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Die Foto-Posse


Die Landesregierung und die Oppositionelle Maria Rieder werfen sich gegenseitig vor, nicht fleißig in der Aula zu sitzen – und liefern Beweisfotos.

Bei der Haushaltsdebatte im Landtag spielten sich filmreife Szenen ab. Als der Arbeitnehmer Helmuth Renzler das Wort ergriff, stürmten mehrere Landesräte wie von der Tarantel gestochen aus der Aula. Zurück blieben nur Waltraud Deeg und Philipp Achammer. Dabei sieht die Geschäftsordnung vor, dass ständig mehr als die Hälfte der Mitglieder der Landesregierung bei den Sitzungen anwesend sein müssen.

Maria Elisabeth Rieder vom Team K reagierte verärgert: „Das Interesse der Regierung ist mäßig – mit Respekt und Willen zur ehrlichen Diskussion und Auseinandersetzung hat das wenig zu tun.“ Für die Landesregierung sei das „eine lästige Pflicht“ und sie bemühe sich nicht einmal, das zu verbergen. Besonders die Italienischen Landesräte und auch Daniel Alfreider glänzten durch dauernde Abwesenheit, giftete die Oppositionelle und fertigte ein Beweisfoto an.

Beweisfoto 1

Die gescholtenen Regierungsmitglieder fanden das gar nicht lustig und rächten sich ihrerseits mit einem Schnappschuss. Darauf zu sehen: Rieders Fraktionskollege Alex Ploner bei seiner Haushaltsrede. Während Paul Köllensperger und Franz Ploner dem Abgeordneten aufmerksam zuhören, fehlt von Rieder jede Spur. „Sie war eine gute Stunde lang nicht in der Aula“, verrät ein SVP-Landesrat, der das Foto geschossen hat.

Beweisfoto 2

Lega-Landesrat Bessone will als einziger öffentlich zu seinem kurzen Fernbleiben Stellung nehmen: „Obwohl ich fünf oder sechs Tage die Woche, von 8 bis 18 Uhr, im Büro bin, reicht die Zeit nicht immer aus. Manchmal müssen meine Kollegen und ich auch während der Landtagssitzung Leute empfangen, zuhören und versuchen, die Probleme der Menschen zu lösen.“ Er höre Frau Rieder gerne zu, wenn sie stundenlang mit ihrem herrlichen und von ihm liebgewonnenen „Töldra“ Dialekt spreche, betont Bessone. Den gleichen Respekt schulde er aber auch den Bürgern, die mit ihm sprechen wollen.

„Ich muss schmunzeln, wenn wir uns dazu herablassen müssen, feige Fotos von einander zu machen, wenn jemand kurz auf die Toilette geht oder in der Bar ein Glass Wasser trinkt. Rieder spricht von Respekt – doch diesen bringt sie uns nicht entgegen, wenn sie – wie eine Grillina der ersten Stunde – solche feigen Fotos macht“, so der Leghista. (mat)

Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)

Kommentare (22)

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  • andreas

    Immer wenn man denkt es geht nicht dümmer, schaft es der Landtag, noch einen draufzulegen und sich noch peinlicher zu präsentieren.

    Uääh, Uääh, ihr seit nie da, Uääh, Uääh, ihr aber auch nicht…

    Wohl ein Spiegelbild unserer Gesellschaft und eigentlich müssen wir froh sein, dass Unterholzner nicht auf dem Magnagoplatz ein Zelt aufstellt und eine Schattenlandtag betreibt, die Dr. Holzeisen als Justizministerin einsetzt und den Pöder und Anderlan empfängt.

