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Überwachte Stadt

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In Brixen überwachen zurzeit 21 Videokameras die Stadt. Mindestens weitere 20 Überwachungsapparate werden in den nächsten zwei Jahren montiert. Wo diese installiert werden – und welche Probleme die Gemeinde mit dem Projekt lösen will.

von Erna Egger

„Wir wollen nicht zu 100 Prozent eine videoüberwachte Stadt werden“, sagt Bürgermeister Peter Brunner. Jedoch gebe es in Brixen einige sensible Zonen – wie den Bahnhofsbereich, Schulzonen oder Parks – wo man Delikten vorbeugen will.

21 Kameras wurden in den letzten Jahren in der Bischofstadt zur Überwachung verschiedener kritischer Positionen installiert. In den nächsten zwei Jahren wird der überwachte Bereich großräumig ausgedehnt.

Der Brixner Stadtrat hat am Mittwoch das Ausführungsprojekt der Firma Gazzoli Engineering GmbH aus Padua für das System zur Videoüberwachung und Verkehrskontrolle genehmigt. „Es ist ein großes Mehrjahresprojekt mit einem Kostenpunkt von insgesamt 3.130.000 Euro“, so Brunner.

2022 wird ein erstes Baulos umgesetzt. Um 1.148.000 Euro werden die Ringleitungen in Absprache mit der Stadtwerke Brixen AG, die die Arbeiten umsetzen wird, neu verlegt und installiert. „Alle öffentlichen Gebäude der Gemeinde hängen heute an einem Strang des Glasfasernetzes zusammen“, schildert Brunner. In den vergangenen Jahren geschah es mehrmals, dass bei Grabungsarbeiten der Strang beschädigt wurde und in Folge das Netz in den Gebäuden zusammenbrach. „Dadurch kam es zu Internetausfällen von Stunden, manchmal sogar von einem halben Tag“, berichtet der Bürgermeister.

Um dieses Problem zu behebend, wird nun eine Glasfaser-Ringleitung verlegt, gleichzeitig werden Leitungen zur Videoüberwachung untergelegt.

Sukzessive werden dann die Überwachungskameras in Absprache mit allen Polizeiorganen an neuralgischen Punkten installiert.

An den Stadteingängen, an insgesamt elf Positionen, werden Überwachungssysteme angebracht, die nicht nur die Kenntafeln der Fahrzeuge erfassen können, sondern gleichzeitig kontrollieren, ob das Fahrzeug gestohlen ist, ob es mit Delikten in Verbindung steht, ob das Auto versichert ist, oder ob es die Revision durchlaufen hat.

Einen weiteren Kernpunkt des Projekts bilden die Kameras, die an den Einfahrten der Altstadt positioniert werden. An sechs Punkten können Fahrzeuge in die verkehrsberuhigten Zonen einfahren. Und an diesen Stellen werden Anlagen montiert:

Am Beginn der Großen Lauben, in der Altenmarktgasse, bei der Kreuzung K. V. Kempter-Weg-Adlerbrücke, in der Albuingasse, in der Brunogasse und an der Kreuzung Erhardgasse –Sonnentor. „So kann man die Altstadt monitorieren“, so der Bürgermeister.

Der Hintergrund: „Zu gewissen Zeiten kann man in Brixen zwar in die Altstadt einfahren, aber es hat sich ein bestimmter Wildwuchs entwickelt. Und dieses Problem wollen wir mit Hilfe dieser neuen technischen Möglichkeit lösen.“

Gleichzeitig sollen mit der Verlegung der Leitungen die öffentlichen Parkplätze und Parkhäuser besser vernetzt werden, eine Vorkehrung, die in das Parkleitsystem einfließen wird.

Mit dem ersten Baulos werden ein wesentlicher Teil der Ringleitung und die Einfahrtregelung bei der Altstadt umgesetzt.

Im Jahr 2023 und 2024 werden die weiteren zwei Baulose folgen. „Es sind auch Videoüberwachungen in den Fraktionen vorgesehen. In einer Bürgerversammlung in Albeins wurde beispielsweise der starke Wunsch laut, am Eingang des Ortes eine Kamera zu installieren. Dort wurde eine provisorische Kamera mit Funkverbindung installiert“, schildert Brunner.

Das System sieht auch drei RadioLinks vor, Hotspots, wo man Kameras installieren kann, obwohl dort keine Kabel gezogen werden können.

RadioLink baut eine Funkverbindung auf, die bis zu einem Kilometer vom WLAN-Router entfernt sein kann, egal, ob Wände oder andere Hindernisse im Weg sind.

„Zwei davon werden in der Stadt, einer in St. Andrä sein“, so Brunner.

Gemeinsam mit der Orts-, Staatspolizei und den Carabinieri wurden und werden noch in Zukunft jene Punkte definiert, wo die Kameras montiert werden. Weitere Erneuerungen werden mit diesem Projekt umgesetzt: „Eine Verbindung zwischen den Carabinieri und der Ortspolizei besteht bereits, eine weitere Verbindung mit dem Kommando der Staatspolizei kommt hinzu“, schildert Brunner.

In einem weiteren Schritt wird am Sitz der Ortspolizei ein Raum eingerichtet, mit sämtlichen Monitoren, die die Bilder der Kameras übertragen.

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