euregio-Länder, wie die Ausstellung im Muse zeige.

„Wenn wir die drei Länder unter Berücksichtigung der Wirksamkeit der Transportformen und des ökologischen Wandels verbinden, kann die Europaregion zu einer Vorbildregion werden.“

Laut Fugatti soll die Euregio ein Gebiet sein, in dem neue Projekte wie der Brennerbasistunnel, aber auch Straßen- und Schienenverbindungen innerhalb und außerhalb der Ortschaften dafür sorgen, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre Ziele schnell erreichen, wobei aber Lebensqualität und Landschaftsschutz zu gewährleisten seien. Die Ausstellung ermögliche einen Blick auf die Euregio und zeige auf, dass die Entwicklung in Richtung neuer Fortbewegungsformen gehe, die mit dem Respekt für das Klima und die Umwelt einhergehen.

Brennerbasistunnel von europäischer Bedeutung

Südtirols Landeshauptmann und Museumslandesrat Arno Kompatscher hebt in diesem Zusammenhang die Rolle der Euregio bei der Entwicklung gemeinsamer Großprojekte der grenzüberschreitenden Mobilität hervor, bei der Forschung und Innovation wesentliche Bestandteile seien:

„Nur gemeinsam können wir wesentlich zu Umwelt- und Klimaschutz und zu einer Verringerung der Emissionen beitragen. Das Land Südtirol setzt seit Jahren auf eine nachhaltige Mobilität und hat beispielsweise den Masterplan Wasserstoff ins Leben gerufen. Im Bereich der Infrastruktur ist der Brennerbasistunnel mit seinen Zulaufstrecken von grenzüberschreitender, ja von europäischer Bedeutung und richtungsweisend für die künftige grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Nur gemeinsam und Schritt für Schritt werden wir dieses gemeinsame und grundlegende Ziel erreichen.“

„Weiter wie bisher“ nicht mehr zielführend

Tirols Landeshauptmann Günther Platter betont: „Mobilität, Verkehr und Reisefreiheit sind wichtige Eckpfeiler für unseren gegenseitigen Austausch, unser wirtschaftliches Wachstum und unseren Wohlstand. Aber wir müssen auch erkennen, dass ein ‚Weiter wie bisher‘ vor allem in Zeiten von Klimawandel und Nachhaltigkeit nicht zielführend ist. Neue Technologien, Digitalisierung und Innovation können aber dafür sorgen, dass die Entwicklung der Mobilität in die richtige Richtung geht. Wir investieren Milliarden, um eine nachhaltige Verlagerung der Güter von der Straße auf die Schiene zustande zu bringen und gleichzeitig die natürlichen Grenzen schneller zu überwinden. Mit dem Brennerbasistunnel werden wir in eine neue, nachhaltige Dimension des Reisens eintreten. Im Zuge der Initiative ‚So fährt Tirol 2050‘ setzen wir zudem auf den Ausbau der E-Mobilität und auf alternative Mobilitätsangebote, um dem Klimaschutz Rechnung zu tragen.“

Das Euregio-Museumsjahrs 2021 unter dem Motto „Transport TransitMobilität“ war im vergangenen Mai eröffnet worden. Über 60 Museen an 70 Standorten in TirolSüdtirol und dem Trentino beteiligten sich mit  Ausstellungen und anderen Initiativen daran.

Das Wissenschaftsmuseum Muse im Corso del Lavoro e della Scienza in Trient setzt einen thematischen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und die Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. In diesen Kontext reiht sich auch die neue Ausstellung.

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (1)

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  • gurgiser

    Wir möchten ja wirklich niemanden „zu nahe treten“, aber eines unmissverständlich festhalten: Wer von all diesen „Verkündern“ ist 2050 noch zur Verantwortung zu ziehen, warum schieben sie alles 28 Jahre hinaus, obwohl wir heute an der gesamten Brennerstrecke von Rosenheim bis Verona ein „Abgas-, Lärm- und Stauproblem“ haben. Und natürlich auch die national- und europarechtlichen Mittel, diese Probleme massiv zu reduzieren. Daher unmissverständlich aus der Sicht der betroffenen privaten und betrieblichen Anrainerschaft: Wie lange soll ihnen noch dieses Märchen von der Schiene vorgegaukelt werden? Das ist grob verantwortungs- und respektlos gegenüber Mensch und Natur in dieser einzigartigen alpinen Region, die als Transitschleuder missbraucht und von allen, die da groß von 2050 daherschwafeln, geduldet wird. Sie sind keinen Cent und keinen Euro öffentlicher Gelder wert. Fritz Gurgiser, Transitforum Austria-Tirol

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