    • criticus

      „Manchmal müssen meine Kollegen und ich auch während der Landtagssitzung Leute empfangen, zuhören und versuchen, die Probleme der Menschen zu lösen.“
      Herr Bessone, Sie tun mir leid, Sie MÜSSEN Leute empfangen. Welche prädestinierten Personen dürfen Landesräte während der Sitzungen stören?
      Oder anders gefragt, sind die Sitzungen so langweilig, dass die Landesräte gerne für einige Zeit ihrer vom Volk bezahlten Arbeit fernbleiben? Wenn das der Fall sein sollte, dann ist es wohl eher ihre Pflicht im Saal zu bleiben, wofür Sie gewählt wurden und vom Volk bezahlt werden, als einigen einzelnen Personen einen Gefallen zu erweisen.
      Diese prädestinierten Personen haben ja immer noch die Gelegenheit Sie anzurufen.
      Ach ja, hab ich vergessen, Anrufe können ja abgehört werden!

      • besserwisser

        @criticus: wie wahr! manche zelebrieren es sogar „nachfahren zu lassen“. willst du mit mir reden musst du nach trient kommen, ich kommt dann kurz aus der sitzung …
        jeder durchschnittliche manager ist besser organisiert und macht sich nicht so wichtig.
        und die topmanager haben in ihren büros sowohl für mitarbeiter als auch für externe besucher ticketsysteme oder sonstirgendwelche organisationssysteme …
        alles nur wichtigmacherei …

  • pingoballino1955

    Kindergarten PUR!

  • watschi

    ich glaube bei den nàchsten wahlen mùssen wir so manchen politkasper abwàhlen.

    • yannis

      @,,watschi,
      sicher, sicher, dann übernehmen diese Gewohnheiten Dank der Lernfähigkeit halt andere, siehe Corona-Treppen hüpfen.
      Das ganze produziert halt von Mal zu Mal mehr Nichtwähler, was ja ins Konzept passt, und die TREUEN können dann ganz automatisch wieder das passende Wahlergebnis generieren.
      Stempelkarten einführen würde wohl auch nicht viel bringen, denn wer die ins Lesegerät steckt wird ja auch wieder nicht erfasst.
      Das einzige was helfen könnte, ein Drehkreuz mit persönlicher Zugangskarte am Eingang was jeden beim Betreten,/Verlassen registriert, natürlich mit Abzug der Fehlzeiten von den Bezügen.
      Zudem würde das System ja nicht die Toiletten, und Kantinen Besuche registrieren, und somit diese Ausrede unmöglich machen.

    • besserwisser

      kemmen holt die nächsten. der trog bleibt der gleiche 🙂

  • kirchhoff

    Zustände wie im Alten Rom oder doch eher Vorschul-Niveau ?

  • george

    Wiederholt ypisch von den Darstellern hier alle über den gleichen Leisten zu schlagen. Es ist nämlich schon ein wesentlicher Unterschied, ob beim Haushalt mehrere Landesräte fehlen, die jeweils ein bestimmtes Ressort (Kapitel) vertreten, oder nur eine einfache Mandatarin einer Partei, die gleichzeitig ganz leicht von den anderen noch Anwesenden vertreten werden kann, da sie ja alle dasselbe Programm haben. Pfui ihr scheinheiligen Ausreden-Erfinder!

  • fakt60ist

    Doch schön wenn wenigstens beim Weihnachtständchen alle da waren. Jedenfalls scheint es so still und heilig im Landtag doch nicht zu zugehen wie gesungen wird. Ich hätte da aber einen Vorschlag der Allen im Land ntzlich wäre. Die Lohnerhöhung von 600 Euro sollte nach den eigenen Eingeständnisen der Abwesenheiten schnellstens rückgängig gemacht werden, und den Sanitätsangestellten gutgeschrieben werden.

  • besserwisser

    ja da gab es ja auch ein foto für die medien…
    und hoffentlich a poor keklsn fürn bischof …
    das volk war derweil beim arbeiten ….

  • luis2

    Wie heißt es so schön“ Im nichts Tun ist das Tun“
    Ja der Bischof „Manus manum lavat.

  • gulli

    Sollte dies stimmen, dann hat unsere Politik bzw unsere Politiker ein Niveau erreicht, das sich zu kommentieren nicht mehr lohnt!

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